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Foto: privat hotelkonzepte Gleiche Überzeugungen haben Herr Althoff, mit Christian Jürgens wurde jüngst erneut eines Ihrer F&B-Konzepte und -Akteure mit drei Sternen ausgezeichnet. Welche Elemente machen Ihre F&B-Philo-sophie seit Jahren so erfolgreich? Die Gastronomie ist bei uns seit über 20 Jahren ein wichtiger Fokus, und entsprechend haben wir in dem Bereich viele Erfahrungen sammeln können. Entscheidend für uns ist dabei, dass es gelingt, Spezialisten an das Haus und die Idee zu binden, indem wir gute Rahmenbedingungen schaffen, die richtige Organisationsstruktur implementieren und vor allem gleiche Überzeugungen haben. Es geht darum, eine hochwertige Gastronomie in einem preissensiblen und zugleich kostenintensiven Land wie Deutschland zu verkaufen. So steht und fällt wieder viel über das Perso-nal. Welche HR-Strategie haben Sie derzeit? Wir arbeiten eigentlich seit 20 Jahren mit der gleichen Strategie, indem wir auf eine 360-Grad-Betrachtung der Bedürfnisse der Gäste und Mitarbeiter setzen und beide wertschätzen. Dazu gehört für uns das Angebot vieler Ausbildungen, ein praxisorientiertes Schulungssystem und die Möglichkeit zu diversen Austauschprogrammen, an denen gerade unsere jungen Mitarbeiter interessiert sind. Mit der Fachhochschule Bad Honnef haben wir vor ein paar Monaten zudem einen neuen exklusiven Ausbildungsgang zum Hotelfachmann mit der Option zum Erwerb des Bachelors initiiert. Unsere Branche hat noch immer ein ordentliches Stück Imagearbeit zu leisten, indem sie die Karrierechancen, die die Qualitätshotellerie bei uns bieten kann, mehr nach außen tragen muss. Sie sollte stolz sein auf die Bedingungen, die sie bieten kann, weil die Mitarbeiter weltweit begehrt sein. Vor diesem Hintergrund starten Sie in den nächsten zwei Jahren ein weiteres Althoff und drei Amerons. Wie ist deren Stand? Wie wer-den sie damit weitere, echte Akzente setzen? Das Dom-Hotel in Köln muss sich derzeit noch einem Genehmigungsverfahren unterziehen, so dass ich davon ausgehe, dass wir 2015 den Betrieb übernehmen können werden. Bei Ameron können wir bereits im Sommer durchstarten. Das Haus Sterne, Expansionen und HR-Aktionen – bei der Althoff Hotel Collection passiert derzeit viel. Wir sprachen mit Thomas Althoff über neue und alte Rezepte. in der Hamburger Speicherstadt wird dabei das erste komplett neugebaute Ameron sein und mit dem Designkonzept aus den 1950er/1960er Jahren für weiteren frischen Wind in der Vier-Sterne-Businesshotellerie sorgen. 2015 eröffnen wir zudem weitere Neubauten in Luzern und Davos. 2016 wird schließlich auch ein komplett neues Haus in München mit ca. 150 Zimmern nahe des Frankfurter Rings starten. Doch bei aller Expansion geht es uns in den nächsten Jahren natürlich auch darum, die bestehenden Häuser weiterzuentwickeln. Dazu zählen Projekte wie das All-Suite-Spa-Konzept, das wir im Althoff Seehotel Überfahrt am Tegernsee implementiert haben, und die Gastronomie im Althoff Hotel am Schlossgarten in Stuttgart, die wir erneuern werden. Was muss sich ein Grandhotel heute präsen-tieren? Was heißt es heute, bessere Qualität und einen besseren Service zu bieten? Es geht darum, sich in einen Ort hineinzuversetzen und die drei strategischen Säulen Service, Design & Architektur sowie Gastronomie und ggf. Spa voranzubringen. Es geht darum herauszufinden, was ein Gast wann wie wertig empfindet. Im Vergleich zu den 1990er Jahren z. B. wollen die Gäste wieder mehr für sich sein, statt mit einem großem Entertainment konfrontiert zu werden. Auch wenn es wie ein alter Schuh klingt: Wir wollen mit den richtigen Maßnahmen die Gastbedürfnisse jederzeit fokussieren – d. h. vor allem, sich immer wieder neu auf veränderte Nutzungsgewohnheiten einzustellen. Vielen Dank für das Gespräch. syk 3/2014 25


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