Ein Kurhotel heizt ein

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Foto: KW Energie Ein Kurhotel heizt ein Bad Füssings Thermalquellen wurden bereits 1938 entdeckt, der Kurbetrieb startete nach dem Krieg in den 1950er Jahren. Das privat geführte Kurhotel Wit-telsbach eröffnete im Jahr 1981 und wur-de seitdem regelmäßig auf den aktuellen Stand der Dinge gebracht. Dazu gehören u. a. die Angebote des Vitalcenters mit Physiotherapie und Fango sowie die zwei Hallenbäder mit Bad Füssinger Thermalwasser und beheiztem Außenpool auf der Südseite des Hauses. Allein in diesen drei Pools wer-den rund 3.500 m³ Thermalwasser pro Jahr benötigt. BHKW statt Ölheizung Der Energiebedarf des Kurhotels ist größ-tenteils von den Anforderungen der Kurangebote bestimmt. Entsprechend liegt al-lein der Wärmebedarf des Hotels bei rund 1,6 Mio. kWh im Jahr. Bei diesen Zahlen zö-gerte der Direktor Josef Aumaier bei seiner Übernahme der Geschäftsleitung im Juli 2011 nicht lange (s. Interview unten) und ließ ein Konzept für die Erneuerung der Energie-versorgung mit einem Blockheizkraftwerk (BHKW) realisieren. Dabei kam das Konzept des Contracting-Spezialisten ESB Wärme zum Einsatz, das es ersparte, die Anlage auf eigene Kosten zu erneuern. Stattdessen übernahm die ESB Wärme im Rahmen eines Contracting-Vertrags die komplette Reali-sierung. Um die Wärmegrundlast des Hotels abzude-cken und gleichzeitig die elektrische Versor-gung sicherzustellen, entschied sich die ESB für den Einsatz des KWE 48G-4 SPN von KW Energie. Das BHKW wird mit Gas betrie-ben, die Belieferung erfolgt über das Erd-gasnetz der ESB Wärme. Zusätzlich wurde für die darüber hinaus benötigte Wärme ein Gas-Brennwertkessel Remeha GAS 310-353 ECO PRO installiert, der modulierend eine Wärmeleitung von 65 bis 353 kW zur Ver-fügung stellt. Um die Laufleistung des BHKW mög-lichst rund um die Uhr zu realisieren, wurden zudem zwei neue Puffer-speicher mit jeweils 1.000 l Fassungsvermö-gen samt Einbindung an den bestehenden Heizungsverteiler installiert sowie ein Warm-wasserspeicher mit 800 l. Mit dieser Lösung wird sichergestellt, dass der Wärmebedarf jederzeit erfüllt werden kann und im Falle eines Stromausfalls auch die elektrische Ver-sorgung des Hotelbetriebes gewährleistet ist. Das BHKW wird überdies so gesteuert, dass energie die erzeugte elektrische Energie zunächst im Hotel direkt verbraucht wird. Nur die über-schüssige Energie wird in das öffentliche elektrische Netz eingespeist – ein weiterer Vorteil für das Hotel, spart es doch so die Stromsteuer und die EEG-Umlage für den selbst verbrauchten Strom. Für Direktor Josef Aumeier die ideale Lösung: „Wir haben auf diese Weise nicht nur die erheblichen Inves-titionskosten für die gesamte Anlage gespart, sondern durch das Contracting gleichmäßige Kosten, mit denen ich zuverlässig rechnen kann. Schließlich erwarte ich Einsparungen bei den Energiekosten in Höhe von rund 20.000 € pro Jahr. Durch den zehnjährigen Vertrag habe ich nicht zuletzt Planungssicherheit für einen langen Zeitraum.“ Der Hotelchef, der bereits 1993 erstmals mit der Kraft-Wärme-Kopplung in Berührung ge-kommen ist, ist von der Lösung begeistert. Selbst bei Außentemperaturen von 26°C im Schatten schnurrt das BHKW geräuscharm vor sich hin. Das Kurhotel Wittelsbach in Bad Füssing hat mittels Contracting seine Energiezufuhr komplett auf ein Blockheizkraftwerk umgestellt. KURZINTERVIEW fernt und die neuen Brennwertgeräte inklusive BHKW zu installieren waren, ging alles sogar schneller als geplant über die Bühne. Ein BHKW ist noch nicht alltäglich. Wie beurteilen Sie dieses aus bisheriger Sicht? Mir ist das Thema Kraft-Wärme-Kopplung bereits 1993 zum ersten Mal begegnet, insofern bin ich mit der Technik vertraut. Die Erfahrungen mit dem BHKW von KW Energie sind erfreulich. Durch die Steuerung mit Fernwartung weiß das Unternehmen früher als ich, wenn irgendwas nicht rund läuft. Für wie empfehlenswert halten Sie Ihre Contracting-Lösung? Das Hotel umgeht die hohen Investitionen, profitiert durch die Versorgung mit eigenem Strom und spart gegenüber einer herkömm-lichen Lösung zudem noch viel Geld, das der Wirtschaftlichkeit zu Gute kommt. Vielen Dank für das Gespräch. Herr Aumaier, wie sind Sie bisher mit der BHKW-Lösung zufrieden? Ich bin sehr zufrieden. Das BHKW arbeitet fast ununterbrochen – nur so kann die hohe Effizienz auch erreicht werden. War der Umbau mit großen Einschränkungen verbunden? Natürlich war das keine Sache von ein paar Stunden, aber Lackner Energietechnik hat gute Arbeit geleistet. Obwohl die alte Heizung ent- 10/2013 41


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