Coffeeshop Lobby

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Foto: © Coloures-pic – Fotolia.com; Illustration: Lopez-Ruiz Wir wollen unsere Früh-stücksgäste nicht immer entgegen“, Coffeeshop Lobby nicht mehr an die umliegenden Bä-ckereien verlieren“, sagt ein Hote-lier aus München, der derzeit dar-über entscheidet, ob er einen Star-bucks Coffeeshop ins Haus holt. In vielen Hotels in den USA oder Ka-nada ist das Miteinander von Hotel und Coffeeshop bereits gang und gäbe. Erst allmählich schwappt der Trend auch nach Deutsch-land. Starbucks z. B. betreibt hierzulande 159 Coffeeshops – nur drei davon bisher in Hotels und dabei ausschließ-lich mit Holiday Inn als Fran-chise- Nehmer im Rahmen des neuen markentypischen Open- Lobby-Konzepts. Eines davon ist das Holiday Inn City South in Dresden, das im Mai nach einem Umbau mit 91 Zim-mern eröffnet hat. Die neue Open Lobby wartet hier mit Lounge-Ses-seln, roten Hockern und einem Mix aus klassischen und Hochtischen auf. Die Wände zie-ren Bilderrahmen, auf dem Boden zonieren Teppiche den Raum – und heben die Grenzen zwischen Rezeption, Lobby, Restaurant und Busi-nesscenter auf. „Loungen“, am eigenen Laptop arbeiten oder sich an der Playstation austoben – die Gäste sollen die Spiel-Kaffee- Lounge-Wiese als Aktionster-rain im Hotel verstehen. Holiday Inn ist nicht die einzige Hotelkette, die der-zeit den Coffeeshop-Trend nach Deutschland holt. Kaffeeduft und Gespräche füllen mittlerweile auch die Hotelhalle des Mercure Hotels Hamburg City. Das Haus hat sich dafür entschieden, die Lobby und einen Coffee Fellows-Shop inein-ander übergehen zu lassen. Das Ergebnis ist ein kommunikativer Ort mit zusätzlichem Speisenan-gebot, das der Gästestruktur des Hotels mehr entspricht. „Nur mit dem Hotelrestaurant samt großer Karte und 200 Sitzplätzen kamen wir den Bedürfnissen von Busi-nessreisenden sowie Wochenend-touristen Wie man eine dunkle, gähnend leere Lobby wiederbelebt? Mit einem offenen Gastrokonzept aus der Fußgängerzone – oder einem eigenen Supermarkt. food_konzepte erklärt General Manager Daniel Hain. Alleinreisende sind lieber da, wo es belebt ist, und Ausflüg-ler, die am späten Vormittag an-kommen, möchten sich vor der Citytour stärken, aber keine zwei Stunden im Restaurant sitzen. Seit Ende März ist das Mercure Hotel Hamburg City Franchise-Nehmer von Coffee Fellows. Dafür schuf das Hotel zweieinhalb neue Stel-len. Die Umsetzung erfolgte schließlich 1:1, am Abend ver-kauft das Team auch zusätz-lich Barprodukte. Mit einer bekannten Marke zusam-menzuarbeiten, bringt die „berühmten“ Vorteile: Der Gast weiß, was er bekommt – dadurch wird leichter et-was konsumiert. „Mit dem Angebot können wir Trends zudem besser aufgreifen, denn Coffee Fellows reagiert viel schnel-ler, als wir das als Hotel könnten“, freut sich Daniel Hain. Die ersten Effekte fühlen sich für das Mercure Hotel Hamburg City gut an: Schätzungsweise 20 % sind Walk-in-Gäste. Die angren-zenden Büros haben keine eigenen Betriebsrestaurants, sodass der Coffeeshop Umsatz generiert, der mit dem Restaurant zuvor nicht möglich war. Der zweite Eingang hin zur Straßenseite baut dabei die Hemmschwelle ab, ein Hotel zu betreten. Besonders zwischen 10 und 18 Uhr sei der Umsatz durch die neue Klientel deutlich gestiegen. Morgens holt der Coffee-shop jene ab, die nur ein kleines Frühstück möchten. In Zukunft wird das Hotelres-taurant abends nur noch ein Buffet für Tagungsgäste anbie-ten und dafür im Coffee Fellows wenige, wöchentlich wechselnde Gerichte im Programm haben. Coffeeshop als Hotelier? Szenenwechsel: Seit 2011 bewährt sich im Rilano Hotel München mit 140 Zimmern und zehn Suiten das Coffee Fellows als preisgünstige Ergänzung des F&B-Angebots. Gingen vorher 72 % der Hotel- 79


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