Eine Frage des Dialogs

first_class_05_2015

Fotos: © cienpiesnf – Fotolia.com, privat tagen 6 Bereiche, die man für die Ertragssteigerung bei Konferenzen und Veranstaltungen in Hotels jeder Größe optimieren sollte: Sammeln Sie Daten: … zu Meetings und Events systematisch und zusammenhängend. Berücksichtigen Sie dabei wichtige Faktoren wie Segmentierung und Business-Typ. Analysieren Sie Ihre Daten: … und planen Sie dafür genug Zeit, Aufwand und Ressourcen ein für positive und messbare Entscheidungen. Erstellen Sie Forecasts: … der Nachfrage für den Veranstaltungsbereich unter Einbeziehung von Conversion und Space Wash. Verwalten Sie Ihre Veranstaltungsfläche: … und verwenden Sie Revenue-Management- Methoden unter Berücksichtigung der Länge der Veranstaltung, Pace, Pickup und Profitabili-tät. Überlegen Sie, welche Flächen Sie tatsäch-lich haben und wie sie verwendet werden. Preisgestaltung: Führen Sie Ihre Forecasts und Ergebnisse der VA-Raumverwaltung mit Hilfe von dynamischem Pricing zusammen. Verwalten Sie wirklich effektiv Zeiten mit unterschiedlicher Nachfrage? Reporting: Überprüfen Sie Ihre Key Perfor-mance Indicators (KPIs), um sicherzustellen, dass sie für Veranstaltungen und Events geeig-net sind. Folgende Kennzahlen sollten im Blick sein: Nutzung von Veranstaltungsflächen (Occupancy/Function Space Utilization) = Belegung; ProPAST (Profit per Available Space and Time) = Gewinn pro verfügbarem Raum und Zeit; ProPOST (Profit per Occupied Space and Time) = Gewinn pro belegtem Raum und Zeit (Quelle: IDeaS) INFO für die Kollegen in den Veranstaltungsabtei-lungen der gelisteten Hotels als noch gewöh-nungsbedürftig. Ob die Kooperation tatsäch-lich eine Entlastung für Hotels ist, mochte er nicht bestätigen: „Dazu ist das Tool noch nicht lang genug online.“ Dass bald aber noch mehr Online-Buchungs-portale im Tagungsmarkt die Sofortbuchung einführen werden, gilt für die Hotelmarketing- Experin Gabriele Schulze als ausge-macht: „Mit Okanda und Expedia kommt die Echtzeit-Onlinebuchung, und das werden die Kunden zumindest für bestimmte Ver-anstaltungsarten gut finden. Auch die ande-ren, wie HRS mit Meetago, werden sich vom Anfrage- zum Online-Buchungsportal ent-wickeln.“ Hoteliers sollten sich der Chancen und Risiken der MICE-Buchungsportale be-wusst sein, und wie beim Zimmerverkauf auf die Echtzeitbuchung auf der eigenen Website setzen (s. Interview). Zur Erinnerung: Unternehmen buchen ihre Tagung noch immer am liebsten direkt beim Hotel. Diese Chance sollte man nutzen. Nathalie Kopsa 1 2 3 4 5 6 Eine Frage Herr Runte, die Tagungshotellerie in Deutschland gilt vor allem hinsichtlich des Preis-Leistungs-Verhältnisses und der Qualität als führend. Welche Schritte müs-sen jetzt aber viele Hotels gehen, um nicht den Anschluss zu verlieren? Inwiefern geht es heute neben der reinen Hardware um das Erlebnis Tagung? Till Runte (TR): Der eingeschlagene Weg in Richtung Qualität ist grundlegend rich-tig. Schließlich fragen wir genau eben diese mit unseren Kriterien ab. Aber diesen Weg gilt es im Detail noch bes-ser auszubauen. Wir verfolgen den Trend, dass der Bu-chende bereits vor dem eigentlichen Aufenthalt mit auf die Reise genom-men werden kann Storytelling-Superstars, Dialog und Apartment-Affinität als neue Tagungsnotwendigkeiten? Wir sprachen mit Till Runte, Geschäftsführer von Certified, und VDR-Präsident Dirk Gerdom. und muss. Dadurch wird das Thema Ta-gung als Erlebnis erst greifbar. Aber es gibt einen Unterschied, ob man Geschich-ten erzählt oder Geschichte schreibt. Ho-tels haben heute die historische Chance, sich mittels Content Marketing als Sto-rytelling- Superstar zu positionieren und von den Mitbewerbern abzugrenzen. Inwiefern haben das viele der von Cer-tified zertifizierten Hotelbetriebe bereits verstanden? TR: Das lässt sich nur schwer sagen. Seit ca. sieben Monaten beobachten wir die Online-Aktivitäten ziemlich genau. Eini-ge machen es gut, einige wenige richtig gut. Die Masse macht leider gar nichts. Und diejenigen, die etwas unternehmen, lassen nicht immer erkennen, ob aus Zu-fall oder mit Konzept und Struktur. Hier gibt es auf jeden Fall Nachholbedarf. Die Hotels wirken oftmals mut- und einfalls-los und vertrauen lieber ihren Einträgen in den Buchungsportalen oder bezahlten Adwords- Kampagnen. Würde man nur einen Teil des Budgets dafür verwenden, sein eigenes Profil zu schärfen, ließen sich mehr Buchungen über die eigene Home-page realisieren. Viele Tagungs- und Businesshotels tragen den gestiegenen Anforderungen bereits Rechnung, beklagen aber die mangelnde Bereitschaft von Travelmanagern und Un-ternehmen, auch die allgemein gestiegenen Kosten mitzutragen. In-wiefern haben Sie Ver-ständnis dafür? TR: Hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Es ist ein schwieriges Umfeld. Die Event- und Travelmanager erhal-ten immer striktere Kostenvorgaben. Die Hotels müssen mehr Leistung bieten und sehen sich einem gestiegenen Kostendruck ausgesetzt. Es kann aber nicht immer um Kosteneinsparung gehen. Mir als Buchen-der muss doch klar sein, dass ich mich über kurz oder lang mit Forderungen um immer niedrigere Raten selbst in das Aus schieße. Generell ist ein Dialog zwischen Hotels, Travel- und Eventmanagern auf Augenhöhe notwendig. Sie haben Ende 2014 die Prüfkriterien für das Certified Business- und das Certified Conference-Siegel überarbeitet und neu lanciert. Vor allem Themen wie das Bett, Bezahllösungen, WLAN, Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit haben an Bedeutung gewon-nen. Wie sind die aktuellen Erfahrungen der prüfenden Travelmanager und geprüften Hotels? Inwiefern ist die Übergangsphase abgeschlossen? Till Runte 14 5/2015


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