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Brandheiße Bürokratie zusammen. Die Ingenieure dort planen, wo z. B. Brandschutzwände oder Sprinkleranlagen montiert werden müssen.“ Druck, in Sachen Brandschutz aktiv zu werden, kommt für die Hoteliers auch vonseiten ihrer Gäste. So lassen, laut dem Brand-schutzkonzept des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft, im-mer mehr Unternehmen ihre Mitarbeiter und Geschäftsreisenden nur noch in Hotels und Herbergen unterbringen, in denen der Brandschutz von anerkannten Stellen zer-tifiziert ist. Eine Handlungsweise, die in den USA längst gang und gäbe ist. Dem United Sta-tes Hotel and Motel Fire Safety Act of 1990 zufolge müssen Mitarbeiter des Bundes auf Reisen in Einrichtungen untergebracht werden, bzw. der Bund darf auch nur in solchen Hotels/Kongresszentren tagen, die den Richtlinien folgen. Diesen entspre-chen Hotels, die eine Sprinkleranlage mit Sprinklerköpfen in jedem Hotelzimmer haben. Hotels, die über weniger als drei Etagen verfügen, sind von dieser Regel ausgenommen. Amerikanische Behörden-vertreter, aber auch Mitarbeiter großer US-Konzerne und -Fluggesellschaften über-nachten auch in Deutschland nur in Hotels mit Sprinkleranlagen. Beim Bayerischen Hotel- und Gaststätten-verband Dehoga verfolgt man die Diskus-sion mit Interesse, aber auch einer gewissen Skepsis. „Wir stehen zu Vorschriften, die die Sicherheit hinsichtlich Brandschutz und Statik wirksam erhöhen, kämpfen aber ge-gen völlig überzogene Auflagen, die nichts bringen, außer dass sie den Mittelstand zerstören“, sagt Dehoga Bayern-Präsident Ulrich N. Brandl. Oft gebe es Fälle von un-verhältnismäßigen Auflagen, die eine Kos-tenexplosion verursachen und damit auch zu Schließungen von Betrieben führen kön-nen. Außerdem sollte dem Bestandsschutz ein größerer Stellenwert eingeräumt wer-den. Rufe nach neuen und strengeren Ge-setzen und Bestimmungen sieht er kritisch, weil „Deutschland bereits über einen sehr hohen Sicherheitsstandard verfügt“. Der Dehoga-Landespräsident spricht sich auch für betriebliche Brandschutzbeauftrag-te aus. Regelmäßig geschult, seien sie die Richtigen, um dem Betrieb und den Perso- liers, Brandschutzhelfer auszubilden, die wissen, wie ein Brand richtig bekämpft sowie Gäste und Kollegen in Sicherheit gebracht werden können. Was alles zur Ausbildung von Brandschutzhelfern gehört, steht in der Informationsschrift „Brandschutzhel-fer – Ausbildung und Befähigung“, die die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) im vergangenen Jahr herausgegeben hat. Nachzulesen sind dort Fakten zu Inhalt, Struktur und Dauer der Ausbil-dung in Theorie und Praxis. Für die Theorie sind mindestens zwei Unterrichtseinheiten zu je 45 min. vorgesehen, für die Praxis erachtet die DGUV Übungseinheiten von fünf bis zehn Minuten als ausreichend. Der TÜV Süd Industrie Service hat eigens ein Kompetenzzentrum Brandschutz ein-gerichtet, das im ständigen Austausch mit Betreibern und Baufachleuten sowie mit den zuständigen Ämtern und Behörden steht. Wirksamer Brandschutz basiert dem TÜV Süd zufolge auf einem Säulenmodell mehrerer Brandschutzelemente, die mit-einander gekoppelt sind und im Verbund arbeiten. Vor allem bei Umbauten sehen die TÜV-Experten Bauherren und Pla-ner gefordert. Werden etwa Brandschutz- wände bei einem Umbau entfernt, kann der Betreiber das z. B. durch den Einbau einer geeigneten Löschanlage ausgleichen. Ge-nerell sind Abweichungen von baurecht-lichen Vorschriften durch höher dimensio- nierte Ausrüstungen wie Sprinkleranlagen oder Brandmeldesysteme kompensierbar. Druck von den Gästen Wie komplex der Brandschutz in modernen Hotels geworden ist, betont eine Aussa-ge von Prof. Ruth Berkhold, die mit ihrem Büro „Yes Architecture“ das Harry‘s Home Hotel im Münchner Stadtteil Moosach geplant hat, das im Juli eröffnet: „Ohne Brandschutzexperten kann man so eine Planung längst nicht mehr machen. Wir arbeiten dabei mit einem Münchner Büro Brandschutz online www.bvfa.de, www.bgn.de, www.tuev-sued.de, www.dguv.de INFO nen im Brandfall helfen zu können. chb KABELLOSE ELEKTRONISCHE ZUTRITTSLÖSUNGEN VIELSEITIG KOMFORTABEL ZUVERLÄSSIG • kabellos vernetzte Zutrittssysteme für Außentüren, Gästezimmer, Sport- und Wellnessbereiche, Tagungs- und Technikräume, Tore, Aufzüge, Spinde, Schränke, Parkflächen u. v. m. • Systemplattform mit Türbeschlägen und -zylindern, Wandlesern, Design- lesern, Software u. v. m. • Türöffnung per Smartphone mit SALTO Mobile Key Technologie (BLE) • Produktvarianten für Gästezimmer mit „Bitte-nicht-stören“-Funktion • weltweit an über 2 Millionen Türen im Einsatz, u. a. im Barcelo Hamburg, Scandic und Grand Hyatt in Berlin SALTO Systems GmbH info.de@saltosystems.com www.saltosystems.de AElement Designleser


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