Versicherungstipp

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Fotos: UBM/Strauss & Partner Development, privat Insolvente Versicherer Nahezu unkommentiert von der Presse und damit fast völlig unbemerkt von der Öffent-lichkeit ging vor ein paar Wochen der erste deutsche Sachversi-cherer in die Insolvenz. Mit fast 12 Mio. E Ver-sicherungsbestand zugegeben ein kleiner Marktteil-nehmer. Umso un-verständlicher ist, dass keiner der Gro-ßen bereit war, in die Bresche zu springen, um der Versicherungs-wirtschaft hierzulande diese Bla-mage zu ersparen. Auch die Rolle der BAFIN als Finanzmarktauf-sicht war wenig hilfreich: Infor-mationen gleich Null – bis heute ist auf deren Internetseite nur ein unauffälliger Hinweis vom 26.03.15 auf die beantragte Eröff-nung des Insolvenzverfahrens zu finden. Bislang hielt man die Pleite eines Sachversicherers bzw. deren Auswirkungen auf Versiche-rungsnehmer für höchst unwahr-scheinlich. Auf der BAFIN-Seite wird beteuert: „Die Versi-cherer müssen Rückstel-lungen für einen even-tuellen Schadenfall bilden, haben Eigen-kapital vorzuhalten und müssen ihr Ver-mögen nach strengen Vorschriften besonders sicher anlegen. Dadurch ist ein Insolvenzfall sehr unwahrscheinlich.“ Zu-dem sind die Versicherer Volker Begas für größere Schäden oder Kumulschäden i.d.R. noch rück-versichert. Im aktuellen Fall half dies alles nichts. Von Schäden betroffene Kunden müssen teils um sechsstellige Entschädigun-gen bangen, der überwiegende Teil bereits bezahlter Jahres-beiträge geht verlustig. Dieser Vorfall zeigt: Nichts ist unmög-lich. Nicht auszumalen, wenn ein größerer Versicherer davon betroffen wäre. Und übrigens: Während immer mehr Versiche-rungsunternehmen dazu übergehen, über ihre Versicherten vor Vertragsab-schluss Schufa- und Bonitäts-einkünfte ein-zuholen, geht wohl kaum ein Versicherter den umgekehrten Weg und informiert sich über die finanzielle Situation seines Versicherers. Experten hinzuziehen Die gängige Praxis, die Auswahl des vorgehaltenen Versiche-rungsschutzes auf Jahresbeitrag, oberflächliche Leistungsverglei-che oder die Sympathie zum Berater zu reduzieren, ist jeden-falls höchst bedenklich – kann in vielerlei Hinsicht existenzver-nichtend sein. Die Ursachen für dieses aus unserer Sicht häufig leichtsinnige Vorgehen sind nicht unbedingt lo-gisch: Die Bereitschaft, bei der Planung sei-ner Absicherung die Hilfe externer Spe-zialisten als neutrale Berater hinzuziehen ist bei der Mehrzahl der Hotelbetriebe lei-der nicht sonderlich ausgeprägt. Versierte Hotelberater sehen über den berühmten Tellerrand hinaus, sind Insider in Hotellerie und Versicherungs-wirtschaft, verfügen über Hinter-grundinformationen und schaf-fen notwendige Schnittstellen innerhalb eines Expertennetz-werks. Volker Begas, GGF Mo-saic Versicherungsmakler, www.hotelversicherer.de Versicherungstipp Wien zählt mit 13,5 Mio. Übernachtungen al-lein 2014 (+6,4 %) zu den Boommärkten Eu-ropas. Den größten Hotelzuwachs verzeichnet die Stadt derzeit um den neuen Hauptbahnhof. Im Juli 2015 legte hier die Strauss & Partner Deve-lopment, die österreichische Tochter der UBM De-velopment AG, den Grundstein für das erste von das Andel‘s Berlin und das Radisson Blu Breslau verkaufen. www.ubm.at Accor am Belvedere sechs Baufeldern des Quartier Belvedere Central (QBC). Auf einer Bruttogeschossfläche von 27.300 m² entstehen neben Büros, Wohnungen und Gas-tronomien zwei neue AccorHotels: Das Ibis in der Drei- und das Novotel in der Vier-Sterne-Katego-rie mit zusammen 577 Zimmern sowie einem ca. 1.800 m² großen Veranstaltungsbereich. Sie star-ten Accor hat in Wien den Grundstein für das neue Flaggschiff von Ibis und Novotel gelegt. Hinter der Realisierung steht vor allem die UBM Development. im Frühjahr 2017 und stehen für die neueste Design- und F&B-Generation des Konzerns unter dem Motto „feel welcome“. Christian Giraud, Vice President Development & Franchise AccorHotels Central Europe, zeigte sich bei der Grundsteinle-gung begeistert: „Wir freuen uns, ein umfassendes Nächtigungsangebot für Familien, Städte-, und Geschäftsreisende zu erschaffen.“ Mit dem neu-en Design- und Gastronomiekonzept wolle man sich noch standortorientierter und „emotionaler“ präsentieren. Hinter dem Projekt steht vor allem die UBM Development, die u. a. in Österreich, Deutschland und Polen aktiv ist. In den letzten 20 Jahren hat sie 42 Häuser errichtet und ist Eigentü-mer, Miteigentümer oder Betreiber von 20 Hotels mit über 4.700 Zimmern. Geplant sind elf weitere Hotels. „Künftig wollen wir im Hotelbereich den Fokus mehr auf das Entwickeln und Verkaufen le-gen, weniger auf reines Asset-Management“, er-klärt Karl Bier, CEO der UBM. Gerade konnte man Ein etablierter Versicherer ist insolvent gegangen. Das fordert eine genaue Auswahl des Anbieters. branchenfokus 8 9/2015


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