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Foto: © Rainer Sturm/Pixelio.de Wegweiser durch den Paragraphendschungel Wer seinen Kunden etwas schenkt, sollte die Vorgaben der Finanzbehörden genau beachten. Andernfalls drohen steuerliche Nachteile für Schenker und womöglich auch Beschenkte. Gerade zum Jahreswechsel haben Aufmerk-samkeiten unter Geschäftsfreunden Hoch-konjunktur. Viele Unternehmen pflegen mit Präsenten ihre Geschäftsbeziehungen und bedanken sich für das entgegenge-brachte Vertrauen. Doch Firmengeschenke können schnell zur Steuerfalle werden, warnt der Bundesverband der Bilanzbuch-halter und Controller e.V. (BVBC). Grund-sätzlich gilt: Geschäftsleute dürfen bei Kun-den nicht ohne betrieblichen Anlass schen-ken. Hierzu zählen Geburtstage, Hochzeiten oder besondere geschäftliche Ereignisse. Neue Regeln für Dienstreisen 80 11/2013 Geschenkausgaben lassen sich bis zu einer Freigrenze von 35 E netto pro Person und Jahr steuerlich geltend machen. Dies entspricht einem Geschenkwert von maximal 41,65 E brutto. Zusätzliche Verpackungs- oder Versandkosten bleiben außen vor. Wer nicht vorsteuerabzugsbe-rechtigt ist, muss die auf das Geschenk entfallende Umsatzsteuer in die 35-Euro- Grenze einbeziehen. Freigrenze bedeutet aber nicht Freibetrag. Liegen die Kosten nur minimal über 35 E, entfällt die Mög-lichkeit zum Kostenabzug. Wichtig: Einmal gewählt, ist die Pauschalversteuerung für alle Geschenke an Geschäftspartner anzuwenden. Ob die Pauschalsteuer auch auf Geschenke un-terhalb der 35-Euro-Freigrenze anzu- Weitere rechtliche Informationen finden Sie online, u. a. zu den Themen: • Pensionszulagen: Die steuerlichen Vorgaben für Betriebsrenten. • Kündigung: Welche Formalitäten beachtet werden müssen. • Private E-Mails: Private Nutzung des betrieblichen E-Mail-Zugangs. • Arbeitszeugnis: Schadensersatz bei verspätetem Zeugnis? www.gastroinfoportal.de/Recht Fiskus beäugt Geschenke Ab dem 1. Januar 2014 treten neue Reise-kostenbestimmungen in Kraft. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollten sich zügig auf die Neuerungen einstellen. Der Gesetzgeber hat die Abrechnungsmoda-litäten deutlich vereinfacht. Bislang bildete die sogenannte „regelmäßige Arbeitsstätte“ den Start- und Endpunkt von Dienstreisen. Doch der Begriff war gesetzlich nicht ein-deutig definiert. Zukünftig ersetzt der Fis-kus die „regelmäßige Arbeitsstätte“ durch den gesetzlich normierten Begriff „erste Tä-tigkeitsstätte“. Als erste Tätigkeitsstätte gilt jede ortsfeste betriebliche Einrichtung eines Arbeitgebers, eines verbundenen Unterneh-mens oder eines vom Arbeitgeber bestimm-ten Dritten. Wichtig: Pro Dienstverhältnis kann es höchstens eine erste Tätigkeitsstät-te geben. Fehlt eine entsprechende Rege- wenden ist, entscheidet der Bundesfinanzhof in einem noch anhängigen Verfahren (Az. VI R 52/11). Tipp des BVBC: Alle Geschenke mit einem Gegenwert von mehr als 10 E sind sorgfältig zu dokumentieren. Dazu erstellen Unternehmen idealerweise eine Liste, aus der Anlass, Geschenkartikel, Kaufpreis und der jeweilige Emp-fänger eindeutig hervorgehen. Die Belege werden von den übrigen Betriebsausgaben getrennt und einzeln auf einem gesonder-ten Konto verbucht. Quelle: Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller e.V. (BVBC), www.bvbc.de lung durch den Arbeitgeber, wird die erste Tätigkeitsstätte immer nach quantitativen Kriterien definiert. Mit den Neuregelungen schränkt der Gesetzgeber die landläufig als Pendlerpauschale bekannte gesetzliche Entfernungspauschale ein. Künftig lassen sich nur noch Fahrten von der Wohnung bis zur ersten Tätigkeitsstätte in der persönlichen Einkommensteuererklärung über die Pendlerpauschale abrechnen. Neu ist auch, dass es für Inlandsreisen künftig nur noch zwei Verpflegungspauschalen statt wie bis-her drei geben wird. www.dhpg.de Autor: Thomas Nöthen, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater der Kanzlei DHPG in Euskirchen


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