Interview: Akzent Hotels

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Foto: Akzent Hotels Wir kanalisieren Trends Herr Hummel, die Akzent Hotels feiern ihr 25. Bestehen. Sie reden von zwei Geburtstagen. Wieso? Als sich die Akzent Hotels 1989 gegründet haben, konnten sie sich zwar als Kooperation schnell entwickeln. Der riesige Selbstverwaltungsapparat samt Bauchladen an Leistungen und einem starken Diktat von oben führte die Kooperation aber um Fachwerkstadt Goslar, ein Haus mit mehreren Hotelmarketing-Büros – und der Zentrale der 25-jährigen Akzent Hotels. Die Idee einer Hotelkooperation wird hier besonders vorangetrieben. Wir sprachen mit Ralf Hummel. 2000 in die Insolvenz. Es gab jedoch viele Mitglieder, die an dem Kooperationsgedanken festhalten wollten – nur eben ohne den Fehlern der Vergangenheit und mit dem größeren Fokus auf Marketing & Sales. Es wurden Fragen über die Erwartungen der einzelnen Hoteliers an ihre Kooperation gestellt und über tatsächlich benötigte Leistungen. Wollen sie eine zentrale Verwaltung, die alle Themen für sie festlegt und bespielt? Wollen sie alles selbst organisieren? Braucht eine Kooperation einen eigenen Einkauf etc.? Sie entschieden sich dafür, zum echten gemeinsamen Dialog zurückkehren zu müssen und sich dabei künftig aktiv auf die Marketing- und Salesleistungen zu konzentrieren. Leistungen wie den Einkauf sollten besser die großen Einkaufsgesellschaften übernehmen. Als wegweisendster Schritt wurde die TourismusMarketing Agentur (TMA) beauftragt, nicht nur das professionelle Sales und Marketing für die Kooperation zu übernehmen, sondern auch alle Verwaltungs- und Organisationsaufgaben. Da die TMA auch für andere Hotelmarken und Einzelhotels als Dienstleister nah am Markt ist, konnten viele Synergieeffekte genutzt und ein unschlagbares Preis-/Leistungsverhältnis für die Mitglieder entwickelt werden. Die von da an deutlich schlanker organisierte Zentrale zog 2002 in die Räume der TMA nach Goslar, wo heute im gleichen Haus auch der Hotelbewertungs- und Qualitätsmanager iiQ-Check von ConsultiiQ zu Hause ist. Hier feierte Akzent den zweiten Geburtstag. Das Modell, dass sich kleine Hotels für eine größere Schlagkraft zusammenschließen, ohne ihre Eigenständigkeit aufzugeben, scheint zeitgemäßer denn je. Warum boomen sie nicht mehr? Eine interessante Frage, zumal sich auch die Aufgaben und Leistungen von Hotelkooperationen stetig anpassen. Früher haben Kooperationen für ihre Mitglieder oft die Aufgabe übernommen, die Marktentwicklung zu erklären und einzuordnen. Die Erschließung von Vertriebswegen, die für ein einzelnes Hotel nur schwer nutzbar waren, stand dabei häufig im Vordergrund. Heute sind die Häuser in der Regel sehr viel informierter und können sich dank des Internets selbst gut vermarkten. Zugleich ist aber genau dieser Bereich so komplex geworden, dass für eine sinnvolle, strategische Nutzung externe Hilfe nötig ist. Auch technische Lösungen wie Booking Engine, Channel- oder Reputationsmanager kann sich heute jedes Hotel selbst am Markt einkaufen, aber die richtige Auswahl fällt schwer und schlussendlich sind diese Leistungen über eine Kooperation viel günstiger bzw. bei Akzent Hotels sogar inkludiert. Wir wollen den Mitgliedern die Sicherheit g e b e n : Wir kanalisieren für sie bestimmte Themen und Trends, bewerten sie, zeigen Potenziale auf und setzen sie, wenn wichtig, für die Kooperation und somit jedes Mitglied um – die Mitglieder müssen sich um nichts kümmern. Durch die TMA und ConsultiiQ bzw. die Arbeit als Dienstleister auch für andere Hotels bringen wir Erfahrung mit. Neben der Arbeit in der Zentrale gehören auch Beratungen und Schulungen vor Ort zum Leistungspaket. Um sich ein klares Bild über den Nutzen einer Mitgliedschaft für sein Haus zu verschaffen, haben wir die B2B-Plattform www.hotelkooperation. de initiiert, auf der man auch einen Gebührenrechner finden. Prof. Dr. Carolin Steinhauser hat in Ihrem Beitrag in der letzten first class angeregt, dass Kooperationszentralen künftig Module anbieten und Mitgliedschaften individueller gestalten. Was halten Sie davon? Als Kooperation wollen wir keine strenge homogene Masse für Hotels und Gäste bilden, aber ich sehe bei Modulen die Gefahr, dass die Zugehörigkeit zur Marke samt entsprechendem Bild verwässert und nur der reine Marketingnutzen für den Einzelnen im Fokus steht. Wer letzteres will, für den kann ein Franchisesystem oder eine externe Agentur wie die TMA passender sein, aber eine Hotelkooperation versteht sich als mehr. Einige Leistungen sind aber auch bei Akzent optional, wie zielgruppenspezifische Printmedien, Marketingaktivitäten oder Messen. Zudem bietet die TMA zusätzliche Marketing- und Salesleistungen in Modulform. Die Akzent Hotels verbindet aber eben auch die persönliche Führung in den Häusern, die von jedem Mitglied selbst übernommen wird. In diesem Sinne sollen Hotels gerade dann in die Kooperation eintreten, wenn es ihnen gut geht, so dass wir gemeinsam in einem vertrauensvollen Dialog, statt von oben diktiert, zum Nutzen aller die Qualitätsansprüche und -regularien weiter ausbauen können. Vielen Dank für das Gespräch. syk Akzent Hotels … … sind individuelle, persönlich geführte Privathotels mit mind. 3 Sternen … die Akzente setzen bei familiärer Herzlichkeit & Gastfreundschaft, persönlichem Service, guter regionaler und internationaler Küche sowie individuell & anspruchsvoll ausgestatteten Zimmern … haben den Willen, die eigene Marktposition in einer starken und kreativen Gruppe zu sichern und auszubauen … setzen auf ein professionelles Marketing statt auf ruinösen Preiskampf … nehmen Gästemeinungen erst z. B. via iiQ-Check auf … haben aktuell 90 Mitgliedshotels und setzen auf Weiterbildung … haben Gäste, von denen 89,3 % das gebuchte Akzent Hotel weiterempfehlen würden, 21 % waren bereits in anderen Akzent Hotels Gast www.akzent.de INFO Ralf Hummel (Marketingleiter Ak-zent Hotels, TMA-Geschäftsführer) branchenfokus 8 8/2014


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