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Y?! wh karriere Echte Branchenherausforderung Geht es um die Generation Y, also die zwischen 1980 und 2000 Geborenen, dann sind sich alle einig: Sie ist anders als die an-deren. Sie träumt nicht vom Auto, sondern teilt dies wie den Job. Pilgerten die Blumenkinder von einst nach Woodstock und Goa, erkennen die „Millennials“ oder „Digital Natives“ langsam, dass das Leben keine Blumenwiese ist. Trotz ihrer hohen Ansprüche an sich und ihr Umfeld sind sie irgendwie un-glücklich. Eine Diskussion, die wir auf dem SpaCamp 2014 führten, machte mir rasch klar: Die Generation Y als klar definierte Zielgruppe gibt es nicht. In den Medien präsent sind vor allem jene, die 24/7 stän-dig online sind. Daneben gibt es aber auch Wird die neue Generation die Branche kurz- und langfristig verändern? Ein Essay aus Sicht der längjährigen Branchenberaterin Hildegard Dorn-Petersen. eine steigende Zahl junger Menschen, die sich wieder auf Werte und wirkliche Bedürfnisse besinnen. Sie gönnen sich ganz bewusst Offline- Auszeiten – im Urlaub, bei einem Essen mit Freunden oder manchmal auch ein ganzes Wochenende. Als Hotelier betrifft Sie die Herausforderung der Generation Y gleich doppelt: als Arbeitgeber und als Unternehmer. Und Dehoga-Hauptge-schäftsführerin Ingrid Hartges formuliert es so: „Im Wettbewerb mit anderen Branchen und Betrieben um die besten Köpfe wird nur jener erfolgreich sein, der nachhaltig in seine Arbeitgeberattraktivität inves-tiert.“ Vor allem bedürfe es der Wertschätzung der Mitarbeiter, ganz gleich ob Fachkraft oder Küchenhilfe. Die Generation Y orientiert sich stark am „Arbeitgebermarkenver-sprechen“, wie es für viele Hotelgruppen heute selbstverständlich ist. Doch auch die Individualhotellerie hat stark aufgeholt. „2006 hatten mich bei meinem ersten Vortrag über das Thema Employer Branding noch alle wie ein Pferd angeschaut“, erin-nert sich Coach Klaus Häck. Die Zukunfts-fähigkeit Ihres Unternehmens hängt von Ihren Kunden ab. Und hier gilt heute: Wie erreichen unsere Kunden uns, statt wie er-reichen wir unsere Kunden? Junge Gäste informieren sich vorab im Netz: Es sind mehr als zehn Touch-Points online, bevor eine Reiseentscheidung ge-troffen wird. Die Gen Y will Informationen und Antworten hier und jetzt erhalten. Es zählt nicht mehr die Macht des Wissens, sondern die Kunst des Wissenstransfers. Und der findet vor allem online statt und muss strategisch geplant sein – mit Ihrer Website als „Schaufenster“. Nutzen Sie die Affinität der Zielgruppe zur Kommunikation – es gibt keinen besseren Werbeträger als zufriedene Gäste. Vorsicht aber bei Ihrer Vermarktung: Halten Sie, was Sie versprechen. Es wird alles be-wertet, es kommt alles heraus. Die Erwartungen müssen erfüllt wer-den, sonst werden Sie abgestraft – und erfahren es als letzter. Wo also liegt die Chance für die Hotellerie? Besinnen Sie sich auf Ihre Kernkompetenz als Gastgeber! Fragen Sie sich bei allem, was Sie tun: Was ist dem Gast besonders wichtig? Fragen Sie vor allem ihre jünge-ren Gäste und hören Sie ihnen aufmerksam zu. Das werden letztlich alle Altersklassen zu schätzen wissen. Partnerschaften zu dieser Gene-ration aufbauen, gemeinsame Wege finden, den Vernetzungsgedan-ken pflegen und Lebensfreude vermitteln sind weitere Ansätze. Für mich stellt sich die Frage: Wird die neue Generation die Branche kurz- und langfristig verändern – sowohl als Arbeitgeber als auch als Dienstleister? Geht es um die Mitarbeiter, können Sie das Rad nicht mehr zurückdrehen. Hierarchien „top-down“ sind aus und vorbei. Geht es um die Gäste, sieht es anders aus: Generationenwechsel gab es schon immer. Einige Luxushotels im deutschsprachigen Raum haben es bereits heute geschafft, richtig locker, trendy und ohne Dresscode daherzukommen. Das kommt an, und daran kann sich die ganze Branche orientieren. Deshalb: Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird. Hildegard Dorn-Petersen Hotelmanagement Akademie berufsbegleitend und nur in koblenz! Studiengänge Start 15.05.2015 Hotelbetriebswirt (IHK) F&B Betriebswirt (IHK) Junior-Hotelmanager (IHK) Assistant-Hotelmanager (IHK) hma-koblenz.de§t. 0261 30489-31 74 3/2015


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