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Fotos: © Simone Ahlers for JOI-Design, Maaß werden. Die Zimmer wurden vergrößert, ihre Zahl dafür reduziert. Waren 1910 fließend warmes Wasser und Strom in allen Zimmern Verkaufsargumente, so bieten alle 278 Zim-mer in den Kategorien M, L und XL sowie die sechs Junior Suiten und drei One-Bedroom- Suiten heute kostenloses WLAN, Safe, Tee- und Kaffeezubereiter, Bügeleisen, beleuchtete Kosmetikspiegel und Regendusche. Selbst in dem Grandhotel setzt Folke Sievers auf den Lobbytrend „Market Place“ statt Minibar – bei vier Sternen mutig. Charmant sind die sieben historischen Salons. Drei Sé-parées und der Boardroom komplettieren die Tagungsräume. Der Spa-Bereich wird Mitte Oktober fertig. Geblieben ist die seit der Er-öffnung angebotene eigene Mineralwasser-quelle in der Lüneburger Heide. Silberbesteck und Turnschuhe Der neue Gastro-Chef Frank Bertram schätzt die „geile Akustik“ der alten Gemäuer. Je-den Samstag greift der Koch in der „Bar 1910“ selbst zur Gitarre. Sein Restaurant Slowman, das einst in der TV-Show „Rachs Kochschule“ entstanden war, zog in den, einem Luxusliner nachempfundenen, historischen Speisesaal. Die Scheiben der Em-poren wurden hier restauriert, das Silberbe-steck und Teile des Porzellans sind aus dem Gründungsjahr. Frank Bertrams Rock‘n-Roll- Reichshof Hamburg • Curio Collection by Hilton 20099 Hamburg www.reichshof-hotel-hamburg.de Eigentümer: Event/RH Operations Architekt, Innenarchitekt: Heinrich Mandix (1906-1910), JOI-Design Aufzüge: Otis, Betten: FBF bed&more Böden: Altro, Kaffee, -maschinen, Tee: Samova, Seeberger, WMF Küchentechnik: Hagola, Scholl Apparatebau Lampen, Leuchten: 2F Hotel Licht, Illumina Möbel: Go In, May KG, Stoffe, Teppiche: JAB Abstoetz, HTW Design Carpet Türschließanlage: VingCard TV, Internet: Samsung, Sky, Suitepad, The Cloud www.otis.com/site/de www.fbf-bedandmore.de Touch mit E-Gitarren als Deko und Schall-plattenhüllen als Speisekarte passt erstaun-lich gut, und die Slowman-Philosophie ist ein Zugewinn für das Hotel. Alles wird frisch zu-bereitet aus nachhaltig produzierten Zutaten vom Erzeuger. Mit dem sozialen Ansatz, auch Quereinsteiger mit ungeraden Lebensläufen auszubilden, hofft der Gastro-Chef, „Schule zu machen“. Und tatsächlich spürten Folke Sievers und Frank Bertram bei der Besetzung der 90 Stellen (50 im F&B-Bereich) den bran-chenüblichen Personalmangel nicht. „Bei Hamburgern zieht der Name Reichshof, bei den überregionalen Managementbewerbern der Hilton-Brand“, meint der Direktor. Und im Gastro-Bereich half Frank Bertrams guter Ruf als Chef sowie der TV-Ruhm. Dabei hät-te er sicher auch Folke Sievers eine Chance gegeben, dessen Koch-Azubi-Bewerbung als Jugendlicher der Reichshof abgelehnt hatte. „Der Gast steht im Zentrum, aber die Mit-arbeiter sind Berater auf Augenhöhe“, gibt Folke Sievers heute den Ton vor. Auch die Garderobe wählen die Mitarbeiter selbst, schwarze Hose und weißes Hemd sind Pflicht, Turnschuhe kein Problem. Die Mischung aus Grandhotel-Ambiente mit moderner, urbaner Attitüde passt zum Ort und zur internationalen Gästeausrichtung. Für letztere sorgt auch das Kundenbindungs-programm HHonors mit 45 Mio. Mitgliedern. Bisher kamen Gäste aus den USA, den Golf-staaten und Japan, sodass Folke Sievers im ersten Halbjahr bereits auf 70 % Belegung hofft, in der Folge auf Zahlen „in den hohen Siebzigern“. Der Mix Business-Leisure soll etwa 60:40 betragen bei einem weiter boo-menden Hamburger Hotelmarkt – besonders, wenn das CCH zum modernsten deutschen Kongresszentrum umgebaut werden soll. Besonders beeindrucken Folke Sievers Be-suche ehemaliger Reichshof-Mitarbeiter. Bis 1989 wurde das Haus von den Langers wie eine Familie geführt, dann bis zum letzten Jahr als Maritim. Mitarbeiter wie Empfangs-chef Ary Schwantes blieben 50 Jahre im Reichshof. Florian Maaß (Auszug) PROJEKTBETEILIGTE 10/2015 23


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