Lachen erlaubt

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Beim Treffen im Juli fehlt der Tisch im „The Table Kevin Fehling“ noch, das Backsteinhaus in der Hafencity ist eine Baustelle. „Alles im Plan“, meint der angehende Patron gelassen. Auf einen Investor im Rücken verzichtet er – keine Kompromisse. In entspannter Atmosphäre und mit unterhaltsamer Transparenz will Kevin Fehling die Hemmschwelle vor der Drei- Sterne-Küche nehmen. „Wir verzichten auf die ganze Gourmettempel- Attitüde“, verspricht er und will gleich noch mit den Klischees um die Sterneküche aufräumen. Etwa, indem der 38-Jährige beweist, dass Kreativität in der Sterneküche auch Wirtschaftlichkeit bedeutet. „Die Sterne liegen auf dem Teller, nicht drum herum“, betont er. Was nicht der Qualität der Speisen oder dem Wohlgefühl des Gastes dient, wird weggelassen. Kein Silberbesteck, keine Tischdecken, keine Schlittenkolonne am Tisch. Die Kellner bedienen frontal auf kurzem Weg. Die Gäste sollen sich entspannen. Vom Gasttisch aus in bequemen Drehstühlen sitzend sehen sie direkt beim Kochen und Anrichten zu – tranchiert und geflämmt wird auf einem zentralen Anrichtetisch. Der große geschlängelte Kirschbaumtisch dient in dem 6 m hohen Raum mit Holz und nacktem Boden zugleich als Raumteiler, durch die geschwungene Tischform können Paare oder Vierergruppen auch unter sich bleiben. Lounge-Bereiche neben oder über der Küche laden zum Drink ein. Neben der Raumplanung machte Kevin Fehling Lachen erlaubt Der Koch, der sich etwas traut: Kevin Fehling startet im August sein erstes eigenes Restaurant in Hamburg – mit Set Menü auf Sterne-Niveau, geschlängeltem Tisch für 20 Gäste und ohne Gourmettempel-Popanz. Fotos: The Table Kevin Fehling 152 Kompendium 2015


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