Einrichtung & Energie - Auf dem Holzweg

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Auf dem Holzweg Foto: Hotel Steinberg Eigentlich blieb uns bei dem Ortsnamen Wil-dewiese keine Wahl, als uns auf unseren in der Natur liegenden Standort zu konzentrieren“, begründet Marion Steinberg, Inhaberin des Landgasthof Wildewiese im sauerländischen Sundern, ein wenig augenzwinkernd die Ausrichtung auf das Konzept Natur-Hotel Wildewiese. „Aber genau das entspricht dem Zeit-geist.“ Seit zwölf Jahren kon-zentriert sie den bereits 1954 eröffneten Landgasthof konse-quent auf die Themen regiona-le Identität, Natur und Landschaft. Seit dem letzten Jahr steht dafür in besonderer Weise auch ein neuer Erweiterungsbau in Holz-rahmenbauweise, der sich zum Magneten für neue Gäste entwickelt hat. Das Gebäude Wohn- und DenkArt umfasst 15 Zimmer so-wie einen Wellness- und einen Tagungsbe-reich. Für den Planer Andreas Zimmermann bestand die Herausforderung vor allem darin, den mineralischen Altbe-stand mit einer historischen, regionaltypischen Fassade an den neuen Holzrahmenbau anzubinden. Den modernen Charakter eines Naturhotels aus dem Rohstoff Holz galt es, prägnant und unaufge-regt in das bestehende En-semble einzufügen. Als Ver-bindungsbrücke zwischen Alt und Neu entstand dabei anstelle einer alten Scheune ein Mischgebäude mit einer Saunalandschaft im mineralischen Erdgeschoss sowie mit Tagungsräumen und ei-ner Ferienwohnung in Holzrahmenbauwei-se im Obergeschoss. Zudem erhielt die alte Ski-Werkstatt im Zuge der Renovierung eine Leistenschalung aus Lärchenholz, die sie sti-listisch an die hölzernen Neubauten heran-führt. Diese beiden Gebäude bilden mit ihren relativ flachen Satteldächern eine gestalte-rische Brücke vom alten Landgasthof zum neuen, hölzernen Gästehaus mit einem Pult-dach. Als Dämmung kam das ökologische System Isowood des Generalunternehmers Holz & Raum zum Einsatz. Bestehend aus unbehandelten Holz-Hobelspänen, Zement und Wasser mit einem relativ hohen Eigen-gewicht, speichert es zugleich Wärme, ist baubiologisch verträglich und gewährt einen hohen Schallschutz. Die bis zu 40 cm mäch-tigen Geschossdecken verfügen über eine 22 cm dicke Dämmung, die Innenwände warten mit einem doppelschaligen Aufbau mit zwei 10-cm-Isowood-Ebenen auf, die durch eine stehende Luftschicht voneinander getrennt sind. Die einzelnen Zimmer sind da-durch schalltechnisch stringent voneinander separiert, was die Gäste immer wieder lo-ben. Die Außenhülle bildet eine horizontale Rhombusschalung aus witterungsresisten-tem Lärchenholz. Kurzes Bauen Die Ausführung des neuen Hotels am altbewährten Standort in Holzrahmenbauweise ist mehrfach bedingt. Mit der sogenannten „Alm“ existierte bereits ein Holzbau mit ho- Auch ein alteingesessener Landgasthof kann sich neu erfinden – mit einem „Energieanbau“ in ökologischer Holzrahmenbauweise. Das zeigt der Landgasthof Steinberg in Sundern. 56 3/2015


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