Page 15

first_class_05_2015

Frage des Dialogs TR: Die Übergangsphase haben wir erfolg-reich abgeschlossen. Die neuen Kriterien haben sich in der Praxis bewährt. Das Feed-back von Prüfern und Hotellerie ist durch-weg positiv und zeigt uns, dass wir am Puls der Zeit liegen und nicht an den Bedürfnis-sen vorbei prüfen. In welcher Weise müssen künftig auch F&B-Leistungen an Bedeutung für Tagungs- und Businesshotels gewinnen? Wie werden die-se in den Prüfkriterien berücksichtigt? TR: In unseren Prüfkriterien ist bereits eine Tagungspauschale enthalten, die vor unliebsamen Überraschungen schützt. Inwiefern dieser Bereich größeren Einfluss gewinnt, bleibt abzuwarten. Wir werden dies auf jeden Fall beobachten. Sollten wir von Buchenden, Hotels und unseren Prü-fern die Info erhalten, dass dahingehend eine Aktualisierung der Prüfkriterien not-wendig ist, werden wir uns selbstverständ-lich nicht selbst dogmatisieren und dieses Thema kritisch prüfen. Mit Ihrem Apartment-Siegel haben Sie auch das reine Thema Wohnen/Logis in den Fokus gerückt. Was kann, aus Ihrer Sicht, die klas-sische Hotellerie vom Wachstumssegment Apartments lernen? TR: Haben Sie keine Angst vor neuen Ge-schäftsfeldern. Die Anbieter, die diesen Markt als Erste für sich erkannt haben, haben aktuell eine Vorreiterrolle inne und bauen diese sukzessive aus. Das erhöht die Markteintrittsbarrieren und erschwert es für etablierte Anbieter, auf diesem Wachs-tumsmarkt Fuß zu fassen. Herr Gerdom, Hotels befürchten es, aber wie ist Ihre Beobachtung direkt im Markt: In-wiefern werden Angebote von Airbnb & Co. für Travelmanager, Unternehmen und Ge-schäftsreisende interessanter? Dirk Gerdom (DG): Airbnb & Co. spielen im Geschäftsreisebereich eine unterge-ordnete Rolle. Nach den uns vorliegenden Zahlen haben in Europa gerade 10 % aller Geschäftsreisenden ein vergleichbares Angebot angenommen. Dennoch sollten Hotels diesen vollwertigen Konkurren-ten keinesfalls unterschätzen, sondern eher wachsam bleiben. Berücksichtigen sollte man Aspekte wie Sicherheit (z. B. Brandschutz) und Prozessoptimierung (z. B. Compliance, Abrechnungsprozede-re) – das bieten Hotels in Perfektion. Auf der anderen Seite steht der Wunsch nach mehr Individualität und Geborgenheit (Cocooning), vielleicht auch nach dem Verlangen, einen realitätsnahen Eindruck von Land und Leuten zu erhalten. In den letzten Monaten sind einige Online- Mittler im Bereich Tagung auf den Markt gekommen, die die Transparenz auf dem Tagungsmarkt erhöhen werden und für ein kurzfristiges Geschäft sorgen könnten. Wie ist Ihre Beobachtung: Inwiefern könn-ten diese neuen Optionen das Buchungs-verhalten der Travel- und Eventmanager verändern? DG: Ob diese Anbieter die Transparenz erhöhen, bleibt abzuwarten. Schließ-lich muss die Zielgruppe erst einmal von diesen Anbietern erfahren. Und das ist kein Sprint, sondern eher mit einem Ma-rathon zu vergleichen. In einem halben Jahr wissen wir sicherlich mehr. Prin-zipiell gilt aber der Grundsatz: „Kon-kurrenz belebt das Geschäft“. Sollte es für dieses Angebot keine Nachfra-ge geben, reguliert es der Markt selbst. Ich kann mir nicht vorstellen, dass alle Anbieter auf diesem Segment überle-ben werden. Das geht nur mit langem Atem und gesunden Kapitalrücklagen. Vielen Dank für das Gespräch. syk Dirk Gerdom Fotos: © cienpiesnf – Fotolia.com, privat QUA L I T Ä T I S T UNSERE S TÄRKE H e i m b s . M a n u f a k t u r s e i t 1 8 8 0 . G e n u s s ku l t u r i n V o l l e n d u n g : e r l e s e n e K a f f e e s p e z i a l i t ä ten und T ees sow i e f e i n e T rinkschokoladen. Wir ber ate n S i e g e r n e . T e l e fon 05313800 2122 . www.heimbs.com


first_class_05_2015
To see the actual publication please follow the link above