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etwa 27 bis 30°C aus, um eine behagliche Raumtemperatur zu erzielen, und die Heiz- und Stromkosten fallen geringer aus. Letztlich ist für das individuelle Empfinden jedoch weniger die messbare Temperatur als viel-mehr der sogenannte thermi-sche Komfort ausschlaggebend, besonders in der Heizperiode. Im Winter wird der thermische Komfort beeinflusst durch die Luftgeschwindigkeit, die tat-sächlichen Temperaturen und die Temperaturen der den Gast umgebenden Oberflächen. Wird ein Raum mit einer solch effizienten Flächenheizung er-wärmt, kann sich der Mensch, je nach Alter und Geschlecht, bereits wohlfühlen wenn die Lufttemperatur nur 18 bis 20°C beträgt. Zudem spielen die Bau-materialien eine Rolle, da sich z. B. Holzoberflächen durch ihre Wärmespeicherabgabefähigkeit im Vergleich zu mineralischen Oberflächen wärmer anfühlen. Geringe Aufbauhöhen Die Röhren des Kapillarrohrsys-tems von Clina z. B. bestehen aus Polypropylen (PP). Leicht, schweißbar und damit flexibel und einfach installierbar sind damit auch etwaige Leckagen problemlos reparierbar. Ferner ist das PP korrosionssicher und Sauerstoff gegenüber diffusi-onsoffen, so dass Sauerstoffmo-leküle durch die Rohrwände in den Wasserkreislauf gelangen können, ohne dass das Kreis-laufsystem verschlammt. Ein weiterer Vorteil sind die gerin-gen Aufbauhöhen der vorgefer-tigten Kapillarrohrmatten, die z. B. bei Fußböden direkt unter den Bodenbelag, Steinzeug oder Holzdielen, und oberhalb des Estrichs, verlegt werden kön-nen. Damit kann die Energie schneller und effizienter in den Raum gelangen als bei konven-tionellen Flächenheizungen, die vergleichsweise träge reagieren und einer langen Vorlaufzeit bedürfen. Darüber hinaus bietet das System zugleich eine som-merliche Kühlung, denn kühles Wasser strömt mit einer Vorlauf-temperatur von ca. 16°C durch das Mattensystem. Die großen ten. Ferner bieten Hersteller wie Clina 15 Jahre Gewährleistung und verweisen auf eine nur pe-riodisch erforderliche Wartung. Das niederländische Hotel und Konferenzzentrum Landgut Zonheuvel nahe Utrecht hat z. B. 2011 bzw. 2012 seine 110 Zimmer und 35 Konferenzräume mit dem Kapillarrohrsystem aus-gestattet und ist heute vor allem von der Kombination aus Hei-zen und Kühlen überzeugt. Die Investitionskosten von 90 E pro m² inkl. Material, Montage und den Putzarbeiten werden sich hier in wenigen Jahren durch die Senkung der Betriebskosten Fotos: Navos Klimaattechniek Flächen ermöglichen auch bei relativ geringen Temperaturdif-ferenzen zwischen Außenluft, Raumluft und -oberflächen einen geregelten, lautlosen Energie-austausch ohne Zugeffekte. Die Wärmequellen bzw. Heiz- und Kühlmedien können dabei vari-ieren, doch kleine Wärmepum-pen, die ihre Energien aus Um-gebungen, die der gewünschten Raumtemperatur am nächsten sind, beziehen, haben sich als besonders effizient erwiesen. Luft als Trägermedium ist we-niger gut geeignet, da diese in winterlichen Heizzeiten kalt und in sommerlichen Kühlzeiten heiß ist und die Leistungskennzahl durch den relativ großen Strom-verbrauch der Wärmepumpen sinken lässt. Boden und (Grund-) Wasser bzw. geothermische Lö-sungen sind hier die bessere Wahl. Sparen im Bestand Je näher die Wärmequellen- und Heizmedium-Temperatur beieinander liegen, desto gerin-ger ist der Stromverbrauch der Wärmepumpe und umso besser stellt sich deren Jahresarbeits-zahl (JAZ) dar. Jeder Raum bzw. jede Zone verfügt über eigene Thermostate, die die gewünsch-te Soll- mit der Ist-Temperatur abgleichen – auch eine zentrale Steuerung sämtlicher Zonen ist möglich. Ein elektronisch ge-steuerter Antrieb öffnet bzw. schließt die sogenannten Zo-nenventile und lässt warmes bzw. kaltes Wasser in die Ka-pillarrohrmatten fließen. Da der Unterschied zwischen Vor- und Rücklauftemperatur in dieser Systemumgebung vergleichs-weise gering ist und nur ca. 2 bis 3°C beträgt, kann auf eine stetige Regelung der Massenströ-me verzichtet werden. Das Kapillarrohrsystem besteht aus zwei getrennt geführten, hy-draulischen Wasserkreisläufen, die durch einen Edelstahl-Wär-metauscher getrennt werden. Die Erstinvestition in das System ist zwar höher als in herkömmlichen Flächenheizungssystemen, aber vorteilhaft wirken die Doppelnut-zung als Heiz- und Kühlsystem und die geringeren Betriebskos-bei energiesysteme weiter steigenden Energie-preisen amortisiert haben. In Deutschland setzen bereits das Fünf-Sterne-Hotel Pullmann Quellenhof in Aachen, das Grand Spa Resort A-Rosa auf Sylt oder das Grand Hotel Hei-ligendamm in Bad Doberan auf Kapillarrohrmatten. Hier sind sie jeweils großflächig auf meh-reren hundert Quadratmetern als integrierte Putzheiz- und -kühldecke ausgeführt. Sparen durch optimierteres Verteilen – gerade auch in Be-standsbauten sind bei Heiz- und Kühlsystemen ganz neue Wege möglich. Marc Wilhelm Lennartz Energator-BHKWs - die Energiesparmeister Strom und Wärme umweltschonend & hocheffizient selbst erzeugen Huchenstr. 3 82178 Puchheim Tel.: 089/800653-0 Fax: -28 www.energator.de Trafoservice? Wir nehmen’s in die Hand! Rüsten Sie sich schon heute für einen wachsenden Energiebedarf – mit Ihrer eigenen, maßgeschneiderten Trafostation für das Mittelspannungsnetz. Telefon 0711 289-46000 oder dienstleistungen@netze-bw.de www.netze-bw.de Ein Unternehmen der EnBW C M Y CM MY CY CMY K 111005 - GIESE-90x35mm Kopie Konvertiert.ai 1 9/2/2014 4:12:23 PM 11/2014 53


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