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first_class_09_2015

Neue Mitarbeiter gefunden Heinz Winkler hat es ge-rade getan, die Macher des Wiener Magdas Hotel schon länger, und wer weiß, vielleicht auch irgendwann der populäre – unpopuläre Til Schweiger: Sie werden aktiv, sie machen Flüchtlin-ge zu ihren Mitarbeitern, sie sind schwer begeistert, und sie verbreiten die digi-tale Kunde. Aktiv sein statt Bedenkenträger spielen in einem Klima der Chancen ist das Credo – und „ganz nebenbei“ dem Fachkräf-temangel ein Stück weit begegnen. Angesichts der-zeit brennender Flücht-lingsunterkünfte und zum Teil unsicherer Politiker ein beeindruckender Kurs in einer gern mal zurückhal-tenden Branche. Und selbst der Dehoga zeigt bereits – natürlich auch im Dunst der Fachkräftesorgen – öffentlich den Daumen nach oben. Denn überall in der Welt könnten Flüchtlinge in der Hotellerie und Gastro-nomie nach der Ausbildung bei uns als Fachkräfte ar-beiten. Die Politik müsse für die Betriebe allerdings auch eine Planungssicherheit bei entsprechend geltendem Asylrecht gewährleisten. Für Heinz Winkler haben die aktuellen Möglichkei-ten bereits gepasst. Nach-dem er selbst vor ein paar Wochen den Kontakt zu ei-nem Flüchtlingsheim in der Nähe gesucht hatte und den 30-jährigen Hagie aus Sier-ra Leone zum Probearbeiten einlud, machte er Nägel mit Köpfen und stellte ihn als neuen Koch-Azubi in sei-ner Residenz am Chiemsee ein. „Ich bin vor allem von seinem Willen fasziniert“, betonte er gegenüber un-serem gastroinfoportal. de. Zugleich erntete der Sternekoch auf Facebook, wo er seinen neuen Mit-arbeiter vorstellte, 23.000 Klicks innerhalb weniger Tage. Etliche Kollegen grif-fen bereits zum Hörer und informierten sich bei ihm über die Möglichkeiten, ei-nen Flüchtling einzustellen. Ein ähnliches Interesse er-fährt auch das Mag-das Hotel in Wien. Das Hotel, das mal ein Caritas-Pflege-heim war, und jetzt via Crowdfunding ein „Social-Busi-ness- Modell“ im Vintage-Chic lebt, hat schon länger mehrere Flüchtlin-ge aus über 20 Na-tionen angestellt. Die Macher sind immer wieder angetan von den Gastgeberquali-täten der Kollegen, allein schon aufgrund ihrer vielen Sprachkenntnisse. Von den Geschichten, die sie erzäh-len, ganz zu schweigen. Alle Welt redet über CSR, Authentizität, einen Sinn für Mitarbeiter schaffen und natürlich über den Fach-kräftemangel. Und manch-mal liegen die Möglich-keiten so nah. Schön, dass das Thema Flüchtlinge als Mitarbeiter in der Hotellerie echte Fahrt aufnimmt. Sylvie Konzack, Chefredakteurin editorial 9/2015 3


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