Karriere - Gehaltsstudie: Familie zahlt

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Foto: FotoHiero_pixelio.de karriere Familie zahlt Bisher ist, laut der Personal- und Nach-folgeberaterin Gabriela Jaecker, sehr wenig über das Profil und die Unter-nehmenslenker von Familienunternehmen bekannt, obwohl sie in einigen Wirtschafts-zweigen als Branchen-Primus gelten. Der oft von Verschwiegenheit und Zurückhaltung geprägte Führungsstil vieler Inhaberfamilien zielt auf eine nachhaltige Strategie, besonne-nes Wirtschaften und eine konstante Unter-nehmensentwicklung ab. Diese gelebte Zu-rückhaltung führt aber dazu, dass die Inha-berfamilien nur schwer einschätzen können, wo ihre Unternehmen im Vergleich zu an-deren Marktteilnehmern einzuordnen sind. „Wenn bei Familienunternehmen personelle Veränderungen auf Geschäftsführer-Ebene anstehen, ist gerade die ,richtige‘ Vergü-tungshöhe oft ein schwieriges The-ma, da Vergleichswerte fehlen“, erklärt Gabriela Jaecker. In der Konsequenz haben die Fami-lienunternehmen Wettbewerbsnach-teile bei der Ge-winnung neuer Füh-rungskräfte im Vergleich zu Publikumsun-ternehmen, deren Vergütungsmodelle meist transparent sind. „Der Gehaltsindex Famili-enunternehmen 2014 erhebt zum ersten Mal Daten über Höhe und Vergütungsmodell so-wie Vertragsvarianten von Vorständen und Geschäftsführern in Familienunternehmen“, erläutert Co-Autor Dr. Detlef Keese vom Institut für Mittel-standsforschung (ifm) der Univer-sität Mannheim. 310 Geschäfts-führer Erstmals wurde eine Studie über die Gehaltsstrukturen von Geschäftsführern in Familienunternehmen veröffentlicht. von Familienunternehmen nahmen an der Studie teil. Die Ergebnisse sind zum Teil überraschend: 86 % der Arbeitsver-träge werden unbefristet aufgesetzt – ein Zeichen für Vertrauen, Nachhaltigkeit und unternehmerische Stabilität. Die Vertragsart und Vergütungshöhe hängt dabei mit der Unternehmensgröße, der Mitarbeiteranzahl, Umsatzhöhe und der Exportquote zusam-men. Ein Jahressalär von über 200.000 € beziehen 54 % der Befragten. In der Regel erhalten Geschäftsführer ein Fixgehalt zwi-schen 121.000 und 150.000 €, der variab-le Anteil bewegt sich im Mittel zwischen 50.000 und 75.000 €. Unbefristet angestell-te Geschäftsführer verdienen im Vergleich weniger als jene mit befristeten Verträgen. Dies wird jedoch durch die Langfristigkeit und Sicherheit des unbefristeten Beschäfti-gungsverhältnisses kompensiert. „Trotzdem sind fast 65 % der Fremdgeschäftsführer unbefristet beschäftigt“, erklärt Gabriele Jaecker. „Insgesamt sind 62 % der befrag-ten Geschäftsführer Angehörige der Inhaberfamilie, d. h. 38 % der befragten Top- Manager kommen von außen.“ Alter und Erfahrung korrelieren Lange Betriebszugehörigkeiten und ent-sprechende Erfahrung führt zu höherer Entlohnung und Wertschätzung. So sind 90 % der Ge-schäftsführer über zehn Jahre im Familienunternehmen und jeder Vierte über 30 Jahre. Externe erhalten im Vergleich zu den „Eigengewächsen“ wegen der oft fehlenden Firmenanteile ein höheres Fixgehalt. Ein abgeschlossenes Studium ist keine zwingende Voraussetzung, um als Ge-schäftsführer im Familienunternehmen Er-folg zu haben (17 % der Befragten hatten kein abgeschlosse-nes Studium). Füh-rungsstärke, Loyalität und Integrität sowie das Vertrauen, ein Unternehmen profitabel führen zu können, werden höher gewertet. „Ein dauerhafter Unternehmenserfolg ist für die Gesellschaf-ter und familieninternen Geschäftsführer wichtiger als ein rascher Aufstieg an die Un-ternehmensspitze“, fasst Gabriela Jaecker zusammen. www.gabrielajaecker.de 1-2/2015 43


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