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einrichtung & energie sich nach oben verjüngenden Gebäudes aus Brandschutzgründen mit Stahlbeton gebaut sind, entstanden die drei Hotelgeschosse in massiver Brettsperrholz-Bauweise. Die 82 Zimmer des Drei-Sterne-Plus Ökohotels war-ten mit Wänden und Decken aus hellem Fich-tenholz auf. Die Wärmevertei-lung Die Renaissance des Baustoffes Holz hat auch die Hotellerie erreicht. Drei Hotels zeigen Möglichkeiten in der Architektur, Nutzung und Formensprache. erfolgt über Handtuchtrockner in den Bädern und die automatische Lüftung – dabei können die Fenster weiterhin von Hand geöffnet werden. Umhüllt wird der geschwungene Baukörper von einer witte-rungsresistenten Lärchenholzschalung, die ohne Schutzanstrich auskommt und mit der Zeit natürlich vergraut. Das extensiv bewirt-schaftete Gründach sorgt mit seiner dichten Bepflanzung als atmende Dämmschicht für sommerliche Kühle und winterliche Wärme. Die Grundlast zur Deckung des Heizwär-me- und Warmwasserbedarfs wird von dem Anschluss an ein Nahwärmenetz getragen, das von einem umliegenden Biogas-Block-heizkraftwerk (BHKW) gespeist wird. Eine inhäusige Erdwärme-Lösung mit Wärme-pumpe deckt die Lastspitzen des Winters ab, ohne Emissionen zu produzieren. Zudem erzeugt die PV-Anlage auf dem Gründach mehr Strom als die Wärmepumpe benötigt. Insgesamt wurden 1.386 m³ an Holzvolumina verbaut: Dies entspricht einem Koh-lenstoffanteil, aus dem Holz zu 50 % besteht, von ca. 347 t, was einer CO2-Speicherung von über 1.273 t gleichkommt. Holz100 im Allgäu Vom Norden in den Süden ins Berghotel Mattlihüs: Auf dem Oberjoch in 1.200 m Höhe hat eine Hoteliersfamilie ih-ren Vier-Sterne-Standort in stofflicher Kon-sequenz erweitert. Beim neuen Domizil des Mattlihüs bestehen sämtliche Wände, De-cken, Böden, Türen und Möbel aus massi-vem Holz, was die Einstufung als Bio-Hotel ermöglichte. Zudem wird das Regenwasser für die WC-Spülung genutzt. Alexander Geißler, Hotelier und Koch im Berghotel Mattlihüs, legt großen Wert auf diese Bau-weise: „Das Material ist uns sehr wichtig: keine Nägel, kein Leim und keine Chemi- Foto: Klaus Frahm Ob kurze Bauzeit, gesundes Raumklima oder neutrale CO2- Bilanz – moderne Hotel-Holz-bauten senken nicht nur Kosten, son-dern ziehen auch neue umwelt- und gesundheitsbewusste Gäste an, sowohl auf dem Land als auch in der Stadt. In Hamburg hat die Schutzgemein-schaft Deutscher Wald im Kontext der Inter-nationalen Bauaus-stellung das fünfge-schossige Wälderhaus mit Gastronomie-, Se-minar- und Ausstellungsbereichen sowie dem Raphael Hotel Wäl-derhaus (F. l.) errichtet. „Die Bedeutung des Waldes soll für Stadtmen-schen hier sicht-bar werden“, erklärt der Pro-jektleiter Jan Muntendorf. Während das Erdgeschoss und die ers-te Etage des 3/2014 53


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