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so stark auf die üblichen Edelprodukte wie Rump- oder Filetsteak ausgerichtet ist“. Folge: In das urige Schwarzwaldhaus kommen immer mehr Gäste mit ausgepräg-tem Umweltbewusstsein, das Publikum im Restaurantbereich mit 80 Sitzplätzen so-wie einem Frühstücksraum mit 26 Plätzen wird immer bio-affiner. Fische züchtet Tho-mas Reutlinger selber in einem Weiher am Dorfrand – „meine eigenen Bio-Fische“. Gurken, Tomaten oder Erdbeeren sind im Winter nicht auf der Speisekarte zu finden. „Diese Produkte gibt es nur, wenn sie die heimische Natur hervorbringt“, betont Tho-mas Reutlinger. Bio ist aber nicht nur in der Bio ohne Wenn und Aber Küche Trumpf. Als in dem Landgasthof mit acht Doppelzimmern, einem Einzelzimmer und einer Suite Renovierungen anstan-den, fanden dabei baubiologische Aspekte Berücksichtigung. „In den Gästezimmern haben wir Naturholzböden verlegt, und für die Anstriche verwenden wir nur noch Umweltfarbe oder Farbe auf Kalk- bzw. Kaseinbasis“, erklärt der Hotelier. chb zen müssen“, erklärt Thomas Reutlinger weiter. Die Zertifizierung des Gasthofs Adler nach EG-Ökoverordnung und Bioland sowie der Beitritt zu den Bio Hotels seien dann logische Konsequenzen gewesen. Die größte Herausforderung war es zunächst, regionale Quellen zu finden, die die gewünschten Produkte zuverlässig in entsprechender Qualität und zu bezahlbaren Preisen liefern. Zweite große Herausforde-rung war es, den Gästen verständlich zu ma-chen, warum alles etwas teuerer geworden ist. „Dies führte in den ersten beiden Jahren zu Umsatzeinbußen von etwa 20 %“, erin-nert sich Thomas Reutlinger. „Während die-ser Zeit hat sich auch unsere Klientel verän-dert, und es bedurfte einfach einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein, um dieses Kon-zept ohne Wenn und Aber durchzuziehen.“ Die mageren Jahre sind mittlerweile vor-bei. „Es geht stetig aufwärts, und seit zwei Jahren können wir sogar den Warenein-satz senken“, berichtet der Hotelbetreiber. Möglich gemacht habe dies „eine kreati-ve Speisekartengestaltung, die nicht mehr Der Gast-hof Adler in Tennenbronn ist ein Schwarzwald-haus, wie es im Buche steht. Walmdach und Holzbauart im ersten Stock betonen die rustikale Note, das Drei-Sterne-Haus atmet an allen Ecken und Enden Geschichte und Tradition – kein Wunder bei einem Gäste-haus, das bereits in sechster Generation als Familienbetrieb geführt wird. Seit zwei Jahren ist der Gasthof Adler Mitglied in der Hotelkooperation Bio Hotels. Thomas Reutlinger als Küchenchef und seine Frau Christine als Leiterin von Service und Zimmer-bereich betreiben diesen aber schon seit acht Jahren nach ökologischen Gesichtspunkten. Thomas Reutlinger: „In der Küche verwen-den wir seitdem ausschließlich Bioprodukte, vorzugsweise Bioland oder Demeter.“ Ein-zige Ausnahmen sind Reh aus heimischem Wildfang und Pilze aus heimischer Samm-lung sowie einzelne Gemüsesorten im Winter, die dann aus dem Elsass oder Italien kommen. „Zur Entscheidung für Bio kam es wegen unserer Lebensweise und der Erkenntnis, dass wir die Ressourcen unserer Natur schüt- Bio ist im Gasthof Adler kein Thema, sondern selbstverständlich. Und doch ist es kein Selbstläufer. Fotos: Gasthof Adler Die Ludwig Gruber Brunnwald 400 400,• A- A-6465 6465 Nassereith Nassereith Tel.Tel.: + +43 43-(5265 0)664-5099 4448728 www.biohotels.info Gasthof Adler 78144 Tennenbronn www.adler-tennenbronn.de 30 4/2015


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