Best Western: Standardisiert individuell

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Fotos: Best Western Marcus Smola individualisiert Standardisiert Herr Smola, 2016 schlüpfen die drei Europa- Länderorganisationen mit ca. 260 Hotels in zehn Ländern unter das Dach der Best Western Hotels Central Europe mit Sitz in Eschborn. Sie werden Geschäftsführer, es gibt zwei Regionalbüros in Wien & Bern. Bedeutet das Ziel von mehr Synergien und Marketing-power auch eine stärkere Standardisierung? Nicht unbedingt, denn es geht darum, über die Ländergrenzen hinaus gemeinsam neue Zielmärkte zu erschließen. Das wird für fri-schen Wind sorgen, auch wenn sich für die dt. Häuser bei gleichen Ansprechpartnern nicht viel ändert. Neben Kosteneinsparun-gen, können wir so aber unsere Dienstleis-tungen in den zusätzlichen Ländern verdrei-fachen. In puncto Standardisierung gibt es Bereiche, in denen dies extrem Sinn macht, z. B. bei der globalen Verein-heitlichung der Buchungswege. Aber Individualität ist weiter essenziell: Wie der Hoteli-er als Gastgeber vor Ort agiert, bleibt ihm über-lassen. Das un-terscheidet uns noch immer von al-l e n Marken. Standardisie-rung und Indivi-dualisierung ergän-zen sich also. Sehen Sie sich immer noch als Hotelkooperation? Von der Struktur her ja. Manche nutzen hier das etwas schwerfällige Wort genossenschaftlich, aber das trifft es, weil jemand einen Anteil kauft und die Gemeinschaft nutzt. Lieber ist mir aber die Beschreibung Franchise, auch wenn es kein klassisches Franchise ist, aber es meint eben mehr als die klassischen Kooperationen. Denn wir wollen uns dazwischen positionie-ren: nach außen als Kette mit unserem Bran-ding, Außenauftritt, den Angeboten, nach innen als Kooperation, die partnerschaftlich agiert. Also innen Kooperation, außen Mar-ke. Mit Blick auf unser Wachstum scheint ein echter Bedarf an der Angebotsform zu beste-hen. Gerade die steigende Spezialisierung, das Mehr an Technik und immer komplexere Vertriebsfragen befördern das Modell. Wir als Dienstleister müssen hinterfragen: Wann genau ist die zentrale Steuerung besser? Wo können wir dem Hotel Arbeit abnehmen? Hier sehe ich keine Grenzen und bin über-zeugt, dass viele Hotels noch mehr Vertriebs-hilfe generell von außen nutzen werden. Blickt man auf die neuen individuellen Kettenmarken, Airbnb etc., so ist der Wunsch nach Individualität & Nicht-Hotel ausgeprägt. In einem Best Western Haus merkt der Gast oft nicht, dass ein Privathotelier agiert. Ist es aber nicht genau das, was die Gäste heute wollen? Eine spannende Frage, die zu einem Kon-gress passt, den ich kürzlich erlebt habe: Hier waren Edeka-Händler, die sich als „Edi-kaner“ sahen, aber vor Ort als Hieber oder Müller wahrgenommen werden wollten. Wir haben das teilweise auch: In Würzburg geht man im Rebstock essen und in Hamburg ins Raphael, das ist aber nur ein kleiner Gäs-teteil. Jemand aus New York geht ins Best Western und nicht ins Raphael. Je internatio-naler der Gast, desto wichtiger das Marken-vertrauen. Wenn wir es schaffen, dass Best Western für ein individuelles Kümmern, in-dividuellen Charakter und engagierte Unter-nehmer steht, dann ist es für den Gast nicht entscheidend, ob der Pächter individuell ist oder der Direktor angestellt. In diesem Sin-ne haben wir vielleicht nicht die moderns-ten, sportlichsten oder kulturellsten Häuser – aber sehr gute Drei- bis Vier-Sterne-Plus- Hotels, die als jene Hotels gelten wollen, die sich am meisten und persönlich um die Gäs-te kümmern und Service von Herzen anders bieten. hotelkonzepte


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