Achenbach: Canapees zur 60

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Fotos: Achenbach Canapés zur 60 Das sieht ja fast genauso aus, wie in unserer Küche“, stellen viele Gastronomen beim Blick in die Produktion der Achenbach Delikatessen Manufaktur in Sulzbach überrascht fest. „Klar, was dachten Sie?“, entgegnet dann Katrin Moos-Achenbach zwischen Herdblock, gestapelten Töpfen und Hordenwagen charmant. „Wir haben auch mit ähnlichen Problemen wie Sie zu tun – ob im Bereich Fachkräftemangel oder Allergenkennzeichnung.“ Gerade bereitet das Küchenteam überwiegend in Handarbeit für einen Kunden eine Reihe von „vergessenen Gerichten“ zu. Seit August läuft zudem die Produktion der Herbst-/Winter- und Weihnachtskollektion, die sich die beiden Produktentwickler eine Etage höher ausgedacht haben. „Wer will, kann bei uns jederzeit auch seine ganz eigenen Dressings, Pasteten, Desserts etc. herstellen lassen. Dafür benötigen wir eine genaue Beschreibung oder im Idealfall ein Rezept und am besten noch ein Muster“, berichtet Katrin Moos-Achenbach, die seit drei Jahren ihre geschäftsführenden Eltern Petra und Bernd Moos-Achenbach im Bereich Export, Marketing, PR und Rudolf Achenbach Preis unterstützt. „Es herrschte nie ein Automatismus, in das Familienunternehmen mit einzutreten“, erzählt sie. „Im Gegenteil: Es war hier und da immer mal Thema, wurde aber stets von der Qualifikation abhängig gemacht.“ Entschieden begann die Quirlige in der Folge eine Hotellehre in der Traube Tonbach in Baiersbronn und absolvierte ein Hotelmanagementstudium in Heidelberg. „Wir wollten nicht den ,Beruf Tochter‘, sondern echte, vor allem kaufmännische Qualifikationen und den Willen für unser Unternehmen“, betont Petra Moos- Achenbach. Auch Tochter Sandra ist als Betriebswirtin seit drei Jahren für Administration, IT und Controlling verantwortlich. Delice und Dressing Petra Moos-Achenbach hatte schon als Schülerin bei Achenbach mitgeholfen, nachdem Rudolf und Ingrid Achenbach 1954 mit der „Klaren Hühnerbrühe“ in der Dose das Unternehmen begründet hatten und schnell zum Verkaufsschlager entwickelten. 1961, mit der Verlegung des Stammsitzes nach Sulzbach nahe Frankfurt, begannen sie bald mit der Herstellung von Feinkostartikeln. „1975 initiierte mein Vater zudem den Rudolf Achenbach Preis, um angehenden Köchen zu ermöglichen, sich im Wettbewerb zu messen. Er wollte damit den Köcheberuf fördern, den wir selbst in der Lebensmittelproduktion nie so ausbilden könnten“, erklärt Petra Moos-Achenbach. Seit 1979 – mit 21 Jahren – ist sie mit ihrem Mann und Küchenmeister Bernd Moos-Achenbach im Unternehmen und sorgte u. a. für die Sortimentserweiterung um Terrinen und Dressings sowie für ein Wachstum auf aktuell 90 Mitarbeiter. Mit dem Werk in Bad Soden und mehr als 800 Rezepturen werden heute etliche Flying-Buffet-Komponenten, Fingerfood wie die Lollies und Crispy Cones, kalte Vorspeisen wie die mehrschichtigen Riegel Delice, Hauptspeisen, Saucen und öko-zertifizierte Dressings sowie Suppen und Desserts als Frisch-, TK- oder Konservenware produziert. International vielfach exportiert, gehen sie vor allem in die Gastronomie und Hotellerie sowie in das Event- und Flugzeugcatering – was mit dem 11. September 2001 das Unternehmen auch vor große Herausforderungen stellte. Der 60. Geburtstag in diesem Jahr zeigt vor allem, was es nutzt, immer die Qualitätsfahne bei aller Flexibilität hochzuhalten. Davon kann sich übrigens jeder Hotelier oder Gastronom auch vor Ort überzeugen, z. B. bei der Veranstaltungsreihe „ManufakTOUR“, die im Frühjahr wieder stattfindet. www.achenbach.com syk Die Jüngeren verbinden sie mit Lollies, die Älteren mit Pasteten – auch nach 60 Jahren setzt Achenbach echte Akzente in einer noch echten Delikatessenmanufaktur. Ein Besuch im Taunus. 26 10/2014


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