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Foto: © olly – Fotolia.com Clicks und Bids Doch was verbirgt sich eigentlich unter dem Mäntelchen „Metasuchmaschine“ genau? Nach der klassischen Definition lassen sich damit mit einer einzigen Eingabe eine Reihe von Suchmaschinen und Katalogen parallel absuchen und die Ergebnisse auswerten. Unter diese Kategorie fallen auch die auf touristische Angebote spezialisierten Preis-vergleichsportale wie Trivago oder Kayak und ferner der Google-Dienst Hotel Finder, die Preisinformationen von mehreren An-bietern zusammenführen, anzeigen und auf die Ursprungsseiten der Anbieter weiterlei-ten. Statt mit Provisionen wie bei den OTAs werden ihre Dienste in der Regel mittels Klickvergütung entlohnt (Cost per Click, kurz CPC oder Pay per Click), die man auch aus der Internetwerbung z. B. mit Google AdWords kennt. Zusätzliche Einnahmequel-len sind Listing-Gebühren und kostenpflich- online-vertrieb Auch die Hotelsoftware-Anbieter ziehen im Bereich der Anbindung an Metasuch-Portale kräftig nach. Eine kurze Bestandsaufnahme: wir eine direkte Integration zu den drei großen Search Engines anstreben, um den Hotelier da-bei zu unterstützen und die internen Buchungs-prozesse STIMMEN UND NEUHEITEN... zu vereinfachen.“ HotelNetSolutions bietet neben den „klas-sischen“ OTAs auch eine Anbindung an die Metasearcher, darunter zu TripConnect von TripAdvisor sowie zu Trivago, Google Hotel Fin-der und demnächst auch Kayak. „Der Vertrieb über die Metasearcher wird an Bedeutung sicher noch zunehmen. Hoteliers, die dem Trend folgen, sollten jedoch personell in der Lage sein, sich tiefgreifend mit der Thematik zu befassen“, betont die Marketingverantwortliche Birgit Groß. „Jeder Metasearcher bietet ein anderes Modell, bedient bestimmte Zielgruppen und zeigt Zusatzmöglichkeiten, seine Produkte zu platzieren. Der eigene Auftritt auf den Portalen sollte gut gepflegt sein, der Einsatz und der ROI im Verhältnis stehen.“ Ibelsa, ein Hersteller webbasierter Hotel-verwaltungssysteme, stellt seinen Kunden direkte Anbindungen zu den Channel Managern ParityRate, Channelmanager.de und DIRS21 zur Verfügung, weitere sollen in den kommenden Monaten folgen. Die Anbindung an DIRS21 beinhaltet auch die direkte Anbindung der Hotelwebsite an Google Hotel Finder, Trivago und TripAdvisor. „Anhand der Anfragen können wir sehen, dass das Interesse der Hoteliers sehr groß ist, mit dem eigenen Hotel bei den Metasuchmaschinen aufzutauchen, um nicht Andrea Carrillo Bianchi, Senior Director eCommerce bei Micros Fidelio, geht davon aus, dass die Metasearch-Portale und ihre Hotel Pricing-Werbeprogramme durchaus für die Vermarktung der Hotels Erfolg haben wer-den. „Wichtig ist, dass die Hotels eine eigene Strategie in dem Bereich entwickeln, sodass die entstehenden Werbekosten tatsächlich zu Buchungen konvertieren und so die Kosten nicht höher als gängige Provisionen liegen. Wir bieten allen Kunden unserer Buchungslösungen eine Anbindung an die Metasearch-Portale für die aktive Nutzung der Werbeprogramme.“ Susanne Grafe-Storost, Manager Marketing & Kommunikation, ergänzt allgemein: „Ganz ohne HRS und Booking.com wird es nicht gehen. Ziel für jeden Hotelier muss sein, seine Website mithilfe aktueller Technologien (Responsive Design, mobile Websites, App) so zu gestal-ten, dass ein unproblematischer, zügiger und einfacher Buchungsvorgang möglich ist. Der Hotelier sollte für diese neuen Anforderungen nicht nur die Features eines Systemanbieters betrachten, sondern die vollständige Integration der einzelnen Module. “ „Nach wie vor stehen die großen Buchungs-kanäle hoch im Kurs“, erklärt Jörg P. Berger, Vorstand von Gubse. „Trotz der Kosten, kann es sich kaum ein Hotel leisten, auf die Umsätze, die diese Kanäle bringen, zu verzichten. Der Trend zu Suchmaschinen wie Hotel Finder, TripAdvisor und Trivago nimmt aber zu. Für uns als Software-Hersteller bedeutet dies, dass den OTAs allein den Markt zu überlassen. Ganz vorne rangieren derzeit der Google Hotel Finder und Trivago, aber auch TripAdvisor“, meint Geschäftsführer Philipp Berchtold. Be:con bietet die Anbindung mittels des Mo-duls Meta Connect an, welche einen eigenen Online Channel Manager beinhaltet, über den Preise und Verfügbarkeiten eingestellt und verwaltet werden können. Auf Wunsch lässt sich dieser auch direkt an eine vorhan-dene Hotelsoftware anschließen, sodass die Verwaltung der Preise und Verfügbarkeiten über das PMS erfolgt. In Meta Connect ist das CPC-Cockpit enthalten, mit dem der Hotelier die Kostenkontrolle über sein eigenes CPC-Budget behält. Hier bekommt er tages-aktuell alle Informationen über die Anzahl der Impressions, Klicks und kann zusätzlich alle Gebote steuern. Be:con ist nach eigenen Angaben der einzige Anbieter, der über sein Cockpit auch die direkte Steuerung des Kanals TripAdvisor ermöglicht. Mit einem Ausbau des Angebots um 20.000 neue Hotels will sich der Voucher-Anbieter Groupon künftig zu einem vollwertigen Reise-portal entwickeln. Dabei können potenzielle Gäste über einen Buchungskalender ihre Wunschdestination und das -datum eingeben, diese suchen und schließlich sofort buchen. Mit der neuen Last-Minute-Buchungsapp Blink sollen Kunden zudem 48 Stunden vor Reisean-tritt Angebote mobil erhalten können. tige Platzierungen auf den Ergebnislisten. Ein neuer Akteur auf der Bühne der Meta- Suche ist in diesem Zusammenhang Trip- Advisor: Mithilfe von TripConnect können Individualhotels und kleinere Ketten dort ihre eigene Website in der Meta-Suche von TripAdvisor platzieren. Die Lösung er-gänzt die Suchfunktion, die es Besuchern auf TripAdvisor-Websites erlaubt, Preise und Verfügbarkeiten in Echtzeit von unter-schiedlichen Buchungspartnern gleichzei-tig zu sehen. Die Besucher klicken dann auf die Suchergebnisse ihrer Wahl und werden anschließend direkt auf die hoteleigene Bu-chungsplattform oder OTAs weitergeleitet. Teilnehmende Hoteliers zahlen nach Infor-mationen von TripAdvisor erst dann, wenn ein Reisender durch Klicks auf ihre Web- bzw. Reservierungsseite auf der Homepage gelangt. Voraussetzung für die Teilnahme ist allerdings ein kostenpflichtiges Business Listing. Erst dann können Abonnenten ein Angebot, das ihren Budgetvorstellungen entspricht, platzieren und die Cost-per- Click Budgets verwalten. Zudem können sie für eine bevorzugte Platzierung in den Preisvergleich-Rankings bieten, indem sie den Betrag pro Click, den sie bereit sind zu zahlen, festlegen. TripConnect basiert damit wie andere Metasucher auf dem Auktionsmodell, bei dem die Kosten je nachdem, wie hoch das Hotel und deren Distributionspartner für den Klick bieten, variieren. Doch genau hier liegt auch die Crux für die Hotelbetriebe: Sie müssen nicht nur dafür sorgen, bei den Suchergebnissen unter den ersten Treffern gut sichtbar zu sein, sondern auch das CPC-Modell hat seine Tücken, indem es sehr variabel und somit schwer zu kalkulieren ist. Zudem müssen sie die nöti-gen technischen Voraussetzungen für eine 4/2014 43


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