Moderne Manufaktur

first_class_08_2014

Fotos: Kahla Sinnliches Porzellan Die Meissener waren es ei-gentlich, die das Porzellan in Deutschland erfunden hatten, aber sie verrieten es nicht. Also mussten die Thürin-ger Handwerker und Wissen-schaftler selbst an der Formel tüfteln, die aus den Schätzen in ihren Böden das weiße Tisch-gold zauberte – und sie kamen darauf. In der Folge entstanden seit dem 18. Jh. viele kleine und größere Porzellanproduktionen im gesamten Thüringen, die es heute zuweilen noch immer gibt, und sie prägten das Kul-turgut Porzellan auf ganz beson-dere Weise. Im kleinen Kahla gründete 1844 auch der Kauf-mann Christian Jakob Eckardt die erste Porzellanfabrik, die, eingegliedert im Strupp-Kon-zern, im Laufe der Jahrzehnte bis zum Kriegsjahr 1914 zum größten europäischen Porzellan-hersteller heranwuchs. Nach Ir-rungen und Wirrungen entstand nach dem Zweiten Weltkrieg daraus in der DDR das VEB Kombinat Feinkeramik mit hun-derten von Mitarbeitern. Doch von der Treuhand-Abwicklung nach der Wende betroffen und kurz vor dem Konkurs stehend, kaufte schließlich der ehemalige Rosenthal-Manager Günther Raithel 1994 das Gelände und baute das neue Unternehmen Kahla/Thüringen Porzellan mit einem frischen Verständnis von Tischkultur wieder auf. Schnell nahm er dafür die Traditionen, Fertigkeiten und den Geist von Kahla und seinen Mitarbeitern wieder auf, und po-sitionierte das Un-ternehmen bis heu-te mit viel Elan zum großen Kleinen im Verbund der etwa fünf „Porzel-lanmagnaten“ in Deutschland – vor allem auch im Be-reich Profi-Hart-porzellan, das bereits seit 1995 in umfassender Form hergestellt wird. Man ist groß genug, um eine Menge ansto-ßen und umsetzen zu können, und klein genug, um flexibel zu bleiben. Entstaubte Klassiker Mit 28 Mio. E, die seit 1994 vor allem in moderne, umwelt-freundliche Pro-duktionstechni-ken investiert wurden, konn-te Günther Raithel und seit einigen Jahren sein Sohn Holger (F.) eine Men-ge anstoßen. Davon zeu-gen vor allem die neuen Roboter, die die Gas-tronomieteller für mehr Härte in sekundenschnelle pressen statt gießen oder die Photovoltaikanlage. Aber es sind vor allem auch die Ideen und echten Inno-vationen von Köp-fen wie der hausei-genen Designerin Barbara Schmidt, die jenseits von ein-geschliffenen Marktstrukturen vieles anstoßen und umsetzen können – seien es die berühmten, samtweichen Touch-Beschich-tungen an z. B. Tassen, die Idee vom beschreibbaren Porzellan Notes, die Café-Sommelier-Serie oder das aktuelle Anti-Rutsch- Prozellan Magic Grip. Dafür le-gen die ca. 300 Mitarbeiter mit Präzision noch an vielen Stellen selbst Hand an – ob in der „heiligen“ Gie-ßerei oder bei einigen Dekorbildern. Innova-tion als entscheidende Motivation – für Hol-ger Raithel ist dies der Motor für ein weiteres internationales Wachs-tum für Generationen mitten im thüringischen Kahla. syk www.kahlaporzellan.com Fullservice Hotelwäschelösungen Tischwäsche · Bettwäsche · Frottierwäsche Küchenwäsche · Einstickungen · Einwebungen Bettwaren · Lattenroste und vieles mehr D-89150 Laichingen | 07333 804 840 wäschekrone.de 150 plus 20 sind 170 Jahre – mit dieser Jubiläumsformel hat sich Kahla seit 1994 als Designmarke wiedererfunden. 30 8/2014


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