Reportage - Die Vielfalt der Wurst

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Foto: Medienkontor Es war alles andere als ein Aprilscherz, was sich am 1. April 2015 mitten in Dresden zugetragen hat. Die Speisekar-te der Wurstküche liest sich beinahe wie eine Provokation für den veganen Zeitgeist. Darauf finden sich Gerichte wie die Aroniabratwurst vom Grill oder Krautbockwurst aus dem Kessel. Außerdem gibt es Knacker, die man kalt oder frisch gebrüht genießen kann. Nur ein kleiner Auszug aus einem Angebot, bei dem es im wahrsten Sinne des Wortes um die Wurst geht. Der erklärte Wurstliebhaber Andreas Artur Sauer träumte schon immer von seiner eigenen Wurstküche. Als er vor drei Jahren im Nachbar-haus der heutigen Wurstküche den „Watzke Brauereiausschank am Ring“ eröffnete, sagte er zu seinem Innenar-chitekten Stephan Klemm: „Aus dem Laden nebenan machen wir auch noch einen rich-tigen Kracher.“ Im letzten Jahr begannen der Gastronom und der Architekt, die Schwärmerei in die Tat umzusetzen. Streng regionale Küche Rund 200 t Schutt mussten weggeräumt werden, 6.000 Fliesen, 1.000 m Daten- und 3.450 m Elektrokabel verlegt, sieben Stahlkonst-ruktionen montiert werden. Nach drei Monaten Bauzeit war die Wurstküche fertig und der Gas-tronom setzte seine Leidenschaft in die Tat um. Wichtig ist dem 50-Jährigen, dass in dem Lokal reportage nichts aus der Großschlachterei auf den Tisch kommt: „Die Würste kom-men aus regionalen Fleischereien, die ich persönlich kenne und dadurch auch deren Qualität. Unser Wurstsud bekommt von allen ein bisschen was, aber nur die besten Zutaten sind für mich gut genug.“ Vielfalt ist Trumpf in dem Lokal in der Altmarkt-Galerie Dresden. So finden sich auf der Karte neben Würsten aller Art auch Hackepeter-Variationen, Fleisch- und Fischfilets sowie ein Burger à la Wurstküche. Vielfalt beweist aber nicht nur die Speisekarte, sondern auch das stimmige Ambiente. Im Ein-gangsbereich empfängt die Gäste eine Vitrine wie in einer Fleischerei, in den Regalen stehen Einmachgläser mit Gewürzgurken und vielen anderen Köstlichkeiten. So ist denn bis jetzt auch der Spruch aufge-gangen, mit dem Architekt Stephan Klemm am Gründonnerstag die Erste Dresdner Wurst-küche an Andreas Artur Sauer übergeben hat: „Lieber vor der Tür wartende Gäste als auf Gäste wartende Tische.“ Und unglaublich, aber wahr: Sogar vegetarische Zeitgenossen finden auf der Speisekarte gute Gründe für ei-nen Besuch. Wie wäre es z. B. mit einer Ziegen-käserolle unter einer Olivenkruste? chb www.dresdner-wurstkueche.de Die Vielfalt der Wurst In modernen Zeiten, in denen immer öfter der Abgesang auf Fleisch und Wurst angestimmt wird, eröffnete Andreas Artur Sauer ausgerechnet die Erste Dresdner Wurstküche. 45


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