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Fotos: © Multivisualart, HausRheinsberg, Embrace Hotels Hinweis, dass den Gästen bei Betätigung geholfen wird.“ Für Patrick Dohmen lässt sich mit „nachgewiesenem Pragmatismus“ viel erreichen. Mensch im Mittelpunkt Die Nachfrage nach barrierefreien Hotels ist in den letzten Jahren gestiegen, das bestä-tigt auch Martin Bünk. „Barrierefreiheit ist bei uns nicht nur baulich vorhanden“, betont er. „Gäste erleben in unseren Hotels einen entspannten und selbstverständlichen Um-gang.“ Zu dem 2007 gegründeten Verbund gehören inzwischen 43 Hotels. Von den rund 1.500 Mitarbeitern haben die Hälfte eine Behinderung. „Weil wir Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung schaffen, ist es für uns klar, dass auch unsere Angebote für behinderte Gäste zugänglich sind.“ Um Barrierefreiheit zu gewährleisten, spielt besonders der Umgang des Hotelpersonals mit den Gästen eine wichtige Rolle. Mitarbeiter sollten regelmäßig geschult werden. Rollenspiele bauen Hemmungen ab und hel-fen dabei, auf alle speziellen Gästebedürf-nisse einzugehen. „Unsere Mitarbeiter sind nicht nur auf Rollstuhlfahrer, sondern auch auf Menschen mit anderen Behinderungen eingestellt“, ergänzt Martin Bünk. Das Ho-tel Franz in Essen geht als Mitglied der Embrace Hotels auf verschiedene Einschrän-kungen der Gäste ein. Für Menschen mit Sehbehinderung gibt es z. B. Leitlinien im Eingangsbereich, Beschriftungen in Braille, Ansagen im Aufzug sowie kontrastreich ge-staltete Wände und Bodenflächen. Für Men-schen mit Hörschädigung ist eine Induktionshöranlage im Saal und an der Rezeption installiert. Besondere Bedingungen Auf die besonderen Ansprüche von Men-schen mit starken Einschränkungen geht das HausRheinsberg Hotel am See in Rheins-berg ein. „Wir sprechen mit unserem Ho-tel und dem über zwölf Jahre entwickelten Know-how eine spezielle Gästegruppe an“, erklärt der stellvertretende Hoteldirektor Pe-ter Vogt. Er rät Hoteliers, klar zu definieren, welche Gäste angesprochen werden sollen: „Möchte ich zwei Zimmer barrierefrei ge-stalten oder möchte ich diese Zielgruppe be-wusst als Zusatzgeschäft ins Hotel holen?“ In der Schulung „Umgang mit Menschen mit Behinderungen“ werden alle neuen Mit-arbeiter informiert und mit möglichen Situa-tionen konfrontiert. Das HausRheinsberg hat seine Zielgruppe klar definiert und reagiert mit speziellen Maßnahmen – breite Türen, große Bewegungsflächen zum Drehen und Wenden sowie der Verzicht auf Stufen auch in Dusche, Spa und Schwimmbad – ange-passt an die Bedürfnisse der Gäste. Peter Vogt begrüßt, dass immer mehr neue Ange-bote für Menschen mit Behinderung entste-hen, fordert hier jedoch die passende Moti-vation: „Eine Umstellung auf Barrierefreiheit sollte nie halbherzig geschehen.“ Nur mit der richtigen Motivation gelingt diese. Praktische Lösungen Wenn es um technische Lösungen geht, hält der Markt bereits einige Möglichkeiten be-reit: Barrierefreiheit ist z. B. mit dem Dusch-element von Geberit möglich: Der Ablauf liegt hier nicht mehr im Boden, sondern in der Wand und ist dadurch fast unsichtbar. Eine einheitliche Fußbodengestaltung im gesamten Badezimmer ist so möglich. Da der Boden unter der Dusche unterbrechungsfrei ausgeführt wird, ist der Aufwand beim Ein-bau gering. Eine barrierefreie Nutzung bieten zudem die Walk-in-Glasanlagen von Kermi, die sich auch für kleine Badgrundrisse eignen. Auf einer Seite sicher an der Wand befes-tigt ist die Duschlösung von der anderen Seite barrierefrei zugänglich. Insbesondere bei der Altbausanierung ist das Kermi Point Komplettboard E65 mit der Einbauhöhe von 65 mm eine Lösung für einen bodenebenen, befliesbaren Duschplatz. Auch die unterfahrbaren Varicor®-Waschtische ergänzen ein barrierefreies Bad. Sie werden maßgegossen und lassen sich damit variabel in Raum und Konzept einbinden und an die Bedürfnisse der Gäste anpassen. Die optionalen Ausschnitte beim eckigen Modell Agilo und dem runden Modell Privo sind als zusätzlicher Haltegriff zur Steige-rung der Sicherheit oder als Handtuchhalter nutzbar. Seit den 1990er Jahren hat sich Alumat Frey dem Thema „schwellenlose Türen“ verschrieben. Die Magnet-Doppeldichtung erfüllt die Anforderungen der Norm für bar-rierefreies Bauen (DIN 18040 Teil 2) nach ab-soluter Schwellenfreiheit. Die Norm erlaubt in Ausnahmefällen Türschwellen bei Außen-türen von rund 2 cm. Die Dichtung ist ohne Vordach überall einsetzbar, so dass diese 2 cm technisch nicht mehr notwendig sind. Die Lösung wurde mit dem Universal Design Award 2013 ausgezeichnet, wobei der Fokus auf der Verbindung von Komfort und Design liegt. Die Magnet-Doppeldichtung lässt sich in jedem Neubau bei allen Außentüren und bis zu 100 m Geschosshöhe schlagregen-dicht realisieren. Auch in Altbauten können vorhandene Türschwellen durch diese Null-schwelle ersetzt werden. tin Schwellenloses System von Alumat Frey HausRheinsberg HausRheinsberg Hotel Franz


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