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schulverpflegung_historie ANZEIGE Vossko GmbH & Co. KG Tel. (02532) 9602-0 \ Fax (02532) 9602-911 \ service@vossko.de \ www.vossko.de NUR ERHITZEN?  KOMPLETT GEGART TIEFGEKÜHLT Gefl ügel-, Fleisch- und Sojaprodukte, die kulinarisch überzeugen, fast ohne Bratverlust schnell regeneriert sind und „clean label“ bei fast allen Artikeln bieten. Gefl ügelbratwurst in Scheiben High Convenience für Fertiggerichte & Snacks Nahrungsmittel festgesetzt. Zwei Befehle der SMAD, wie für das warme Mittagessen für die Arbeiter und die Gründung des Instituts für Ernährung und Verpflegungswissenschaften in Potsdam-Rehbrücke, sollten das alltägliche Leben in der sowjetischen Besatzungszone und später in der DDR nachhaltig beeinflussen. Zahlreiche Schulessen in der SBZ und später in der DDR wurden hier „erdacht“ und „erprobt“. In der französischen Zone lag die Pausenversorgung mit Milch und Süßigkeiten nach 1951 in den Händen von Hausmeistern, die so ihre persönlichen Finanzen aufbesserten. Schulverpflegung fand nicht mehr statt: Die Mütter kochten zu Hause für ihre Kinder. Einen anderen Weg ging man im damaligen Osten des Landes. Väter und Mütter wurden für den Arbeitsprozess gebraucht und so musste sich der Staat schon frühzeitig um die Jüngsten kümmern. Das Schulessen bestand anfänglich aus einem Frühstück sowie einem warmen Mittagessen. 1950 erließ der Minister für Handel und Versorgung der DDR eine Anordnung zur Durchführung der Schülerspeisung, die 1955 und 1965 ergänzt wurde. 1975 beschloss der Ministerrat der DDR die Verordnung über Schüler- und Kinderspeisung: Damit war die regelmäßige Schulspeisung gesetzlich geregelt. Waren es 1950 rund 10 % und 1960 bereits 21,3 %, so nahmen 1980 mehr als 80 % aller Schüler teil. Gleichzeitig wurde seit dem Jahr 1976 schrittweise eine altersdifferenzierte Schülerspeisung für die Klassen 1 bis 6 bzw. 7 bis 12 eingeführt. So stieg die Anzahl der Essenplätze insgesamt von etwa 779.000 im Jahr 1975 und auf über 804.000 Plätze im Jahr 1980. Über 10 % aller Schüler und Kinder erhielten Mittagessen und Trinkmilch kostenlos, davon wieder 90 % aus kinderreichen Familien. Alle Kinder in den Vorschuleinrichtungen (Kindergärten) und 85 % aller Schüler nahmen bis zur politischen Wende 1989 täglich ein warmes Mittagessen ein. Status quo Und heute? Eine moderne Gesellschaft, die für Lebensmittel keinen Cent zu viel ausgibt und sich über eine notwendige Finanzierung von Schulverpflegung streitet, setzt die falschen Akzente. Rund 2 Mio. Kinder und Jugendliche aller Schulformen nehmen an dieser oder jener Form der Schulverpflegung teil. Tatsache ist aber auch, dass heute in Deutschland allein schon rund 10,8 Mio. Kinder bis 14 Jahre leben, davon 2,8 Mio. Kinder in Armut. Zwischen 2003 und 2009 hatte die Bundesregierung den Ausbau der Ganztagsschulen mit insgesamt 4 Mrd. E gefördert, im Jahr 2014 waren das für das Thema Schulverpflegung an Ganztagsschulen noch 23 ct pro Schüler. Die Qualität blieb mancherorts auf der Strecke. Es gibt immer noch zu wenig Schulen, die ein warmes Mittagessen selbst vor Ort kochen. 60 % der Schulen lassen sich die Mahlzeiten warm anliefern, die dann oft Stunden unter„ Ich denke, bis zum siebten Lebensjahr hat sich manifes-tiert, wie sich ein Kind später zum Genuss verhält.“ Vincent Klink 87


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