Page 7

first_class_01_02_2014

Foto: privat Grenzenloses Haften Gesetzliche Basis ist die im § 823 BGB geregelte Haftungsfrage: „Wer … das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum … eines anderen wi-derrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet.“ Der Gesetzgeber setzt damit ein Verschulden voraus. Doch für die von Gästen eingebrachten Sachen erweitert er die Haftung des Hoteliers mit der sog. „Gast-wirtshaftung“ gemäß § 701 BGB sogar: „Ein Gastwirt, der gewerbsmäßig Fremde zur Beherbergung aufnimmt, hat den Schaden zu ersetzen, der durch den Verlust, die Zer-störung oder die Beschädigung von Sachen entsteht, die ein im Betrieb dieses Gewerbes aufgenommener Gast eingebracht hat.“ Die-se verschuldensunabhängige Haftung wird eingeschränkt, indem der Gastwirt nur bis zum Hundertfachen des Beherbergungsprei-ses für einen Tag haftet (mind. 600 E, max. 3.500 E, bei Geld/Wertpapieren: 800 E). Kalkulierbar wird dies erst mit der richtigen Haftpflichtversicherung, die im Idealfall die finanziellen Verpflichtungen abnimmt. Doch unsere Erfahrungen sind ernüchternd: Nur wenige Hotelpolicen bilden die gesetzliche Haftung wirklich ab – so verbleibt ein hohes Restrisiko, denn vieles ist in gängigen Stan-dardkonzepten nicht versichert und oft erst, wenn überhaupt, auf gezielte Nachfrage ver-sicherbar, z. B. Schadensersatzforderungen der Musikindustrie wegen illegaler Down-loads über das Hotel-WLAN und Verlust/ Diebstahl bei Tagungsgästen oder Veranstal-tern. Oft wird auch der Einschluss der Haus-/ Grundbesitzerhaftpflicht des Gebäudeeigen-tümers bei juristischer Betriebsaufspaltung (Personalunion) übersehen. Die Policenlimits von 2, 3 oder 5 Mio. E er-scheinen hoch. Und tatsächlich: Es gibt nur wenige Schadensfälle, die darüber hinausgehen. Aber bedenken Sie, dass der § 823 BGB eine unlimitierte Haftung bei Verschul-den besagt. Sie haften z. B. für Krankenhaus-kosten, Verdienstausfälle, Schmerzensgelder, Anwaltskosten – mit einem Multiplikator von vielleicht 250 Gästen. Hinzu kom-men Sachschäden wie das Auto in der Garage etc. Volker Begas Auch für in Mitleidenschaft gezogene Nachbargebäude oder das ange-mietete Gebäude müssen Sie geradestehen. Es sind daher fast immer Deckungen von mind. 10 Mio. E zu empfehlen. Die Aus-wahl der Anbieter (inkl. Branchengrö-ßen) schränkt sich dann aber deutlich ein – oder der Versicherungsschutz verteuert sich enorm. Über Hotelmakler bleibt er trotz höchster Qualitätsstandards bezahlbar: Die 50 Mio.-E-Deckung für ein 60-Zimmer-Haus mit 2,5 Mio. E Jahresnettoumsatz ist z. B. für ca. 2.000 E Jahresbeitrag erhältlich. Die Not-wendigkeit ausreichend hoher Policen und umfassender, zielgerichteter Versicherungs-bedingungen kann nicht genug betont wer-den. Volker Begas, GGF der Mosaic Versi-cherungsmakler, www.hotelversicherer.de Versicherungstipp Der Ober bekleckert den Gast, fünf Gäste rutschen bei Glätte aus. Wie weit reicht Ihre gesetzliche Haftung? branchenfokus WER KOMMT, WEISS WAS KOMMT. Die Leitmesse für Gastronomie, Hotellerie, Gemeinschaftsverpflegung, Bäckereien und Konditoreien internorga.com Appetit auf Neues? 14. – 19. März 2014


first_class_01_02_2014
To see the actual publication please follow the link above