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Foto: privat Konditionen in Sachen techni-sche Geräte und Kleininventar. Die persönliche Beratung bei der Anschaffung neuer Produk-te und die vereinfachte 14-tä-gige Sammelabrechnung seien weitere Vorteile. Das Hotel liegt fußläufig zu einem kleinen See und wird ger-ne als Location für kleine Feiern genutzt – ob für 14 Personen im Kaminzimmer oder für gro-ße Feiern im Restaurant, Win-tergarten und auf der Terrasse. „Uns ist es wichtig, kurzfristig und flexibel auf Gästewünsche einzugehen“, erklärt die gebür-tige Österreicherin, die seit An-fang der 1990er Jahre in Deutschland lebt und u. a. das Hotel Amadeus Frankfurt als Direktorin lei-tete. So sei es auch möglich, für eine Feier das komplet-te Hotel zu mieten Getreu dem Credo „Geht nicht, Hotel Niederländischer Hof schon mal vor, dass kein Möbelstück mehr dort steht, wo es hingehört. und die Möbel nach Bedarf um-zustellen. Für ein großes Fest wurde z. B. der Innenhof, der eigentlich als Parkplatz genutzt wird, kurzerhand zum Zeltplatz für 200 Personen. „Wir haben auch schon die Sitzecke aus der Lobby entfernt, um dort die Tanzfläche anzusiedeln.“ Auch die 32 Mitarbeiter sind auf alle Eventualitäten vorbereitet und werden dazu regelmäßig ge-schult, z. B. von einem Wein-sommelier. Jeden Tag gibt es ein Meeting mit den jeweiligen Abteilungsleitern – ob Rezeption, Küche, Service oder Haus-technik – sowie ein Wochen-meeting. Verschiedene Themen werden innerhalb der Abteilun-gen individuell geschult, „denn auch das Housekeeping soll auf die Gäste zugehen und sie begrüßen“. Stars & Stammgäste „Früher haben wir nur Feriengäste gehabt, heute ist die Kli-entel bunt gemischt und reicht von älteren Leuten über viele Stammgäste bis hin zu Ehren-gästen wie Mary und Frederik von Dänemark oder, gerade während des Filmkunstfests, be-kannten Schauspielern“, erzählt Martina Lux-Grella. Im Herbst wird das Hotel besonders von Tagungsgästen genutzt. Wenn der vorhandene Tagungsraum mit 40 Plätzen nicht ausreicht, wird der Wintergarten umgerüs-tet und steht Businessgästen zur Verfügung. Auch langfristige Veränderungen gab es einige: 2009 erfolgte der Durchbruch der ersten Etage. Zuvor bestand das Hotel aus zwei Häusern, heute gibt es eine Verbindung. Das Restaurant wurde ebenfalls gibt’s nicht“ kommt es im umgebaut, indem der Zugang zur Küche verändert und der Ausschank in einen angrenzen-den Raum ausgelagert wurde. Die 33 Zimmer mit insgesamt 68 Betten sind vorwiegend im Kolonialstil des Hauses – dunkle Holzmöbel gepaart mit schwarz-weißem Marmor und Farbtönen wie Altrosa und Bordeaux – ge-staltet. 2011 und 2013 wurden zwei neue Zimmer errichtet, von denen eins mit Rattanbett, Se-gelschiff- Deko und Strandkorb einen mediterranen Kontrast zu den übrigen Räumen bildet und von Gästen gern gebucht wird. „Die Auslastung ist für unseren Standort gut“, sagt die Inhabe-rin. Allerdings wünsche sie sich ein stärkeres Außenmarketing durch die Stadt. „Wir haben in unmittelbarer Umgebung sie-ben Seen und viele Kunst- und Kulturstätten – das wissen viele Gäste gar nicht. Also holen wir sie hier unter dem Motto ‚Kunst, Kultur, Natur’ gerne ab.“ tin Niederländischer Hof 19055 Schwerin www.niederlaendischer-hof.de Für Speisen haften Oft mangelt es an der Kommunikation, wenn der Restaurantgast bei der Bestellung darum bittet, seine Glutenunver-träglichkeit oder Erdnussaller-gie zu berücksichtigen, aber der Service dies nicht an die Küche weitergibt. Oder die Speisekar-tenkennzeichnung ist fehlerhaft. Abgesehen von den gesundheit-lichen Folgen für den Gast: Wer übernimmt die Kosten für den Arztbesuch, den Arbeitsausfall etc. Sind strafrechtliche Ermitt-lungen zu erwarten? Es lässt sich davon ausgehen, dass von den meisten Versicherern über die Klausel „Fehlen zugesi-cherter Produkteigenschaften“ fremde Personenschäden und damit in direktem Zusammen-hang stehende Folgekosten übernommen werden. Bleibt der konkrete Gasthinweis glaub-würdig nachvollziehbar, ist ein Verschulden des Gastgebers und damit eine gesetzliche Haf-tung zu vermuten – unerheblich, ob der Fehler nun beim Service, der Küche oder der Betriebslei-tung liegt. Gleiches gilt übrigens auch für abgebrochene Zähne oder Erstickungsanfälle we-gen Fremdkörpern im Gericht. Als Produzent der Speisen haftet der Gastwirt generell für Män-gel – sogar als Quasi-Hersteller, wenn Speisen unverändert bzw. nicht weiterverarbeitet serviert werden wie Getränke, Obst oder Eis. Auch bei Großschäden durch Salmonellen etc. gelten die gera-de aufgezeigten Haftungsszena-rien. Bei Personenschäden oft üb-liche hotelkonzepte strafrechtliche Ermittlungen gegen den Verursacher berühren den Haftpflichtversicherer hinge-gen nicht. Um Ermittlungen und eine offizielle Anklage zu ver-meiden, empfiehlt es sich, früh-zeitig versierte Fachanwälte und Sachverständige hinzuzuziehen. Die Übernahme der hierfür ent-stehenden Kosten ist im Rechts-schutz- Standardpaket nicht ent-halten und mit dem Versicherer separat zu vereinbaren. Übliches Haften Wenn auch vergleichsweise we-niger dramatisch, aber umso häufiger sind üb-rigens Schäden im Restaurant durch abhanden-kommende oder vertauschte Gäs-te- Garderobe, Handtaschen oder Handys. Eine pauschale Aussage ist hier wegen diverser Besonderheiten kaum möglich: Die Gesetzgebung unterscheidet zwischen Beher-bergungs- und Restaurantgast, die Rechtsprechung urteilt über Ein- bzw. Nichteinsehbarkeit der Garderoben und berücksichtigt diverse Verhältnismäßigkeiten. Der oft vorzufindende Vermerk „Keine Haftung für Garderobe“ hilft rechtlich jedenfalls wenig, sensibilisiert im besten Fall den Gast. Rechtssicherheit schafft nur der Garderobenschein: Hier übernimmt der Gastgeber kon-kret die Verwahrung und haftet. Volker Begas, GGF Mosaic Ver-sicherungsmakler Ein richtiges Allergenmanage-ment wird vor allem mit der Neu-regelung Ende 2014 entschei-dend. In der nächsten Ausgabe finden Sie dazu ein Sonderthema mit Tests und Praxistipps. Versicherungstipp Volker Begas Wenn der Gast den Service über Allergien informiert und dennoch im Restaurant das „Corpus Delicti“ bekommt – wer haftet eigentlich? 8/2014 19


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