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Foto: Sicotronic energiesysteme Verschiedene Tageswerte in einem Hotel: Die schraffierten Balken zeigen die grenzüberschreitenden Werte, wenn keine Energieoptimierung eingesetzt würde, die gelben Balken die geregelte bzw. optimerte Leistung. Die Grauen bilden die Hintergrundlast ab, während die gestrichelte Linie die Grenzleistung, die nicht überschritten werden soll, markiert. niedrige Lastspitzen in seinem Arbeitsfluss einschränken“, verdeutlicht er. Die automa-tische Reduzierung der Lastspitzen um 30 % reicht ihm so zur Kostenreduktion aus. Zuschalten statt abschalten Energieoptimierungsanlagen von Sicotronic finden bereits seit ca. 30 Jahren vor allem in Großküchen ihren Einsatz. „Doch gerade auch Hotels sind durch ihre große Zahl an Verbrauchern und den dadurch entstehen-den Spielraum für einen optimalen Einsatz der Anlagen prädestiniert“, erklärt Norbert Wittke. „Bereits ab sechs Geräten, die an-geschlossen werden, lohnt sich die Anlage. Je mehr Verbraucher vorhanden sind, umso besser.“ Grundsätzlich handelt es sich bei der Anlage um eine leistungsbegrenzende Steuereinheit, die auf Rchnerbasis Lasten ge-zielt zeitlich und kurzfristig umverteilt, ohne dass es zu spürbaren Beeinträchtigungen des Betriebsablaufs kommt. Die intelligente Regelung erkennt dabei, welche Geräte mo-mentan nicht mit voller Last gefahren wer-den müssen und versorgt diese nur in den Pausen der gerade unbedingt benötigten Ge-räte. Der Strom wird nur dann abgenommen, wenn er verbraucht wird – und zwar immer so, dass zuerst die wichtigen Abnehmer be-dient werden und dann die „Stromfresser“ wie die Saunen. So werden die Spitzen ge-senkt, nach denen in der Regel die Energie-versorger ihre Kosten bestimmen, aber nicht unbedingt der Verbrauch. „Optimieren heißt bei uns nicht abschalten, sondern wir schal-ten gezielt zu“, betont Norbert Wittke. Energiemanagementanlagen arbeiten, in-dem eine Grenzleistung eingestellt wird oder die Priorität auf Verbraucher mit einem dyna-mischen Grenzwert gelegt wird. Die Grenz-leistung ist grundsätzlich der Wert, der nicht überschritten werden soll, weil sonst die Stromkosten explodieren oder die maximale Anschlussleistung des Gebäudes erreicht ist und in der Folge die Sicherungen herausflie-gen. Zur Ermittlung des Grenzwerts wird bei jedem Objekt eine Liste mit Geräten erstellt und so die Kanäle ermittelt, die optimiert werden können. Eine Induktionsplatte hat z. B. 7 kW, eine Waschmaschine 25 kW – die meisten Geräte haben heute standardmäßig eine a, b, c, d-Schnittstelle, die die Energieoptimierung technisch ermöglicht. Nicht optimierbar und damit Hintergrundlast sind z. B. Steckdosen, Aufzüge und je nach Her-steller die Spültechnik. „Man kann davon ausgehen, dass ca. 60 % der Geräte gleichzeitig Energie anfor-dern. Durch die Energieoptimierungsanlage können wir die Spitzenlast um mindestens 30 % reduzieren, bei vielen Hotels sogar um noch mehr, wie die Beispiele zeigen“, so der Geschäftsführer von Sicotronic. Sichtbar macht diese Reduktion der Bildschirm auf der Steuereinheit. Die Grafiken können mi-nutengenau und auf Jahre rückblickend die Spitzenlast, den Verbrauch und die Betriebs-zeiten anzeigen – auch dies fördert einen be-wussteren Umgang mit den Geräten. Einer der ersten, der im Kleinwalsertal eine Energieoptimierungsanlage vor ca. zehn Jahren eingesetzt hat, war Max Kauf-mann im Hotel Alte Krone in Mittelberg mit 47 Zimmern, dem mit Busreisenden stark fre-quentierten Restaurant und dem Wellness-bereich. „Ohne Sicotronic wäre unser Kü-chenumbau damals nicht möglich gewesen, da das Gebäude mit der Anschlussleistung von über 320 kW endgültig an die Grenzen gestoßen wäre“, betont er. Aktuell hat er 36 Kanäle bei der Grenzleistung von 100 kW am „Optimierungsnetz“, darunter auch den In-duktionsherd mit der von Inducs und Sicotro-nic neu entwickelten Induktionsoptimierung und die neue Wäscherei mit 80 kW, dem-nächst soll auch die Kühl- und Lüftungsanla-ge dazukommen. Am effektivsten kann seine Anlage dabei arbeiten, wenn die Geräte aus-reichend leistungsstark mit schnellen Auf-heizzeiten arbeiten. „Viele Energie sparende Geräte, die primär wenig Anschlussleistung haben, helfen mir hier leider wenig“, erklärt Max Kaufmann. Besser verteilen ist manch-mal effektiver als sparen an falscher Stelle – das gilt auch bei Energiemaßnahmen. syk Beispiel 40 12/2013


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