Sicherheit - Brandheiße Bürokratie

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Brandheiße Muster für die jeweils im Detail erforder-lichen Brandschutzmaßnahmen“, im Konzept wird jedoch „dringend empfohlen, eine Zertifizierung als Maßnahme zur Qualitätssicherung und Brandsicherheit anzustreben“. Besonders in Küchen, Saunen und Ver-sammlungsräumen sei das Risiko hoch, Brandursachen seien z. B. Mängel an elek-trischen Betriebsmitteln, Feuerarbeiten, sorgloser Umgang mit Rauchmitteln, aber auch Brandstiftung. Deshalb müssten schon bei Planung und Errichtung oder Umbau Maßnahmen getroffen werden, damit sich die Gäste sicher fühlen kön-nen. Flyer im Hotelzimmer Wie das gehen kann, zeigt ein Flyer, der bei der Stei-genberger Hotel Group in den Gästezimmern auf-liegt. In 20 Punkten sind dort Verhaltensregeln im Fall eines Hotelbrandes aufgelistet, vier von vor-beugender Natur, 16 für den Fall des Brandfalls. In Sachen Vorbeugung wird z. B. empfohlen, den Zim-merschlüssel in Griffnähe zu behalten, Es wird auch auf die Fluchtpläne in den Zimmern und auf den Fluren verwiesen. Zudem sind konkrete Tipps für den Brandfall enthalten. Die „Verhaltensregeln im Falle eines Hotelbrandes“ sind in Deutsch und Eng-lisch auf dem Flyer abge-druckt. Auch via Hotel-TV werden in den Steigenber-ger Hotels die Gäste über Brandschutzmaßnahmen und Verhaltensregeln im Brandfall aufgeklärt. Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gast-gewerbe (BGN) will sich indes nicht nur auf techni-sche Hilfsmittel verlassen. Sie empfiehlt den Hote- Foto: © ra2 studio – Fotolia.com Der Brandschutz in deutschen Ho-tels steckt noch in den Kinderschuhen. Das sagt der BVFA, der Bundesverband Technischer Brand-schutz. Einerseits wird für Beherbergungs-betriebe mit mehr als zwölf Betten der Brandschutz bundeseinheitlich durch die Muster-Beherbergungsstättenverordnung (M-BeVO) geregelt, anderseits gelten in den Bundesländern noch Zusatz- oder Alternativverordnungen. Beispiel Baden- Württemberg: Neben der M-BeVO wirkt dort auch die in der Landesbauordnung festgelegte Rauch-warnmelderpflicht für Schlafräume. Das schafft Ver-wirrung. Der Brandschutz in deutschen Hotels wird immer aufwändiger, ist aber längst noch nicht ausgereizt. Dabei gibt es durchaus immer wie-der Anstrengungen und Initia-tiven, den Brandschutz ein-heitlich und damit effektiver zu gestal-ten. Bestes Beispiel ist das Brandschutzkonzept für Hotel- und Beher-bergungsbetriebe, das der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, das Institut für technische Sicherheit „Schutz Haus“ in Österreich und das Sicherheits-institut aus der Schweiz auf den Weg ge-bracht haben. Die drei Institutionen rufen „gemeinsam dazu auf, den Brandschutz in Hotel- und Beherbergungsbetrieben ergän-zend zu den behördlichen Anforderungen zu aktivieren und zu intensivieren“. Die Unterschiedlichkeit der Betriebe verhindere zwar „ein all-gemein gültiges


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