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hotelkonzepte Ein Teil der Geschichte Sohn machte später auf der Wart-burg eine Ausbildung als Kellner und konnte jetzt für das Jubilä-um Bildmaterial zur Verfügung stellen. Ähnliche Erinnerungen pflegen viele Eisenacher und die langjährigen Gäste des 100 Jahre alten Hauses. Im Laufe der Zeit wurde das Hotel so ein Teil der Geschichte der Wartburg, Eisenachs und Thüringens – und wird es wohl auch die nächsten 100 Jahre bleiben. syk/aho Hotel auf der Wartburg 99817 Eisenach www.wartburghotel.de Eigentümer: Wartburg-Stiftung Architekt: Bodo Ebhardt Innenarchitekt: Bärbel Schwabe Berufsbekleidung: DBL Betten: FBF bed&more Gästetresore, Minibar: Hartmann Tresore Guest Supplies: Aficom (Pascal Morabito) Heizungstechnik: Buderus Kaffee, -maschinen, Tee: WMF Herdanlage: MKN Kombidämpfer: Rational Restaurantmöbel: Spahn Software: Micros-Fidelio Spültechnik: Winterhalter Tischkultur: Kahla, Spiegelau, WMF Waschmaschinen: Bosch, Miele Berufskleidung www.dbl.de mehr Restaurantplätze offerie-ren“, erklärt Dorothee Schmidt. Außen ging es 2011 weiter: Fünf Monate schloss das Hotel für die komplette Renovierung von Dach und Fassade. Heute laden zwei neue Zimmer ein, darun-ter die Wartburg-Suite z. B. für Hochzeitspaare während ihren Feierlichkeiten. Auch die übri-gen Zimmer wurden mit einem neuen Farb- und Lichtkonzept auf den neuesten Stand gebracht. Entstanden ist ein modernes aber behagliches Ambiente, das die Atmosphäre der Burg aufgreift und sich in den Räumen wider-spiegelt. „Spannend ist, dass das Haus nie einem anderen Zweck diente als der Hotellerie“, erklärt Dorothee Schmidt. „Es wurde bereits als Hotel erbaut und wurde durchge-hend als solches genutzt.“ Des-halb wird das 100-jährige Jubilä-um natürlich gemeinsam mit den Gästen begangen. Im Rahmen eines kleinen Festaktes besuch-ten auch bereits Christine Lie-berknecht, Ministerpräsidentin in Thüringen, Michael-Benedikt Prinz von Sachsen-Weimar-Eise-nach sowie die Geschäftsführung von Arcona das Haus, um seine Geschichte als Hotel zu feiern. Für die Gäste hat sich das Team zum Geburtstag einiges ein-fallen lassen. Schon seit den Anfängen des Hotels wurden die Räumlichkeiten für Kon-gresse und Veranstaltungen jeder Art genutzt. Aktuelle Tagungsgäste können sich etwa mit der Jubiläumspauschale auf einen Streifzug durch 100 Jahre Hotelgeschichte begeben, die Wartburg besichtigen und eine „kulinarische Reise durch 100 Jahre“ unternehmen. Zu die-ser Reise lädt Küchenchef Peter Herrmann in die Landgrafenstu-be ein. Er verbindet historisch be-legte Menüfolgen mit modernen Zubereitungs-arten und Pro-dukten aus der Region. Auf der Kar-te steht z. B. die „Schnep-fensuppe“ aus einem Dîner auf der Wartburg vom 5. Januar 1900, vom Kü-chenteam neu interpretiert mit Wachtelcremesuppe und Wach-telbrustroulade. Eine passende Weinbegleitung ist die für den Anlass kreierte Sonderedition an Jubiläumsweinen des Weingutes Andreas Bender. Dazu erzählt Peter Herrmann Geschichten zu den Speisen und Produkten sowie ihrer Herkunft. Ihre Geschichten über die Wart-burg und das Hotel haben auch die Eisenacher und die Stamm-gäste des Hotels geteilt. „Ein Herr Mitte 80 hat sich bei uns ge-meldet und die Geschichte seines Vaters erzählt“, berichtet Doro-thee Schmidt. „Dieser hat in den 1920er Jahren auf der Wartburg gearbeitet und sich in die Nich-te des Hoteldirektors verliebt.“ Der Direktor war vom Verehrer seiner Nichte zuerst nicht begeis-tert, doch durch die Hartnäckig-keit des jungen Mannes musste er sich schließlich geschlagen geben und die Hochzeit konn-te stattfinden. Der gemeinsame Guest Supplies (Auszug) www.aficom.fr PROJEKTBETEILIGTE Einst klopften Pilger an die Tür des Hotels auf der Wartburg. In diesem Jahr feiert das Haus seinen 100. Geburtstag – mit Hochzeits- und Tagungsgästen. Seit dem 12. Jahrhundert thront die Wartburg über Eisenach und ist seit je-her ein Besuchermagnet. Auf ihr lebten die Heilige Elisabeth und Luther, der hier an der Überset-zung der Bibel arbeitete. Künstler wie Walter von der Vogelweide und Richard Wagner, ließen sich von ihr inspirieren. Doch vor 200 Jahren schien die Burg dem baulichen Verfall nahe und wurde nur durch das Engage-ment des damaligen Besitzers, Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach, restauriert und ergänzt. Um die vielen Besucher unterbringen zu können, wurde der Berliner Ar-chitekt und Burgenkundler Bodo Ebhardt Anfang des 20. Jahrhun-derts mit einem Neubau beauf-tragt. Er ließ den felsigen Bau-grund absenken und die Fassade ähnlich der Wartburg mit auflockernden Fachwerkelemen-ten gestalten. Hinzu kamen De-ckenelemente wie Spitzbögen. 1914 eröffnete schließlich das Hotel und befindet sich seit 1922 im Besitz der Wartburg-Stiftung – auch während der NS-Zeit und der DDR. „Wegen der Ge-schichtsträchtigkeit haben sich die DDR-Funktionäre vermutlich nicht getraut, dieses Hotel für ihre Zwecke zu missbrauchen“, vermutet Dorothee Schmidt, die PR- & Marketing- Verantwortliche des Hotels. 1994 wurde das Hotel aufwändig sa-niert, vor allem die individuell zugeschnittenen Zimmer. Mit dem Einstieg der Arkona Ma-nagement als Pächter seit 2001 wurde auch der öffentliche Be-reich erneuert und ein kleiner Vitalbereich mit Sonnenterrasse errichtet. 2007 erhielt das Res-taurant Landgrafenstube eine überdachte Terrasse – die Land-grafenterrasse – mit raumhohen Fensterfronten, die einen Rund-umblick auf den Thüringer Wald gewährt. „Damit können wir vor allem den Eisenachern selbst 4/2014 23


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