Datenkomfort hat seinen Preis

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Datenkomfort hat WiFi Fotos: © olly - Fotolia.com, privat Herr Gülicher (F.u.), WiFi ist zum Gratis-Muss- Angebot im Außer-Haus-Markt avanciert. Doch mit Verweisen auf fehlende technische Optionen und hohe Investitionen neigen noch immer einige Betriebe zum Schmalspurhan-deln. Zurecht? Das Thema WiFi ist in der Hotellerie ge-setzt und jeder weiß, dass er es haben muss. Allerdings geht es bei vielen immer noch ein-zig um Fragen der Anlagenanschaffung und -finanzierung und inwiefern WLAN kosten-frei oder -pflichtig angeboten wird. Der Marktdruck ist bei den deut-schen Hoteliers extrem groß, WiFi kostenfrei anzubieten. So interessieren sich nur we-nige auch für die Technolo-gie und kostenfrei anbieten – diese Debatten sind überholt, sagt Tim Gülicher von The Cloud Networks Germany, und plädiert für mehr Mut dahinter und setzen z. B. Funktionen wie den Mobile-Check-In dann auch wirklich ein. Aber das ist auch oft eine Frage der Kommunikation und Erwartungen. Ja, und zwar auch getrieben von den Buchungsportalen – z. B. mit Ran-kings, zu WLAN-Gebühren und eine neue Datenethik. bei denen Hotels mit kosten-freiem WiFi die ersten zehn Plätze belegen. Diese sagen aber oft nichts darüber aus, ob sich der kostenfreie WLAN-Zugang nur auf die Lobby bezieht oder das ganze Hotel. Und so kommt es, dass viele Business-reisende am Abend noch arbeiten, Online-Video- Portale nutzen oder Youtube anschauen wollen, aber die Infrastruktur dies nicht her-gibt – erst recht wenn das Hotel vollbelegt ist. Sie werden dann das Hotel wahrscheinlich nicht mehr buchen bzw. sich online be-schweren. Wie wäre der richtige Weg beim Breitband-aufbau? Zuerst müssen Hotels die Bandbreiten hoch-verfügbar machen und eine vernünftige Netzwerk-Infra-struktur bereitstellen, die für einen großen Datenstrom gewappnet ist – unabhängig vom Preis und Businessmodell. 100 MBit klingen erst einmal viel, sind aber endlich. Wer bei 100 Zimmern 30 bis 50 % Gäste hat, die das Internet nutzen, mag das gehen. Bei einem Take-up von 30 bis 40 % und Hotelgästen, die jeweils zwei oder mehr Geräte nutzen, ist aber die Leitung voll. Und sie ist voll, weil sie kostenfrei ist. Würde für den Gast ein Preis dahinterstehen, würde er auch überlegen, ob er sein privates Tab-let nutzt. Wir können keine Generalantwort auf die einzig richtige Strategie geben, diese muss individuell für jedes Hotel und jede Ge-sellschaft gefunden werden. Aber Ihre Empfehlung ist, dass Hotels WiFi kostenpflichtig anbieten soll-ten? Wenn ich Ho-telier wäre, dann würde ich unter Um-ständen einen kostenfrei limitierten Zugang neben einem kos-tenpflichtigen, installieren wertigen Zugang anbieten. Ist dieser Ansatz auch in der Gastronomie um-setzbar? Hier geht es eher um andere Daten-mengen und das Problem der Abrechnung. In der Gastronomie haben Sie nicht das Pro-blem, dass große Datenmengen benötigt wer-den. So muss ein Café auch nicht 100 Mbit haben. Vielmehr befürchten etliche, dass die Gäste bei einem Getränk stundenlang surfen. Zudem haben viele Einzelgastronomen güns-tige DSL-Leitungen und WLAN-Router mit einfacher Verschlüsselung gekauft. Das hat lange funktioniert, doch es sind bereits etliche Abmahnungen eingegangen, weil sich Gäste z. B. Musikdateien downloaden. Und was ist die Alternative dazu? Ein professioneller Anbieter, über den die Erhebung der gesetzlich vorgeschriebenen Daten erfolgt und der den Gastronomen aus der Haftungsverantwortung nimmt. Wir wis-sen zwar nicht immer zu 100 %, wer was her-unterlädt, aber wir speichern die Daten – und das macht der Router aus dem Elektro-Fach-markt meist nicht. Diese Daten halten wir für behördliche Anfragen vor, das Telekommuni-kationsgesetz gibt uns dabei klar vor, welche Datensätze verkehrs- und verbindungstech-nisch gespeichert werden müssen. Wie intensiv nutzt die Gastronomie bisher die WLAN-Angebote? Abgesehen von den gut ausgestatteten Sys-temern, hängt gerade die Einzelgastronomie noch in vielen Gebieten hinterher, wobei es 34 1-2/2015


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