hotelkonzepte - Sonderthema: 25 Jahre Deutsche Einheit - Gelebte Einheit

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Fotos: © michaeljung – Fotolia.com, privat „Gelebte Einheit“ Die Veränderungen, die die Wende brachte, meisterte die Branche mit Euphorie, Motivation und Professiona-lität. Ingrid Hartges, heute Hauptgeschäfts-führerin, arbeitet seit dem Mauerfall beim Dehoga Bundesverband. Die Wiederverei-nigung erlebte sie als Zeit des Entdeckens, Kennenlernens und Zusammenwachsens. Heute steht die Branche durch die Flücht-lingszahlen vor neuen Herausforderungen – und Chancen. Ein Rück- und Ausblick. Frau Hartges, was hat die Wiedervereinigung für den Dehoga bedeutet? In der DDR gab es kein Äquivalent zu den Landesverbänden im damaligen Westen, die auch Mitglieder im Dehoga-Bundesverband waren. Aber mit dem Mauerfall schlossen sich Gastronomen und Hoteliers unglaub-lich schnell zu eigenen Landesverbänden zusammen. Die Verbände von Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sach-sen- Anhalt und Thüringen feiern 2015 ihre 25-jährigen Jubiläen. Welchen Herausforderungen sah sich der Dehoga gegenüber? Viele Hoteliers und Gastronomen kannten das klassische Unternehmertum nicht, und vielerorts mussten Investitionsstaus beseitigt werden. Auch die Ausbildungsordnungen unterschieden sich, dabei war die Ausbil-dung in der DDR grundsätzlich fachlich fun-diert. Doch es galt, neue Artikel und techni-sche Lösungen kennenzulernen. So stand die Erweiterung der Produktkenntnisse bei den Köchen ganz oben auf der Agenda. Welche Unterstützung erhielten Ostbetriebe? Ich war damals sehr oft in den neuen Bun-desländern und sah, wie die Betriebe auch dank der Förderungen verblüffend schnell auf Kurs gebracht wurden. Ferner gab es z. B. Schulungen im Erfurter Gastro-Berufs-bildungswerk, wo Dehoga-Wirtebriefe ab-solviert wurden. Wir standen den Verbänden auch zur Seite, als es z. B. um Satzungsfra-gen und Tarifverhandlungen ging. Sehr gut haben auch Kooperationen mit westlichen Landesverbänden funktioniert. Man hat sich einfach gefreut, dass die Mauer weg war. Das brachte einen großen Motivationsschub. Anfang der 1990er Jahre haben viele junge Menschen ihre Ausbildung in den alten Bun-desländern begonnen – mancherorts hatten wir über 50 % aus den neuen Bundesländern. Viele gingen danach in ihre Heimatorte zu-rück und erhöhten so die Qualitätsstandards. Das klingt nach viel Arbeit. Wie schnell konnte eine Zusammenarbeit verwirklicht werden? Als Dehoga insgesamt bewunderten wir 14 10/2015


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