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Fotos: Dion Betriebs- und Management GmbH, Sonnenhotels Betreiben statt besitzen und trotzdem ganz nah am Markt sein: das SensCity Hotel Albergo in Berlin-Wilmersdorf (l.) und das Sonnenhotel Wolfshof im Luftkurort Wolfshagen im Naturpark Harz. GmbH initiiert worden. Ziel ist es, „herrenlosen“ Krisenimmobilien neues Leben einzuhauchen und eine kleine nationale Hotelkette mit den Marken „SensConvent“ und „SensCity“ aufzubauen. Wie in Michendorf soll auch bei weiteren Liegenschaften der Marken die regionale Verwurzelung eines Objekts stets Vorrang haben, so Karsten Dreger. „Unsere Philosophie ist, regional einzukaufen und auch regional Personal zu beschäftigen. Das war man im Fall unseres Hotels in Michendorf nicht gewöhnt“, berichtet der gelernte Hotelfachmann, der mit dem Berliner Boutiquehotel SensCity Hotel Albergo noch weitere Hotels in Eigenregie führt. Dabei sei er ausschließlich Betreiber und funktioniere auch nur so. Als Privateigentümer verbrauche man oft sehr schnell seine Bonität und sei nicht mehr so flexibel, ist er überzeugt. Hoteliers in Großstädten hätten allerdings die Zeichen der Zeit erkannt und investierten nun auch verstärkt in ihre Objekte. In ländlichen Regionen arbeiteten hingegen viele Kollegen mit veraltetem Inventar: „Dort entsteht eine typische Verdrängung am Markt, die damit endet, dass diese Hotels schließen müssen, weil sie wirtschaftlich nicht mehr erfolgreich sind“, erläutert Karsten Dreger die Situation. Derzeit befinden sich mehrere Projektangebote in der Prüfung, und nicht immer kann eine positive Fortführung bescheinigt werden. Karsten Dreger rechnet damit, dass es aufgrund der großen Nachfolgeproblematik im Gastgewerbe Turnusgemäß ändert sich 2014 das Grundgerüst der EU-Fördermöglichkeiten, an die sich alle Förderprogramme auf Bundes- und Landesebene halten müssen. Danach hat Deutschland künftig keine A-Fördergebiete mehr, also – bedingt durch die EU-Osterweiterung – keine Regionen mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) unter 75 % des durchschnittlichen BIP aller Mitgliedsstaaten. Der Tourismus ist auf diese Weise kein eigenständiger Fördertatbestand mehr. Entsprechend wird es hierzulande nur noch C-Förderregionen, vornehmlich in Ostdeutschland, geben, die mit einem vergleichsweise niedrigeren Fördersatz belegt sind und zugleich eine umfassende Nachweispflicht obligatorisch werden lassen. Für manche Regionen in Deutschland fällt damit eine Förderung voraussichtlich komplett weg. Die KMU-Kriterien schränken gerade die Förderung der markengebundenen Hotellerie ein, was auch die Franchise- und Managementmodelle mit Ketten betrifft. Die Ferienhotellerie, die zu einem großen Teil die KMU- Voraussetzungen erfüllen dürfte, könnte noch Förderchancen haben – allerdings könnte es wiederum Probleme durch die Mitarbeiterbeschränkung geben. Chancen ergeben sich für nachhaltige Ansätze, indem die energetische Sanierung von Gebäuden unterstützt wird. Zudem bieten sich ggf. für neue Geschäftsmodelle neue Optionen. Weitere Informationen dazu gibt es auch im Fairmas Hotel-Report, den Sie unter dem nebenstehenden QR-Code finden. www.solutionsdotwg.com EU-FÖRDERUNG SCHRUMPFT 16 11/2013 bald einen weiteren Schub an zur Disposition stehenden Privathotels am Markt geben wird – insbesondere im Osten Deutschlands. Diese Prognose teilt er mit Solutions Holding-Chef Stephan Gerhard: „Als die heutigen Hoteleigentümer nach der Wende ihre Hotels bauten, waren die meisten von ihnen über 40 Jahre alt, heute sind sie über 60. Sie stehen nun vor der Frage, an wen sie ihren Betrieb übergeben sollen, denn die Erbfolger haben immer weniger Lust, den elterlichen Betrieb zu übernehmen.“ An geeigneten Objekten für die Übernahme mangelt es dem Joint Venture in jedem Fall nicht. „Wir haben noch genügend Investoren im Hintergrund, die Interesse an Hotelimmobilien haben“, erklärt Karsten Dreger, so dass wir unter Umständen noch schneller wachsen können, als wir eigentlich vorhatten.“ www.sens-hotels.com Nathalie Kopsa


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