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Analoge Landlust Stricken mit Senioren – hätten Sehnsucht nach dem Unspektakulären, Privaten und Entschleunigten treibt heute viele informationsgestresste Großstädter in ihre Gartenparzelle aufs Land. Hier erfüllt sie für ein paar Tage das unmittelbare, entspannt erfahrene Erlebnis und Ergebnis beim Unkrautjäten und Brotbacken ohne Knopfdruck mehr als die neueste Preisvergleichs-App. Statt Bungee und Rafting Kräuter und Häkeln sozusagen. Für die Hotellerie kann dies bedeuten, nicht nur mehr naturnahe, „einfach gestrickte“ Angebote und Incentives zu kreieren, sondern den Gast einfach noch mehr so sein zu lassen wonach ihm gerade ist – vielleicht auch hin und wieder jenseits seiner exakt ermittelten und erfassten Fernseh-, Kopfkissen- und Frühstücksgewohnheiten, über die so manches Haus mehr weiß als der Gast selbst. Entspannen im Einfachen und Analogen, das könnte für eine bestimmte Gästeklientel ein echtes Bedürfnis im fließenden, großen Fahrwasser von Regionalität und Individualität sein. Es bleibt spannend, wie natürlich dieser Trend jenseits von Lifestyle-Marketing bleiben darf und mit echtem Leben gefüllt wird. Sie gedacht, dass Sie damit heute den Nerv Ihrer Gäste treffen könnten? Gut, für jeden kosmopolitisch gebrieften Konzernmanager mag das vielleicht zu viel der guten alten, langsamen Zeit sein. Aber wer weiß das schon so genau; vieles sieht man den Gästen heute äußerlich ja nicht mehr an. In dem 2013 neueröffneten Hotel „Das Goldberg“ im österreichischen Bad Hofgastein ist jedenfalls das Stricken der Hoteliers mit den Gästen und Bewohnern des benachbarten Seniorenheims zu einer Art „Work-out-Alternative“ avanciert – in einem Hotelumfeld, das zugleich auf eine große Portion modernes Design setzt. Dass das Haus mit Konzepten wie diesen nicht allein auf weiter Flur ist, zeigt unsere Autorin in ihrem Beitrag über die neue Landlust im Lande. Auch die Holler Hotels & Resorts z. B. wollen demnächst mit den ersten Ferienhotels starten, die das pure „Schlafen, Lesen, Essen, Fische fangen und Sterne gucken“ maximal zwei, drei Stunden von der nächsten Großstadt entfernt zum Credo erheben. Etablieren sich naturnahe Hotels, die das Segment etwas bunter machen und manches weniger verbissen und bionade-ernst sehen? D er Trend scheint zu sein, dass heute etwas passiert, indem nichts mehr passieren muss. Die editorial Sylvie Konzack, Chefredakteurin Wir sind auf der Internorga. Sie auch? Besuchen Sie uns in Halle A1, Stand 201 oder Halle B4. EG, Stand 005. Wir freuen uns auf Sie! WER SIND DIE BEST OF MARKET 2014? Wir küren die Sieger unserer Leser am 13. März 2014 in Hamburg! 2014 BEST of Market


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