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Foto: © ra2 studio - Fotolia.com Wärmeverbrauch Dorint Seehotel & Resort Bitburg/Südeifel mit Contracting BEN GmbH & Co.KG Energiebedarf 2.840 MWh/a 0 2009 orientiert Wärme, der Strom ist hier sozusa-gen ein „Nebenprodukt“, da dieser haupt-sächlich von den beiden BHKW an der Biogasanlage hergestellt wird. Daher muss zuerst geklärt sein, wie die erzeugte Wärme ganzjährig nutzbar ist. Hierbei stehen gera-de die heizfreie Sommerzeit sowie die Über-gangszeiten im Fokus, in denen noch nicht bzw. nicht mehr ganztägig geheizt wird. Das Dorint konnte hier mit einem eigentlich kosteninsiven Bereich punkten, der letztlich den Bau des S-BHKW vor Ort überhaupt ermöglichte: dem Wellnessbereich samt Hallenbad mit einem Fassungsvermögen von 340.000 l. Dieser benötigt ganzjährig Heizenergie und bildet für Spitzenlastzeiten einen gigantischen Pufferspeicher. In der Summe weisen Hallenbad und Wellness-landschaft einen jährlichen Wärmebedarf von ca. 1,2 Mio. kWh/th aus. Diese beiden Großwärmeabnehmer stellen sicher, dass die jährlich erforderliche Produktion von 2,5 Mio. kW/h an thermischer Energie im S-BHKW-Betrieb auch erreicht wird. Da die Liegenschaft des Dorint Seehotel & Re-sort Bitburg/Südeifel vor der Renovierung stand, bot sich bei der Projektumsetzung ein Energie-Contracting an. Dabei tritt die Bioenergie Niederweiler als Contrac-tor, also Wärmelieferant, auf, indem er die Wärmeproduktion ganzjährig bedarfsge-recht gewährleistet, während das Dorint- Hotel Bitburg als Contracting-Nehmer die Wärmeenergie zu definierten Konditionen abnimmt. Die Lösung ermöglichte es der Dorint-Gruppe, sich weiterhin voll und ganz auf das eigene Kerngeschäft zu fokussieren, ohne größere Summen in die Umstellung der Energieversorgung investieren zu müs-sen – letztere verlagerten die Beteiligten ebenso auf das Niederweiler Konsortium wie den Betrieb der neuen Heizungsanlage. Im Gegenzug räumte der Contracting-Neh-mer dem Contractor für einen Zeitraum von 15 Jahren exklusive Energieversorgungs-rechte in einem Wärmelieferungsvertrag ein. Die Höhe der Vergütung je gelieferter Kilowattstunde an Wärme koppelten sie an den jeweils gültigen Heizölpreis. Zur Ab-sicherung der Investition von 1 Mio. E, die sich in rund acht bis neun Jahren durch die Wärme- und Stromerträge amortisiert ha-ben wird, wurde der Wärmelieferungsver-trag auch als Dienstbarkeit in das Grund-buch eingetragen. Das Dorint-Resort konnte durch die neue Heizungsanlage und deren deutlich höheren Wirkungsgrad die jährlichen Heizkosten auf diese Weise um rund 20 %, d. h. um mehr als 60.000 E senken. Das Energie-Contracting-Projekt hat meh-rere Ziele erfüllt: Es bringt die Energiewende in der Eifel voran, reduziert klimaschädliche CO2-Emissionen und setzt in einer strukturschwachen Region ökologi-sche und ökonomische Impulse. Außerdem wurden bestehende Arbeitsplätze gesichert und neue geschaffen: Arbeiten die 110 Mit-arbeiter des Dorint-Resorts nun in einem klimafreundlichen Hotel, so wartet die Bio-energie Niederweiler mit einem neuen Voll-zeit- und drei Teilzeitarbeitsplätzen auf. Zu-dem dürfen sich Landkreis und Verbands-gemeinde über stabile Einnahmen aus der Gewerbesteuer freuen. Marc Wilhelm Lennartz Energiekosten sinnvoll senken Eine Energiekostensenkung, Reduktion von Lastspitzen und die betriebliche Analyse des Energieverbrauchs sind heu-te wichtiger denn je. Die Energieoptimie-rungssysteme und -konzepte von Ehoga zielen auf eine Reduktion von Stromkosten über alle relevanten Stromverbraucher. Die Haupteinsatzfelder liegen im gesamten Küchen- und Wellnessbereich, der Wäsche-rei und in der Gebäudetechnik. Die Systeme senken, laut Anbieter, die Leistungsspitzen um bis zu 40 % durch eine prozessgesteuer-te Umverteilung der angeforderten Energie. So beträgt z. B. der durchschnittliche Jah-resverbrauch durch den Einsatz eines Ener-gieoptimierungssystems in einer Großkü-che mit zwölf mittleren, elektrothermischen Geräten und drei Dauerstromverbrauchern 255.000 kWh, und die mittlere Leistungs-spitze ca. 150 kW. Durch die Installation des Optimierungssystems wird die Leistungs-spitze um ca. 40 % auf unter 100 kW redu-ziert und der Jahresverbrauch um 5 % ge-senkt. Insgesamt vermindern sich dadurch die Stromkosten um 8.500 E bzw. um 20 %. Die Investition amortisiert sich somit in we-niger als 20 Jahren. www.ehoga.com BHKW Konf. Etg Hotel AppH Gesamt Hotel+AppH+Konf.Etg 450.000 400.000 350.000 300.000 250.000 200.000 150.000 100.000 50.000 Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez kWh Quelle: Ingenieurbüro H. Berg & Partner, © firstclass Der Wärmebedarf des Hotels ist im Winter am größten. Im Sommer wird die Leistung des BHKW an der Biogasanlage zur Produktionssteigerung hochgefahren. Anlagenbetrieb Biogasanlage/BHKW: Inbetriebnahmen: 2006, 2009, 2012 Fermenter: 2 x 1.130 m³ Nachgärbehälter: 1.556 m³ Gasproduktion: 2,9 Mio. Nm³/h Gasspeicher BGA: 2.000 m³ Länge Rohgasleitung: 1.900 m Installierte Gesamtlstg.: 900 kWel/ 1.035 kWth 2 BHKW Niederweiler: 350/410 kWel/th, 150/180 kWel/th 1 S-BHKW Dorint: 400/445 kWel/th Jahreserzeugung 2012: 5,3 Mio. kWhel Elektrik/ 5,8 Mio. kWhth Thermik www.erneuerbar-versorgt.de RAHMENDATEN 40 10/2013


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