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Fotos: Gastronomie-Report Wer allein zum Essen geht, fühlt sich oft aus-gegrenzt. Für diesen bislang vernachlässigten Gäste-kreis hat die Architekturstuden-tin Kathrin Hermanns das visio-näre Lokal „Eremitage“ entwor-fen, bei dem jeder Gast in seinem eigenen Häuschen allein speist. Das polarisierende Konzept ist der Sieger des Wettbewerbs „Restaurant der Zukunft“, den die Fachzeitschrift Gastronomie- Report diesmal in Kooperation mit der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stutt-gart veranstaltet hat. Bei der Preisverleihung im Rahmen des „Gastronomie-Forums“ in der Messe Stuttgart zeigte sich, dass der neue Zukunftswettbewerb nicht nur in der Gastro-Branche, sondern weit darüber hinaus für heiße Diskussionen sorgen wird: Denn in den prämierten Konzep-ten steckt gesellschaftspolitischer Zündstoff. Präsentiert wurden die visionären Modelle auf der Fach-messe Intergastra. Das Siegerkonzept „Eremitage“ kann als Antwort auf die Ver-einsamungstendenzen der mo-dernen Gesellschaft interpretiert werden. Es rückt die wachsende Zahl der Singles, die aus Angst vor dem „Allein-Essen-Gehen“ nicht selten auf Fast Food und Delivery-Service zurückgreifen, als wichtige Zielgruppe für die Gastronomie von morgen in den Mittelpunkt. Im Eremitage sit-zen alle Gäste an einem langen Tisch, aber jeder für sich und vor den Blicken der anderen ge-schützt. Selbst auf dem Weg zu diesem „Häuschen“ finden kei-nerlei Begegnungen statt. Auch die Raumknappheit in den Innenstädten wurde als Thema aufgegriffen. Wird Gastronomie künftig infolge hoher Mietpreise Restaurant 2.0 Das Restaurant Eremitage (1. Platz) soll das Bedürfnis des Alleine-Essengehens befriedigen – in Ruhe sein Essen genießen und nicht auf andere Rücksicht nehmen müssen.


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