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Dezentral lukrativ Herr Mantz, RWE erstellt und betreibt für Hotel- und Wellnessbetriebe maßgeschnei-derte, dezentrale Energielösungen. Wie gehen Sie bei der Ermittlung von Energieeinspar-potenzialen vor? Welche Maßnahmen bieten sich zur Optimierung? Basis unserer Beratung ist die Energie-Analyse, die einen Überblick über die ganz individuelle Energiesituation des Hauses gibt und Schwachstellen aufdeckt. Auf dieser Basis entwerfen wir ein maßgeschneidertes Konzept zur Optimierung der Energieversorgung. Oft ist nur eine kleine Änderung im Nutzungsverhalten, ein kurzer Eingriff in die Regelungstechnik oder die Erneuerung Energie sparen im Wellnessbereich auf dezentralem Weg? Jörn-Erik Mantz, Geschäftsführer der RWE Energiedienstleistungen, erklärt, was möglich ist. alter Bauteile nötig. Optimierungen der Energieversorgung müssen nicht teuer sein und können eine bis zu 30-% ige Energieeinsparung erzielen. Welche Vorteile bieten dezentrale Energielösungen im Rahmen der Optimierung der Energieeffizienz? Mit modernen, dezentralen Energielösungen, insbesondere unter Einsatz hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) oder Photovoltaik, können wir Kosteneinsparungen für Hotels erzielen. Der Kunde profitiert, indem er seinen eigenen Strom produziert und in seiner Liegenschaft selbst nutzt. In einer KWK-Anlage wird der eingesetzte Brennstoff dabei deutlich effizienter genutzt als z. B. bei der getrennten Erzeugung von Strom und Wärme. Die kombinierte Erzeugung von Strom und Wärme führt darüber hinaus auch zu einer deutlichen Reduktion von CO2-Emissionen. Welche Vorteile bieten Sie als großer Energie-dienstleister speziell im Bereich dezentraler Energielösungen? Unser sehr breites Produktportfolio an Energiedienstleistungen ermöglicht es uns, flexibel auf den Bedarf und die Wünsche unserer Kunden zu reagieren. Dies beginnt mit der energetischen Bestandsaufnahme und endet mit der Einbindung neuer oder vorhandener Energietechnik in das virtuelle Kraftwerk von RWE. Für welche Hotels eignet sich Ihr BHKW-Konzept? Findet es nur im Contracting-Prin-zip Anwendung? Die Nutzung einer eigenen KWK-Anlage eignet sich für alle Hotels, die einen ganzjährig hohen Wärme- und Strombedarf haben. Strom und Wärme werden dabei direkt am Ort der Entstehung genutzt. Dabei erreichen wir besonders hohe Brennstoff- Nutzungsgrade von bis zu 90 % und eine Primärenergieeinsparung von bis zu 40 % – ideal für die Optimierung der Energieeffizienz. Kraft- Wärme- K o p p l u n g bieten wir in zwei Geschäftsmodellen an: Beim klassischen Contracting-Modell übernimmt RWE neben Planung, Bau und Investition auch die Instandhaltung und den Betrieb der Anlage sowie die Strom- und Wärmelieferung. Im Pachtmodell hingegen verpachten wir das BHKW an den Kunden. Durch den eigenen Anlagenbetrieb erhält der Hotelier ein Höchstmaß an Flexibilität und profitiert von allen Vorteilen – ganz wie beim eigenen Bau der Anlage, jedoch ohne eine Bindung des eigenen Kapitals. Wie können Hotels über Ihr Konzept eines virtuellen Kraftwerks Mehrerlöse generieren? Betreibern von dezentralen Energieerzeugungsanlagen bieten sich diverse Möglichkeiten, im Rahmen der EEG-Gesetzgebung durch die Anbindung an das virtuelle Kraftwerk mehr aus der bestehenden Anlage – sei es eine Fotovoltaikanlage oder ein BHKW – herauszuholen. So kann auch ein Hotel seine Anlage zum Verbund vieler dezentraler Energieerzeugungsanlagen zuschalten lassen und RWE ED den selbst produzierten, nicht benötigten Strom überlassen. Dafür erhält es im Rahmen der Direktvermarktung über das Marktprämienmodell eine Vergütung. Alternativ bietet sich die Minutenreserve an. Hier kann das Hotel erheblich profitieren – es erhält Erlöse aus Vorhaltung und Abruf sowie attraktive Zusatzerlöse, wenn ergänzende Vermarktungspotenziale ausgeschöpft und die negative Leistung zu einer höheren als der vorab vereinbarten Vergütung vermarktet werden. Hotels können somit durch Anbindung an das virtuelle Kraftwerk in der Tat lukrative Mehrerlöse erzielen. Welche konkreten Lösungen wurden bereits umgesetzt? Bei einem unserer Kunden der Hotel- und Wellnessbranche machte allein der Energiebedarf ca. 30 % der Betriebskosten aus. Um das Energiekonzept zu verbessern, entschied man sich daher für die Installation eines erdgasbetriebenen BHKWs, das dezentral Strom und Wärme erzeugt. Verbunden mit einem attraktiven Finanzierungsmodell kann so eine Energiekostenersparnis von bis zu 80.000 E jährlich erreicht werden. Zudem hat der Einsatz eines BHKW hier eine jährliche CO2-Einsparung zur Folge, die in der Menge durchschnittlich den Emissionen von ca. 400 Einfamilienhäusern entspricht. Da die RWE ED nicht nur bei der Planung und Modernisierung, sondern auch im laufenden Betrieb die technischen und finanziellen Risiken trägt, kann die Betreibergesellschaft ihre Kapazitäten auch weiter uneingeschränkt auf das Kerngeschäft konzentrieren – ein lukratives Konzept. Mittlerweile wurden bereits an sechs Standorten BHKWs installiert. Vielen Dank für das Gespräch. syk www.rwe-ed.de/hotels Fotos: RWE Energiedienstleistungen 48 1-2/2014


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