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Fotos controlling und verkaufen gut. Natürlich ist für jeden Mitarbeiter dabei wichtig, was er in der Tasche hat. Obwohl die Individualhotellerie hier noch am Anfang steht, gibt es bereits Leuchttürme, die sich um zwei Zielgruppen kümmern: die Mitarbeiter und den Gast. Worin besteht in den meisten Häusern das Hauptproblem bei der Lohnkostenplanung? Für viele ist eine Senkung der Lohnkosten fast automatisch mit einer Reduzierung der Mitarbeiterzahl verbunden – und darüber wird erst nachgedacht, wenn sich die wirtschaftliche Lage verschlechtert. Doch der Ausgangspunkt für die Planung der Lohnkosten ist bereits prinzipiell die stra-tegische Ausrichtung des Hauses. Wer hier nur in Schichten denkt und Mitarbeiter wie Mensch-ärgere-dich-nicht-Figuren hin- und herschiebt, wird weder eine stabile Qualität des Hauses aufbauen und halten, noch seine Lohnkosten in den Griff bekommen. Ein interessanter Zusammenhang. Können Sie dafür ein Beispiel nennen? Zunächst setzt dies zwei ambivalente Sei-ten voraus: eine funktionierende Orga-nisationskultur basierend auf den werte-bestimmten Verhaltensweisen der Mit-arbeiter und technische Tools, zu denen flexible Stellenbesetzungspläne sowie softwarebasierte Dienstplanprogramme gehören. Flexible Arbeitszeitmodelle, die sich nach dem Arbeitsaufkommen richten, Lohnkosten senken mit Unternehmenskultur? Für den Unternehmensberater Wolfgang Gattringer ein klarer Zusammenhang. sind dabei einfacher zu installieren als vie-le Manager denken. Die Basis dafür sind die Unternehmenskultur, transparente Or-ganisationsformen sowie qualifizierte Mit-arbeiter, die Entscheidungen treffen. Der Dienstplanverantwortliche – ja, das ist eine undankbare Aufgabe – muss einfach über-blicken können, wie viel Lohnkosten er hin- und herschiebt. Ohne entsprechende Quali-fikation beginnt diese Quelle gar nicht erst zu sprudeln. Dass dieser Zusammenhang funktioniert, zeigt z. B. das neue Lohnkostenplanungs-modul FairPayroll, das wir mit unserem Softwareunternehmen Fairmas und der IHG für ihre inzwischen rund 450 Hotels weltweit entwickelt haben. Die Mitarbeiter können dabei u. a. die Dienstplansoftware von zu Hause einsehen, so dass die Lohn-kosten bereits um mehrere Prozentpunkte gesunken sind. Um es einfach zu sagen: Durch die veränderten Abläufe hat sich ein sinnloses Herumsitzen deutlich reduziert – das sind Lohnkosten. Welche Aspekte sind bei der Planung insbesondere zu beachten? Verschiedene Faktoren in unterschiedlichen Ebenen, wozu die gerade beschrie-bene Flexibilisierung der Arbeitszeiten genauso gehört wie das Wissen über den Ausbildungsstand der Mitarbeiter und die Kenntnis der Produktivitätsfaktoren. Wie viele Köche brauche ich bei einer durch-schnittlichen Auslastung? Was kann ich ih-nen zumuten? Hier sind wir wieder bei der Unternehmenskultur, denn Hand aufs Herz: Manager, die einen Zwölf-Stunden-Tag als gängiges Arbeitsmodell praktizieren, muten das auch ganz selbstverständlich ihren Mit-arbeitern zu. Und schon kommt ein weiterer – versteckter – Kostenbrocken in die Zah-len: die Fluktuations-, Rekrutierungs- und Krankheitskosten. Unternehmenskultur ver-langt nicht einmal zusätzliche Investitionen. Moderne Bürokommunikation braucht die-se Investitionen aber schon. Welche Tools gibt es hier, um Kosten zu minimieren und Managemententscheidungen auf sichere Zahlenfüße zu stellen? Die Hotellerie ist – in der Verwaltung, nicht beim Gast – bei IT-Anwendungen fünf bis sechs Jahre zurück. Als Fairmas das neue System zur Lohnkostenplanung einführ-te, trafen die Mitarbeiter auf Hotels, dar-unter auch große, internationale Häuser, die ihre Zahlen in unzählige Excelsheets hämmerten. Nicht selten saßen hochquali-fizierte Manager am Rechner und pflegten die Zahlen in Tabellen ein – über den Stun-denlohn und die fehlende Zeit für wichtige Aufgaben mag ich gar nicht nachdenken. Mal abgesehen von manuellen Fehlerquellen, welcher Manager kann mit solchen IT-Steinzeit-Methoden strategische Ent-scheidungen treffen? Das neue Lohnkosten-modul FairPayroll z. B. vereint Budget- und Forecastprozesse, sodass die Lohnkosten bereits in der Planungsphase transparent sind und optimiert werden können. Über den Stellenbesetzungsplan lassen sich alle Lohnbestandteile, besonders aber auch Lohnnebenkosten und Urlaubstage je Mitarbeiter und/oder Position planen. Die Hoteliers berichten von Einsparungen von zum Teil über 5 %. Wenn die Zeiten gut sind, denkt über solche Möglichkeiten eigentlich keiner nach, oder? So pauschal würde ich das nicht sagen. Der „Denkstatus“ zeigt sich bei der jährlichen Budgetplanung. Die Regel ist: 90 % Zahlen sammeln und eingeben, 10 % Strategie. Wer das ändert in 10 % Zahlen sammeln und eingeben und 90 % Strategie, agiert wirklich und reagiert nicht nur. Hotels, die unabhängig von der tagesaktuellen Situa-tion ihr Mitarbeiter-Brand im Auge haben, senken Lohnkosten auf Dauer und machen einen besseren Umsatz. Vielen Dank für das Gespräch. www.fairmas.com, www.solutionsdotwg.com Foto: © 42849293_c_djama-Fotolia 11/2013 73


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