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first_class_08_2014

marktforschung mehr Ausstattungselemente unterbringen, und für jeweils rund ein Fünftel sollen die Gästebäder größer und barrierefrei werden sowie den gestiegenen Hygieneansprüchen der Gäste stärker entsprechen (s. Grafik 2, oben). Entertainmentwünsche und mögliche Private Spa-Ausrichtungen spielen für die Hoteliers im Vergleich nur eine ge-ringe Rolle. Und noch etwas ist interessant: Rund 54 % neigen dazu, beim Umbau kei-nen Innenarchitekten oder Designer hinzuzuziehen. Haben und haben wollen – diese Attribute liegen bekanntermaßen manchmal ausei-nander. Bei der Frage, wie jene, die einen Umbau der Gästebäder in fünf Jahren bzw. absehbarer Zeit planen, ihre Bäder aus-statten würden, gibt es z. T. enorme Unter-schiede zu den Einrichtungsmerkmalen, die aktuell die Mehrheit hat. Dazu gehören vor allem bodengleiche Duschen, Fußboden-heizungen und Musikanlagen (s. Grafik 1, S. 10). Handtuchheizkörper, die bereits jetzt 60,2 % haben, sind beim Umbau sogar für 76,6 % ein Muss. Zudem können sich deut-lich mehr Hoteliers vorstellen, künftig ein Dusch-WC, beheizte Spiegel und mehr Sitz-bereiche installieren zu lassen. Badewannen, auch in Kombination mit Duschen, sinken hingegen in der Gunst. Option Dusch-WC Wenn es um einen Kulturwandel im Gästebad geht, dann können auch Dusch-WCs, die den Po auf Knopfdruck mit einem warmen Was-serstrahl reinigen und in Asien und im Mittle-ren Osten in gehobenen Hotels zum Standard gehören, neue Akzente hierzulande setzen. Laut der Befragung kennen 71,1 % der Hote-liers bereits Dusch-WCs, auch wenn 40,1 % diese noch nie ausprobiert haben. Immerhin 8,5 % bieten sie bereits in ihrem Haus an, primär in einigen Zimmern und Suiten. Die meisten informieren ihre Gäste mittels Funktionsbeschreibung im Bad (75 %) und über das Personal an der Rezeption (37,5 %) darüber. Ob man dieses Angebot schon im Internet oder bei den Hotelbroschüren er-wähnen sollte? Hier schwanken die meisten zwischen „vielleicht“ (42,8 %) und „nein“ (39,3 %). Wegen des Zusatzangebots zu-dem die Zimmerraten leicht zu erhöhen, können sich drei Viertel noch nicht vorstel-len. Doch wie bei vielem braucht es Zeit: Über ein Drittel sagt heute, dass es in zehn Jahren und mehr denkbar ist, dass sich das System in Deutschland durchgesetzt hat. (s. Grafik 3 oben) Der Wandel im Bad lässt also noch an einigen Stellen auf sich warten, aber die Auseinandersetzung damit findet bereits heute statt. syk weil ich die Bäder vergrößern möchte weil die Hotelbäder nicht mehr den aktuellen Ansprüchen entsprechen weil ich mehr Ausstattungs- elemente unterbringen will weil die Gäste ein Wohnbad wünschen weil das Gästebad mehr den Charakter eines Private Spas bekommen soll weil die Hygieneansprüche der Gäste gestiegen sind weil die Entertainmentansprüche der Gäste gestiegen sind weil Hotelbäder derzeit einen kulturellen Wandel erfahren weil die Bäder barrierefrei werden müssen andere 20,8 % 81,8 % 32,5 % 12,3 % 3,9 % 22,7 % 6,5 % 27,3 % 20,1 % 6,5 % 0 20 40 60 80 100 % Grafik: © first class Warum möchten Sie die Badräume umbauen, bzw. warum haben Sie sie gerade umgebaut? (Mehrfachnennungen möglich)  Grafik 2: Die meisten Befragten wollen ihre Gästebäder renovieren, weil diese nicht mehr den aktuellen Ansprüchen entsprechen. Entertainmentthemen und die Umwandlung der Bäder in Private Spas sind derzeit bei ihnen kaum bis keine Motive.  Grafik 3: Über ein Drittel kann sich vor-stellen, dass sich in zehn Jahren und mehr Dusch-WCs hierzulande durchgesetzt haben. HOLSTENTOR IM BAD: „Wir möchten großzügige, zeitgemäße Bäder bieten, die zu den hanseatisch-gemütlichen Zimmern passen“, so hatte Thomas Schröder, Geschäftsführender Gesellschafter im Hotel Lindenhof Lübeck, seine Wünsche an den Badplaner Torsten König formu-liert. In der Folge renovierte der Geschäftsführer von König Bäder im März 2013 vier Musterbäder, im Januar und Februar 2014 folgten zwölf Bäder in den Zimmern sowie das Gäste-WC im Erdgeschoss. Die Komplettreno-vierung umfasste die Erneuerung von Heizung, Sanitär, Fliesen und den teilweisen Einbau neuer Trockenbaudecken, hinzukam die Beseitigung von Feuchteschäden im Fußboden, die sich beim Abbruch zeigten. Klas-sisch wartet der Boden nun mit anthrazit- strukturierten Bodenfließen auf, die Wandfliesen sind matt Sand-Weiß. Den Blickfang bilden die Duschen mit Digitaldruckbildern von Lübecker Motiven wie dem Holstentor. Mit den eingebauten Mineralguss-Waschtischen der Serie MG-flex ist wiederum eine eingepasste Ablagefläche entstanden, die sich auf die verschiedenen Badgrößen adaptieren lässt. Die besonders kurzen WCs schaffen schließ-lich mehr Raum. In den nächsten Jahren folgen durch König Bäder auch die Bäder in den weiteren Etagen. www.koenig-baeder.de Dusch-WCs gehören in anderen Kulturkreisen (Asien, Mittlerer Osten) standardmäßig zur Ausstattung in gehobenen Bädern. Glauben Sie, dass sich diese Art der Reinigung mit Wasser auch in Deutschland innerhalb der nächsten zehn Jahre durchsetzen wird? 4,6 % 30,4 % 33 % 32 % Ja Ja, aber es wird länger dauern. Ich bin mir nicht sicher. Ich glaube nicht, dass sich diese Art der Reinigung durchsetzen wird. Grafik: © first class Weitere Ergebnisse unserer Studie finden Sie unter www.gastroinfoportal.de/hotel. Foto: König Bäder 12 8/2014


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