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den deutschen Pavillon mit einem ressourceneffizienten System für Zubereitung, Lagerung und Transport der Speisen. Slow Food in Baracken Spannend sind die Präsentationen des Musterschülers Brasilien, der für sein Programm gegen Armut und Hunger wirbt, das die Zahl der chronisch Unterernährten seit 2002 von 8,2 % auf 1,1 % reduzierte. Daneben gibt es viele interessante Themenareale mit intuitiv-sinnlichen Umsetzungen. Dazu gehört z. B. der duftende Gemüsegarten, der in Frankreichs Kathedrale der kulinarischen Regionen führt. Oder der britische Riesen-Bienenkorb, der sich witzig und informativ der Rettung der Bienen widmet. Der österreichische Bergwald ist wiederum eine perfekte Mischung aus Natur und Hightech und zeigt, wie er stündlich 62,5 kg Sauerstoff zu produzieren vermag. Am überzeugendsten sind die schlichten Slow Food Italia-Baracken mit Gemüsegarten, die der zurückgetretene Expo-Chefplaner Jacques Herzog kreiert hat. Nach der Expo werden daraus sowohl Ställe für lombardisches Rind als auch ein Sommer- Die Expo Mailand findet noch bis 31.10.2015 statt, täglich von 10 bis 23 Uhr (Eintritt: 39 €). Eines der am günstigsten gelegenen Hotels zur Expo ist das Barcelo im Pop-Art-Design (www.barcelo.com, DZ ab 140 €). Vom Flughafen Malpensa fährt alle 20 Min. ein Shuttle-Bus (10 €). www.expo2015.org Hörsaal einer Uni – regional, saisonal, nachhaltig mit großer Artenvielfalt und ohne Chemie in jeder Hinsicht sozusagen. Der Slow Food-Verein zeigt, wie die ganze Expo Sinn machen kann: Indem man die erhofften 20 Mio. Besucher quasi an einem Tisch bei bestem Vino und Formaggi inmitten von blühendem Zucchini-Pflanzen versammelt und für die Ernährungsprobleme sensibilisiert. Noch besser wäre es, wenn es strengere Vorgaben für die Nachbarschaft gegeben hätte, kritisiert Slow Food-Vorstand Roberto Burdes. McDonalds z. B. befindet sich gleich gegenüber. Florian Maaß Der Welt zeigen, was man kann Das Münchner Unternehmen Angerer & Obermayr bewirtschaftet schon zum achten Mal die Gastronomie im deutschen Pavillon auf der Expo. Dass die Expo anders ist als andeUnseren Service können Sie sehen. Ihr Team spürt ihn. Mietberufskleidung von DBL. Wir beschaffen, holen, bringen und pflegen Ihre Berufs kleidung. Individuell, pünktlich und zu verlässig. Testen Sie unser Angebot. Rufen Sie an unter 0800/3103110. DBL – Deutsche Berufskleider-Leasing GmbH Albert-Einstein-Str. 30 | 90513 Zirndorf info@dbl.de | www.dbl.de Das Thema Essen gehört wahrscheinlich in Italien zu den meistbesprochenen Themen. Was liegt näher, als es auch in globaler Dimension zum Thema der Expo 2015 in Mailand zu machen? Unter dem Motto „Feed the World – Energy for Life“ stehen hier noch bis Ende Oktober 2015 mögliche Antworten auf die Frage im Fokus, wie die Welt die bald auf 9 Mrd. wachsende Menschheit gesünder und umweltschonender ernähren kann. 147 Nationen sind auf dem Mailänder Industrieareal vertreten. Doch fernab vom geplanten „planetarischen Botanischen Garten“ wirkt das Pavillonensemble ein wenig wie eine Musterstadt der begehbaren Riesen-Holz-Klötze, aufgereiht nach dem Vorbild eines römischen Heereslagers. Und natürlich gibt es neben Brot – und der Diskussion darüber – auch Spiele: Tagsüber paradieren Disney-Gemüse- Maskottchen, abends gibt es Gemüse am Trapez im Cirque de Soleil. Der deutsche Pavillon „Feld der Ideen“ tritt da im Vergleich eher belehrend auf. Kein anderer Pavillon zeigt so viele lobenswerte Projekte und Ansätze. Themenbotschafter sind etwa der Ex-Fußballprofi Adrion, der mit dem Erlös der eigenen Mineralwassermarke Viva Con Agua Brunnenprojekte in armen Ländern unterstützt. Oder der Apfelbauer Eckart Brandt, der hunderte Sorten vor dem Aussterben bewahrt, während der Verbraucher nur noch vier kennt. Der Koch Michael Schieferstein wiederum kämpft mit seinen Food Fighters gegen die Verschwendung von jährlich etwa 30 Mio. t Lebensmitteln bei uns. Und deutsche Küche mit regionalen, frischen Zutaten in live zeigt der Gastronom Gerhard Obermayr mit seinem Restaurant Symphony. Doch am Ende bleiben die Deutschen auch bescheiden, denn die Chance, international mit der deutschen Kochelite – den 282 Sterneköchen – zu werben, wurde verpasst. Italien stellt im Vergleich seine Spitzenköche in ihrem eigenen Pavillon „Identita Italia“ aufs Podest. Und auch die deutsche Gastro-Zulieferindustrie scheint die Expo ein wenig zu verschlafen. Als einer von nur wenigen ergriff Rieber aus Reutlingen die Marketingchance und versorgt INFO Fotos: © Deutscher Pavillon Expo Milano 2015, B. Handke, Maaß


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