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Fotos: privat (KC) zu wenden. Fr. F. macht auch deutlich, dass sie noch ei-nen Azubi für 2015 suchen. Zum Start holt der Küchenchef den Praktikanten am Desk ab, stellt ihn dem Team vor und macht eine kurze Führung. Eine Ein-weisung mit Ablaufplan und Uhrzeiten gibt es leider nicht, auch keine HACCP-Einweisung. Die Herren R. und W. sind die Ansprechpartner und berichten über ihre Werdegänge. Der Prak-tikant bekommt Aufgaben und wird eingebunden. Das Wasser ist frei, das Essen leider nicht. Be-kleidung und Messer müssen die Azubis mitbringen. Der Küchen-chef motiviert zur Ausbildung, macht Möglichkeiten deutlich, weist aber auch auf hohe An-forderungen hin. Die Stimmung ist gut, man pflegt den Teamge-danken – die sieben Azubis sind zufrieden. Am Schluss führt der KC noch ein zehnminütiges Ge-spräch und bekundet sein Inter-esse am Praktikanten. Fazit: ins-gesamt ok. Hotel Suitess Am 1.6. 11.30 Uhr wird Kevin Rakow sofort zu Fr. S. durch-gestellt. Sie bittet freundlich um eine E-Mail mit Lebenslauf und verspricht, sich mit dem KC abzustimmen. Dieser mel-det sich fast eine Woche später, und beide finden einen Termin. Zum Start wird er morgens von Hr. H., einem Azubi Assistent/ Hotelmanagement im dritten Ausbildungsjahr, abgeholt. Er weiß nichts vom Praktikanten, freut sich aber über einen Helfer, denn dieser macht in dem Fünf- Sterne-Haus allein Frühstück und Lunch. Ohne Einweisung und Hinweise soll der Prakti-kant auch einen Tomatensalat und eine Obstplatte zubereiten. Er darf „frei“ wirken. Essen und Trinken sind gratis. Es gibt noch zwei weitere Azubis; die Stimmung ist nicht optimal. Das Praktikum erweist sich bald als ungeplant. Am Tag 1 sind nur der Azubi und ein Servicemitarbeiter Ansprechpartner, am Tag 2 der KC. Eine HACCP-Ein-weisung findet nicht statt. Fazit: Es ist schwierig, so Lust auf den Beruf zu bekommen. Kevin Rakow ist an der internationalen BA in Leipzig im Studienfach Hotel- und Tourismusma-nagement immatrikuliert. Peter Rothenhäusler ist Hotelberater und Qualitätstrainer SQD II. DIE AUTOREN/TESTER Westin Bellevue Dresden Am 29.5. 16.03 Uhr wird Kevin Rakow sofort in die HR weiterge-leitet. Fr. W. nennt die Nummer des KC. Nach dem zweiten Ver-such sagt dieser sofort zu, nennt Datum, Uhrzeit und die Stelle, bei der er sich melden soll. Zum Start wird er der Crew vorgestellt und freundlich aufgenommen, obwohl der KC bei der Begrü-ßung nett zugibt, das Praktikum vergessen zu haben. Dennoch ein guter Start. Fr. Z. und U. nehmen den jungen Mann in ihre Obhut – er fühlt sich optimal betreut, wenn auch keine HACCP-Ein-weisung stattfindet. Essen und Trinken sind frei. Messer und Bekleidung werden hier über-nommen. Bei der Urlaubspla-nung hält man sich an Tarifver-träge. Die Stimmung ist sehr gut. Acht Azubis, auch Jugendliche, zählen zur Mannschaft und sind motiviert. Schade, dass nur Fr. U. während des Aufenthalts die Ge-legenheit nutzt, auch unserem Praktikanten einen Einstieg in Aussicht zu stellen. Doch zum Abschluss führt der Küchenchef ein hervorragendes Zehn-Minu-ten- Gespräch, indem er u. a. die Chancen im Konzern und im Be-ruf erläutert und Tipps für einen F&B-Karriereaufbau gibt – eine optimale Motivation. Er über-reicht seine Karte und hofft auf Rückmeldung. Fazit: insgesamt ein gutes Praktikum mit kleinen Ansätzen zur Optimierung. Pullman Dresden Newa Am 9.6. erhält Kevin Rakow von Fr. W. eine Einladung und soll als Voraussetzung einen Gesund-heitspass und eine „Vereinba-rung zum Einfühlungsverhältnis“ unterzeichnen – das ist neu und gut. Und weil das Pullman im Test so gut abschneidet, versto-ßen wir geringfügig gegen diese Verschwiegenheitserklärung – wir bitten um Nachsicht. An-schließend erfolgt die Terminab-stimmung mit dem KC. Er weist in die Abläufe ein, u. a. je einmal Frühstück und Abendservice und übernimmt die Bekleidung, Schlüssel und die Einweisung vor Ort. Tag 1 ist Fr. B. die Patin, da-nach erfolgt ein Debriefing beim KC. Am Tag 2 sind die Herrn N. und H. Ansprechpartner. Der Praktikant fühlt sich wohl und spürt die professionelle Organi-sation im Umgang mit Berufsin-teressenten. Der KC nimmt sich in mindestens vier Gesprächen viel Zeit zum Motivieren, erzählt u. a. von Kreuzfahrtschiffen und bringt die Augen zum Leuchten. So geht‘s! Hier wird gearbeitet, aber auch gelacht. Die sechs Azu-bis sind glücklich, und bei mode-raten Arbeitszeiten müssen sie nur selten Überstunden machen. Essen und Trinken sind frei, auch die Bekleidung. Die Messer wer-den für die Ausbildung gestellt und am Ende zurückverlangt – so fördert man Verantwortungsbe-wusstsein. Das Pullman ist das einzige Hotel, das einige Tage später freundlich anruft und ver-sucht, den Praktikanten ins Boot zu holen. Fazit: Besser geht nicht! Kompliment an das Management und den Küchenchef. Das Fazit Trotz einiger toller Erfahrungen, war vieles schlichtweg schade. Allein in Dresden haben etwa acht Hotels der Vier- und Fünf- Sterne-Klasse ein zweitägiges Praktikum grundsätzlich ausge-schlossen. Sicher, HR-Abteilun-gen brauchen keine Koch-Azu-bis. Wir bezweifeln auch, dass die Abteilungsleiter immer wissen, was am FO oder im HR abläuft KARRIERE à la carte Per Fernstudium weiterkommen Bachelor Hotel Management (auch als duales Studium) Hotelökonom (FH) Revenue Management Geprüfter Küchenmeister (IHK) Fachwirt im Gastgewerbe (IHK) Hotelbetriebswirt Anerkannte Abschlüsse IST-Studieninstitut | 0211 8 66 68-0 | www.ist.de 9/2015 55


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