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Fotos Die berühmte Discountertüte muss oft dafür herhalten, den Unterschied zwi-schen Hotels und Apartments deutlich zu machen. Gilt das Einlaufen mit ihr in die Hotellobby als verpönt, so zeigt sie in Apart-menthäusern lässig und unprätentiös an, dass der Gast in seinem „Zuhause auf Zeit“ angekommen ist. Der Geschäftsreisende hat hier idealerweise mehrere Wochen in der Großstadt zu arbeiten, kauft im Supermarkt um die Ecke ein und bereitet sein Abend-essen in seinem möblierten Apartment mit Küche zu. Wenn er nicht selbst wäscht, nutzt er vielleicht den Wäscheservice und die wöchentliche Reinigung seines Vermieters – viel mehr Service gibt es nicht, braucht er nicht und zahlt er damit auch nicht. Beque-mer als eine herkömmliche Wohnung und günstiger als im Hotel – das ist das Credo einer echten Alternative, deren beste Zeiten noch vorausgesagt werden. „Rund 350.000 Apartments werden wir Ende 2013 bereits weltweit haben“, schätzt Hans-Peter Kolditz, Develop-ment Manager Ada-gio City Aparthotels. Apartments sind zur hoch gefragten Alternative avanciert. Ein Award hat nun erstmals die besten Konzepte geehrt. „Das entspricht einem derzeitigen Anteil von ca. 3,4 % am gesamten i n t e r n a - tionalen Beherbergungsmarkt.“ In Nord-amerika, wo bereits in den 1960er Jahren in den USA der „Extended Stay“ startete und viele Standards entwickelt hat, liegt der Anteil indes bei 7,8 %. Gerade hier ist sichtbar, dass 15 Top-Player international 70 % des Angebots halten. Der deutsche Markt ist dagegen, wie so oft, deutlich mit-telständischer mit vielen Betrieben unter 50 Einheiten geprägt und zieht dabei eine nicht mindere Nachfrage nach Serviced einrichtung Die Gewinner des ersten So!Apart Awards 2013 v. l.: The Red, Miniloft, The Madison Hotel und Visionapartments. Bild links: Visionapartments in Berlin Apartments nach sich. Derzeit machen rund 370 Betriebe mit 20.000 Apartments einen Anteil von ca. 2,3 % am bundesweiten Be-herbergungsmarkt aus. Allein 2013 fanden bisher etwa 17 Neueröffnungen in Deutsch-land statt. „Wir werden in den nächsten zwei Jahren ein konstant hohes Wachstum auf dem deutschsprachigen Markt haben. Darin sind sich drei von vier Betreibern einig“, konstatiert Anett Gregorius, Geschäftsfüh-rerin von Boardinghouse Consulting und Betreiberin der Plattform Apartmentservice, auf der Basis ihrer Umfrage unter Apart-mentbetreibern. 85 % der Befragten bewer-ten dabei aktuell die eigene wirtschaftliche Lage als gut bzw. sehr gut. Über die Hälfte verbucht eine Auslastung von mindestens 80 %. Knapp über die Hälfte gibt sogar eine verbesserte oder deutlich ver-besserte Aus-lastung an, so-dass sich bei 39 %, und damit deutlich mehr als im Vorjahr, auch die Prei-se erhöht haben. Bleiben von den Gästen zwar 44 % weniger als sechs Tage, so buchen zugleich 39 % ihr Apartment 28 Tage und mehr. „Der Longstay ist so trotz der tendenziell steigenden Zahl an Kurzzeit-angeboten in den letzten Jahren tatsäch-lich auf den Markt zurückgekehrt“, betont Anett Gregorius. Damit erhöht sich auch die Investitionsbereitschaft: Rund die Hälfte der kleinen (bis 50 Apartments) und großen Anbieter will ihr Angebot in den nächsten Jahren durch mehr Apartments oder weite-re Objekte ausbauen.„Wir sind endlich aus der Nische herausgetreten“, erklärte Anett Gregorius im Oktober einmal mehr bei ih- 11/2013 51


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