Page 43

24_Stunden_Gastlichkeit_01_2015

Crowdfunding gegenüber steht das sogenannte Crowdinves-ting. Hier werden die Investoren zu Anteilsinhabern des Startups und profitieren von Gewin-nen. Als prominentes Beispiel in Deutschland gilt das Projekt „Weissenhaus“, für dessen Re-alisierung via Crowdinvesting 5,2 Mio € zusammen kamen. Deutschland holt auf Nicht nur in den USA, auch in Deutschland hat sich Crowdfun-ding in verschiedenen, haupt-sächlich kreativen Bereichen bereits erfolgreich gezeigt. Laut „Crowdfunding Monitor 2014“ können sowohl Crowdfunding als auch Crowdinvesting in Deutschland deutliche Wachs-tumsraten verzeichnen. In Sum-me kamen in den ersten drei Quartalen 2014 auf diesem Weg über 18 Mio. € zusammen. Die 767 erfolgreichen Projekte konn-ten im Durchschnitt 117 Unter-stützer gewinnen. Auffallend ist im Jahresverlauf 2014 auch die zunehmende Projektgröße. Die unterstützten Projekte sind dabei vielfältig. „Es gibt nichts, was es nicht gibt“, weiß René S. Klein. „Der Gedanke, ein interessantes, kreatives Projekt und damit den Entrepreneur, der eine Chance verdient hat, zu unterstützen, ist zwar in den USA noch etwas ausgeprägter, ist aber auch in Deutschland mittlerweile stark im Kommen.“ Doch trotz eines spürbaren Marktwachstums mussten einige deutsche Platt-formen wie mysherpas, pling, Inkubato bereits wieder den Ge-schäftsbetrieb einstellen. Ledig-lich Startnext und VisionBakery sind nach einer positiven Ent-wicklung weiterhin tätig. Mitgestalten Auch das 2013 in Zürich ge-gründete Restaurant „Wirt-schaft im Franz“ sollte ganz ohne die Kredite von Banken oder finanzieller Unterstützung einer Brauerei entstehen. Das Geld sollte allein durch Crowd-funding zusammenkommen: insgesamt 170.000 Franken (ca. 140.000 €). Mit Erfolg. Die „Wirtschaft im Franz“ ist mitt-lerweile erfolgreich und gilt als das erste Crowdfunding- Restaurant der Schweiz. In der Startphase verschickten die Ma-cher rund um Geschäftsführerin Christin Temperli-Baumann ihr Konzept an Bekannte, Freun-de und Familie. Laut Co-Ge-schäftsführer Sebastian Funck sei das Team anfangs kritisch gewesen. „Aber wir merkten schnell, dass sie wunderbar zu unserem Konzept passt.“ Denn im „Franz“ soll eine Gemein-schaft entstehen. Wer investiert, wird zu speziellen Anlässen ein-geladen, darf Weine degustie-ren, die Karte mitgestalten und soll nicht zuletzt auch finanziell etwas davon haben. 4 % Zins wollen die Macher jenen jähr-lich entrichten, die das Projekt mit mindestens 1.000 Franken (830 €) unterstützt haben. Social Business Dass sich Crowdfunding auch für die Finanzierung von außer-gewöhnlichen Hotel-Konzepten eignet, zeigt ein Beispiel aus Österreich. Das Caritas-Projekt „magdas Hotel“ entsteht als „Social Business“, das auf Ko-operation, bestehenden Ressour-cen und einer gesellschaftlichen Vision aufbaut. Flüchtlinge, Frei-willige und Profis aus der Hotel-lerie entwickeln aus einem ehe-maligen Pflegeheim am Wiener Prater ein Grand Budget Hotel. Cloed Priscilla Baumgartner, Initiatorin der Crowdfunding- Kampagne, sieht gerade Aspek-te, die über die reine Kapital-beschaffung hinaus gehen, als großen Vorteil an: „Wir wissen jetzt schon vor der Eröffnung wie die Leute auf unser Projekt re-agieren und bekommen bereits in großer Anzahl positives Feed-back auf allen Kanälen. Das gibt in der Startphase sehr viel Kraft und Zuversicht. Das würde man über einen normalen Bankkredit natürlich nie bekommen.“ Im Rahmen der ersten Kampagne konnten rund 32.000 € gesam-melt werden, womit bereits sechs der insgesamt 80 Zimmer komplett ausgestattet werden konnten. Als Gegenleistung er-halten die privaten Finanziers je nach der Höhe ihrer Beteiligung T-Shirts und Übernachtungsgut- FINANZIERUNG Investieren leicht gemacht Leasing ist eine sinnvolle Alternative zum Bar- oder Kreditkauf und hat sich im unternehmerischen Finanzierungsmix etabliert. Ob man den Betrieb auf eine energiesparende LED-Be-leuchtung umrüstet, von mo-dernsten Küchengeräten pro-fitieren möchte, Mitarbeitern Fahrräder zur Verfügung stellt oder eine leistungsstarke IT-Ausstattung benötigt – die In-vestitionsanforderungen in der Gastronomie sind umfangreich und kostenintensiv. Die Leasingbranche ist ein wichtiger Investitionspartner für Unternehmen. Sie realisierte 2014 in Deutschland Investiti-onen in Höhe von 50,2 Mrd. €. Flexible Vertragsgestaltung und verlässliche, transparente Raten sprechen für diese alternative Finanzierungslösung. Leasing verschafft finanziellen Hand-lungsspielraum. Statt einer die Haushaltskasse stark belasten-den hohen Investitionssumme fallen konstante Leasingraten an, mit denen man über die gesamte Mietzeit hinweg sicher kalkulieren kann. So lassen sich Liquiditätsreserven bilden, die für weitere notwendige Investitionen genutzt werden kön-nen. Neuanschaffungen bleiben dadurch auch in Zeiten knapper Budgets wirtschaftlich vertret-bar. „Aufgrund unseres umfang-reichen branchenbezogenen Finanzierungs-Know-hows und unserer umfassenden Objekt-kenntnis können wir die Anfor-derungen und Wünsche unserer Kunden bestens bewerten“, er-klärt Andreas Oppitz, Vorstand und verantwortlich für den Ge-samtvertrieb der Albis Leasing Gruppe. Das Unternehmen ist eine der wenigen Leasinggesellschaften, die schon ab einem Anschaf-fungswert von 500 E finanziert. Zudem verspricht das Leasing-unternehmen einen schnellen, plausiblen Genehmigungspro-zess, der eine zügige Investitionsrealisierung ermöglicht. Dringend benötigte Maschi-nen kommen so schnell zum Einsatz. www.albis-leasing.de scheine für eine Nacht oder ein verlängertes Wochenende in-klusive Frühstück ans Bett. „In der zweiten Kampagne möchten wir nun die Verwendung von Crowdfunding als PR- und Pre-booking- Tool forcieren“, erklärt Cloed Priscilla Baumgartner. Ein schrittweises Herangehen an die Finanzierung empfiehlt auch René S. Klein. Das wichtigs-te Element einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne ist aber immer noch die Vorberei-tung. „Angehenden Gründern raten wir immer wieder dazu, sich im Vorfeld genau Gedan-ken zu machen und das eige-ne Projekt zu prüfen. Aspekte wie der hohe Arbeitsaufwand, versteckte Kosten, Fristen und Zeitpläne müssen genau beach-tet werden.“ Denn der langfris-tige Erfolg eines Startups hängt von einer Vielzahl von Faktoren wie etwa dem Team, technolo-gischen Entwicklungen, Schutz-rechten, gesetzlichen Rahmen-bedingungen und den Wettbe-werbern ab. har Andreas Oppitz 24 Stunden Gastlichkeit 1/2015 43 Foto: Albis


24_Stunden_Gastlichkeit_01_2015
To see the actual publication please follow the link above