Servicetest: Elektronischer Beschluss

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Fotos: Dr. Mielke Systemtechnik, Salto, Bergheim 41 Elektronischer Beschluss Eins und eins macht drei. Unter diesem Motto ha-ben Maik Neuhaus, der in Heidelberg bereits das Arthotel betreibt, und Nicolaas Bootsma vom Hotel Zum Ritter St. Georg gemeinsam vor über zwei Jahren mitten in Heidelberg das Bergheim 41 samt Coffeeshop und Dachgarten eröffnet. Statt auf Tapeten, PVC-Böden und Teppiche setzten sie hier auf Naturputz, -steinböden und Vollholzparkett. Zudem statteten sie die 32 Zimmer nicht nur mit einem besonderen Beleuchtungssystem aus, son-dern zogen auch beim Schloss alle Register. „Für uns kam nur ein elektronisches Schließsystem in Frage, vor allem wegen der großen Nachteile von mechanischen Anlagen“, erklä-ren Maik Neuhaus und Nicolaas Bootsma. Wenn mechanische Schlüssel verloren gehen, müss-ten sie die mechanischen Zylin-der tauschen, statt einfach die Karte zu sperren und eine neue auszugeben. „Zudem wollten wir nicht, dass unbe-rechtigte Personen mit dem Aufzug oder durch das Treppenhaus in die Zimmeretagen gelangen. Die Aufzugstür und der Treppenhauszugang liegen in einer öffentlich zugänglichen Passage“, betonen sie. Schließlich können sie auf Ereignislisten zu-rückgreifen, die dokumentieren, wer wann eine Tür benutzt hat, und sich so gegen unberechtigte Forderungen absichern. Maik Neuhaus nutzt be-reits ein Salto-Schließsystem im Schwesterhaus Arthotel und schätzt vor allem die Ausfallsicherheit und den geringen Wartungsaufwand. Auch habe er das System problemlos einbinden können – sowohl bei der Installation der Türbeschläge, ohne dass neue Kabel verlegt werden mussten, als auch bei der vorhandenen IT-Struktur. Im Bergheim 41 sind alle 32 Zimmertüren mit XS4 Türbeschlägen in der schmalen Version ausgerüstet. Hinzu kommt je ein Wandleser im Aufzug und an der Außentür zum Treppenhaus. Durch die für den Hotelsektor entwickelte HAMS Software von Salto Systems können alle Berechtigungen mit der Hotelsoftware Micros Fidelio Suite abgewickelt werden. Gleichwohl nutzt Maik Neuhaus HAMS für Housekeepingkarten, die an die Servicekräfte namentlich zugeordnet und mit zeitlich be-grenzter Zutrittsberechtigung ausgegeben werden. Technolo-gisch basiert die Zutrittslösung auf dem Salto Virtual Network (SVN), das Informa-tionen zu den Schließberechtigungen kabellos auf dem Identmedium speichert und zugleich Informa-tionen über gesperrte Identmedien, Batteriestände etc. in die Beschläge überträgt. „Wir haben vor, das System zu erweitern und werden je einen Wandleser am Haupteingang und an der Zufahrt zur Tief-garage installieren, sodass auch dort die Steuerung über die Hotelkarten läuft.“ www.bergheim41.de, www.saltosystems.de Welcher Gast fährt noch nachts durch die Stadt und fragt nach freien Zimmern? Über die Hälfte bucht heute die Zimmer über das Internet, rund ein Viertel davon mobil – und zwar gern noch am gleichen Tag. Hoteliers müssen auf diese Entwicklung reagieren, doch das Thema ist komplex: Denn Buchungen, die nach Rezeptionsschluss eintreffen, sind oft erst am Folgetag bearbeitbar – so werden bislang bei den Buchungsplattformen alle Zimmer für die Anreise am selben Abend herausgenommen, und Marktchancen gehen verloren. Schlüsselausgabesysteme sind anstelle von Personal längst eine Alternative. Mit den Kästen, die Schlüssel an spät anreisende Gäste herausgeben, können Kunden betreut werden, die während der Rezeptionszeit reserviert haben. Um auch Buchungen nach Rezeptionsschluss entgegenzunehmen, hat Dr. Mielke Systemtechnik nun für das Ausgabesystem KeyBoy die Erweiterung Pay&Stay lanciert: Dabei buchen die Gäste das Zimmer wie bisher auf Buchungsplattformen oder Hotelwebsites und werden bei der Anreise auf ein Bezahlportal geleitet, wo sie die Zimmerrechnung mit EC- oder Kreditkarte via Internet begleichen. Nach erfolgter Zahlung erhalten sie den Abholcode für den Zimmerschlüssel, der im KeyBoy hinterlegt wurde. Damit können Hotels verfügbare Zimmer auch für die Anreise am selben Abend bei den Buchungsplattformen eingestellt lassen – sie stehen dort mit den meist teureren Zimmern der Hotels, deren Rezeption durchgängig besetzt ist – ein weiterer Vorteil. Pay&Stay kann problemlos nachgerüstet werden. Auch für kleinere Häuser ist das System rentabel. www.keyboy.eu Verkauf & Check-in nach Rezeptionsschluss: Neues Hotel, neues Schloss? Beim Bergheim 41 kam eine bewährte elektronische Lösung in Frage. 9/2014 41


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