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Foto: Micros Fidelio, P. van Bohemen online-vertrieb angesichts des für eine Markteinführung er-forderlichen Marketingbudgets, „mit einer Summe in sieben- bis achtstelliger Millionen-höhe“, heute schlichtweg nicht darstellbar. Bewähren sich die Neuen? Vor diesem Hintergrund wird es um so span-nender, wie sich neue Angebote wie der Ho-tel- Reservierungs-Butler HRB der Unterneh-mermanufaktur (s. S. 17) und hotelneX, das Online-Vertriebstool der Einkaufsgenossen-schaft HGK, die zu einem späteren Zeitpunkt auch mit einem eigenen Niedrigprovisions-portal starten will, behaupten wollen. Man-gelndes Brancheninteresse scheint nicht das Problem der Stunde: So vermeldete etwa die Unternehmermanufaktur kürzlich in Berlin ein „begeistertes Feedback“ seitens der Ho-teliers. Ob die Akteure es tatsächlich schaf- Kommentar: „Paroli“ kommt nicht von Parolen Branchenkreisen. Doch auch die kleinen und mittleren Hotels sollten vorbereitet sein, da-mit sie auf die zu erwartenden Umwälzun-gen bei der Ratenbildung richtig reagieren können. Laut Schätzungen sind erst 40 % der Hotels in Deutschland direkt online buchbar. Es gibt noch viel zu tun. Nathalie Kopsa OnePageBooking, die Online-Buchungsmaske von Hotelnetsolutions, hilft Hotels dabei, um-fangreiche Infos zu liefern, mit starken Bildern zu überzeugen, Bewertungen abzubilden und das Hotel attraktiv online buchbar zu machen. Alle Angebote werden transparent dargestellt mit ge-ringen Abbruchraten beim Buchungsvorgang. Die Lösung bietet zudem die Option, Zusatzangebote für Cross- und Upselling anzubieten. Zimmerka-pazitäten und Alternativen bei Nichtverfügbarkeit werden in Echtzeit angezeigt. Protel stellt mit WBE 4.0 (Web Booking Engine) eine besucherfreundliche, shop-orientierte Benutzerführung und viele Möglichkeiten des provisionsfreien Buchens auf der Hotelwebsite in den Fokus. Dabei sorgen verkaufsoptimierte Produktseiten mit frei wählbaren Kombinationen aus Rate und Kategorie dafür, dass jeder Gast das passende Angebot findet. Flexible Möglich-keiten der Preisgestaltung mit frei wählbaren Optionen, z. B. mit oder ohne Stornoaufschlag, werden ebenso angezeigt. Mit WBE 4.0 können Hotels auch eine Buchungslösung bei Facebook anbieten. Beim Thema Online-Distribution ist die Datenver-arbeitung ein Knackpunkt, indem Raten und Ver-fügbarkeiten in die Plattformen eingestellt wer-den müssen und eingehende Reservierungen in das PMS eingepflegt werden. Abhilfe verschafft der Channelmanager aus der Sihot-Produktfa-milie von Gubse. Er sendet Raten und Ratenan-passungen, Verfügbarkeiten sowie Restriktionen an die Plattformen überträgt Reservierungen aus den Channels direkt und ohne manuelle Eingabe in das PMS. Die manuelle Datenpflege wird da-durch auf ein Minimum reduziert. Die Schnittstellenplattform Connect24 von Hotline Hotelsoftware übermittelt automati-siert Daten an verschiedene Buchungsportale, Channelmanagement- oder Destinationssysteme. Neben der reinen Freimeldung verfügen viele Schnittstellen auch über eine bidirektionale Funk-tionalität. Inzwischen verfügt das Unternehmen über mehr als ein Dutzend Schnittstellen, u. a. zu Channelmanager.de, Cultuzz, DIRS21 oder Caesar-Data. Aktuell wird die Verbindung zu Seekda und HotelNetSolutions hergestellt. Das Unternehmen bietet mit Hotline booking auch eine eigene, provisionsfreie Buchungsfunktion für die Hotelwebsite. Nachdem HRS im letzten Jahr durch die Zusam-menarbeit mit Amadeus Hotels diese auch über GDS buchbar gemacht hat, wurde nun eine Vertriebsvereinbarung mit Sabre geschlossen. Sabre bietet Reisebüros weltweit Zugang zu 125.000 Hotels und will durch die Partnerschaft sein Angebot u. a. um Individualhotels erweitern. Ibelsa, Hersteller der cloudbasierten Hotel-management- Software ibelsa.rooms, eröffnet durch die Kooperation mit Tobit.Software einen erschwinglichen Weg in die Smartphone-Welt. Mit chayns® von Tobit.Software kann in wenigen, einfachen Schritten kostenfrei aus der Facebook- Seite heraus eine App generiert werden. Das i-Tüpfelchen der Kooperation: Die App ist direkt mit der ibelsa-Webbuchung vorgerüstet. Nach der Eingabe eines Codes ist bereits die Anbin-dung an eine Online-Buchbarkeit gegeben. Die Voraussetzung ist eine hoteleigene Facebook- Seite mit mindestens 100 Likes. Vieles wurde verschlafen: Statt die eigene Präsenz im Web sichtbarer zu gestalten und die Direktvertriebsmöglichkeiten aus-zubauen, verließ man sich zum Teil aus Be-quemlichkeit, zum Teil aus Unwissenheit lange nur auf die Buchungsportale. Diese hatten derweil viel Zeit, ihre Marktmacht auszubauen und zu festigen. Sie konnten un-gehindert die Regeln weitgehend unter sich ausmachen, wenn auch nach kartellrechtlich fragwürdigen Prinzipien, wie die erneute Abmahnung von HRS zeigt. Doch darf man auch nicht vergessen, dass die Portale den Markt der Online-Bucher für die Hotels er-schlossen haben, als noch darüber diskutiert wurde, ob ein Hotel überhaupt eine eigene Website braucht. Die Buchungsplattformen mussten erst zum zweitwichtigsten Hotel-vertriebsweg werden, bis die Kosten für die Provisionen als diskussionswürdig eingestuft wurden. Ob deren Höhe gerechtfertigt ist, darüber kann man heute trefflich streiten, und sicher ist es wünschenswert, dass die AGBs und Raten nach dem Wegfall der Pari-tätsklauseln neu verhandelt werden. Schuster bleib‘ bei Deinen Leisten, denkt manch einer, wenn er den Regensburger Portalstreik oder Eugen Blocks Medienauf-tritte verfolgt, die zwar Sympathien wecken, aber letztlich wieder das Bild vom Gastgeber mit begrenztem Internet-Hintergrundwissen zementieren. Damit dieses Bild bröckelt, müssen Hoteliers ihre eigenen Kompetenzen ausbauen, und die kaufmännische wie die technische Dimension des Online-Vertriebs besser verstehen lernen. Erst dann können sie den Portalen auf Augenhöhe begegnen – sprich: Paroli bieten. Nathalie Kopsa NEUHEITEN fen, auf lange Sicht den Gast auf ihre Seite zu ziehen, bleibt neben der Finanzierung und weiteren offenen Fragen abzuwarten. Ebenso verhält es sich mit dem Ausgang des Wegfalls der Ratenparität. Die großen Kon-zerne hätten für die Zeit „danach“ längst ihre Szenarien in der Schublade, heißt es in Nach wie vor ist das A&O: so viel Direktgeschäft wie möglich zu generieren, Portale weitestge-hend zu umgehen und integrierte Lösungen zu nutzen – kurze Response-Zeiten und perma-nente Online-Verfügbarkeit sind heute ein MUST. Dr. Peter Agel, Senior Vice President bei Micros EAME Souveräner im Online-Vertrieb werden? mehr Infos unter: www.blmedien.de/gastroinfoportal/ Technik-und-Ausstattung/ www.hotelnetsolutions.de, www.protel.net, www.sihot.com, www.hotlinesoftware.de, www.hrs.de, www.ibelsa.com 16 12/2013


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